Konservative Medien in den USA

Wenn ich über den großen Teich schaue und sehe was für konservative Medien es dort gibt und was für eine Reichweite sie haben, dann werde ich immer ganz neidisch.

Auch hier in Europa sieht man dank des Internets ein Wachstum neuer alternativer Medien. Der Vorteil der Amerikaner ist aber, dass sie uns zeitlich weit voraus sind. Während in den USA schon in den 80ern die ersten konservativen Medien als Gegenbewegung  zu den immer weiter nach links driftenden Mainstreammedien aufgekommen sind, sind die frühesten Anfänge dieses Phänomens in Europa erst seit den 2000er Jahren zu beobachten.

Warum das so ist? Es hat sicher viel mit der Weite des Landes, der niedrigen Bevölkerungsdichte und einer Kultur der staatlichen Nichteinmischung zu tun. In Amerika ist Raum für alle möglichen konservativen Subkulturen, von ländlich geprägten Rednecks bis hin zu evangelikalen Christen. Heimunterreicht ist nicht nur erlaubt, sondern auch recht beliebt. Eltern haben dadurch die Möglichkeit, ihre Kinder vor einer staatliche Zwangserziehung zu schützen und sie nach den eigenen Werten großzuziehen.

Die USA sind ein derart freies Land, dass sogar eine Subkultur, die die Moderne so schroff zurückweist wie die Amish dort eine dauerhafte Heimat gefunden hat.

Was aber hat dieses großartige Land nun konkret an konservativen Medien hervorgebracht?

Die Rush Limbaugh Show

Ein solcher Artikel kann nicht geschrieben werden, ohne dass der Name eines Mannes fällt: Rush Limbaugh. In Europa kennen ihn nur wenige, aber in den USA ist er eine Ikone der Konservativen. Und das nicht ohne Grund.

Schon als Teenager hatte Rush eine Leidenschaft für’s Radio. Seine Eltern wollten, dass er studiert, doch hielt er es auf dem College nicht lange aus und so brach er sein Studium sehr schnell wieder ab und wurde Disk Jockey.

Diesen Beruf übte er für den größten Teil der 70er aus, bevor er 1979 einen Marketingjob bei einem Baseball-Team annahm. Fünf Jahre später kehrte er mit seiner eigenen Sendung bei einem Sender in Kalifornien als politischer Kommentator ins Radio zurück.

ABC Radio war auf Rush Limbaughs Radiosendung in Kalifornien aufmerksam geworden und beschloss mit ihm ein eigens auf ihn zugeschnittenes und landesweit ausgestrahltes Format zu produzieren: Die Rush Limbaugh Show. Am 1. August 1988 war es soweit. Seit diesem Tag können Rush’s bissigen politischen Kommentare und seine schonungslose Kritik an allen linken Ideen überall in den USA empfangen werden.

Rush Limbaugh erreicht mit seinem Radioprogramm heute mehr als 13 Millionen Hörer pro Woche. Das macht sein Programm zur meistgehörten Sprachradiosendung der USA.

In den letzten knapp 30 Jahren hat Rush Limbaugh in den USA unzählige Menschen dazu ermutigt, die von den Mainstream-Medien ständig als alternativlos propagierten Ideen zu hinterfragen und er hat viele andere spätere konservative Medienschaffende inspiriert. Auch finanziell hat es sich für ihn ausgezahlt. Laut Wikipedia verfügt er heute über ein Vermögen von 500 Millionen US-Dollar.

Hier ein Ausschnitt aus einer von Rush’s Sendungen. Er erklärt, warum so viele Menschen linke Parteien Wählen und warum linke Politiker und Ideen vielen so attraktiv erscheinen:

Wenn du wie ich in einem Land aufgewachsen bist, in dem es in deiner Jugend und deinen frühen Jahren als Erwachsener nicht eine Gegenstimme zum linksliberalen Mainstream gab und wenn dir konservative Ideen für eine sehr lange Zeit in deinem Leben undenkbar erschienen und dir schlicht die Worte fehlten um auszudrücken, was du wirklich denkst, dann kannst vielleicht auch erahnen, wie wichtig jemand wie Rush Limbaugh für viele konservative Amerikaner gewesen sein muss.

Heute im Internetzeitalter kann man Rush natürlich auch außerhalb der USA problemlos und zeitlich ungebunden empfangen: Die Rush Limbaugh Show auf Youtube

Der Drudge Report

Wenn man sich den die Webseite des Drudge Reports heute ansieht, dann ist die Seite nur eine absichtlich möglichst einfach gestylte Linksammlung. Man könnte fast sagen, die Seite sieht ein wenig billig aus.

Faszinierend daran ist aber, dass Matt Drudge als einer der ersten das Internet nutzte, um Bürgerjournalismus abseits des Mainstreams zu machen. Matt Drudge startete sein Angebot ursprünglich 1995 als E-Mail-Newsletter, den er aus seiner Privatwohnung heraus betrieb. Seine guten Kontakte zu zahlreichen Medieninsidern erlaubten es ihm, zahlreiche Newsstories noch vor den großen Medienhäusern öffentlich zu machen. Und dabei hatte er nur primitivste Mittel wie einen E-Mail-Verteiler und kostenlosen Webspace seines Internetproviders (das waren damals so ca. 5 Megabyte ohne PHP, WordPress etc.) zur Verfügung.

Sein größter Erfolg war die Lewinsky-Affäre, die er Anfang 1998 ins Rollen brachte. Häppchenweise fütterte er seine Leser und die Medien mit immer neuen Details zu Bill Clintons sexuellen Verfehlungen. Die Affäre beschäftigte die amerikanische Öffentlichkeit und die Welt für mehr als ein Jahr und bescherte Bill Clinton ein Amtsenthebungsverfahren, das für diesen nach langem Ringen noch einmal glimpflich ausgegangen ist.

Fox News

Fox News ist das genaue Gegenteil des Drudge Reports. Fox News ist ein konservativer Fernsehnachrichtensender, der in den ganzen USA empfangen werden kann. Sendebeginn war der 7. Oktober 1996 und gegründet wurde der Sender vom amerikanisch-australischen Medienmogul und Milliardär Rupert Murdoch. Fox News hatte also nicht nur viel Geld, sondern auch viel Zeit um sich in der amerikanischen Medienlandschaft zu etablieren.

Auch wenn Fox News über die Jahre von linker Seite immer wieder Kritik einstecken musste, so hat es sich doch unbestreitbar zu einem der größten Fernsehsender der USA entwickelt.

Am Beispiel von Fox News sieht man auch sehr schön, wie manche amerikanische Milliardäre konservative Medien unterstützen oder sogar selbst aufbauen. Ideal ist es natürlich, wenn es ihnen dann auch noch gelingt, daraus ein gigantisches Business zu machen. Denn nur dann ist die Sache auch wirklich nachhaltig.

Breitbart

Seit dem amerikanischen Präsidentschaftswahlkampf hat wohl jeder politisch Interessierte schon einmal von der Website „Breitbart“ gehört. Breitbart ist eine Newsseite, die von den Benutzerzahlen, der Aktualität und der Menge der Nachrichten auf dem selben Level wie die ganz großen Nachrichtenseiten der USA mitspielt.

Die heutige Nachrichtenseite Breitbart.com geht aus investigativen Spartenwebseiten mit Namen wie „Big Government“, „Big Journalism“ und „Big Hollywood“ hervor, die sich vornehmlich mit Skandalen der Regierung und des Journalismus beschäftigt hatten. Gegründet wurden diese Websites vom leider schon 2012 im Alter von nur 43 Jahren verstorbenen Journalisten Andrew Breitbart. Interessanterweise stand Andrew Breitbart in jungen Jahren eher links. Nicht zuletzt unter dem Eindruck von Rush Limbaughs Radiosendung änderte er mit den Jahren aber seine Meinung und wurde zu einem konservativen Aktivisten. Wer mehr über Andrew erfahren möchte, dem sei meine Besprechung seines autobiographischen Buches „Righteous Indignation“ ans Herz gelegt.

Im Präsidentschaftswahlkampf war Breitbart.com das Sprachrohr der Trump-Anhänger und auch ideologisch steht die Seite dem amtierenden US-Präsidenten sehr nahe. Der heutige Trump-Berater Steve Bannon hat Breitbart.com seit dem Tod Andrew Breitbarts und bis zu Trumps Sieg bei der Präsidentschaftswahl geleitet.

Das für mich beeindruckende an Breitbart war immer, dass es ihnen gelungen ist, so eine große Seite größtenteils über Werbung zu finanzieren und aufzubauen. Allerdings gelang dies auch nur deshalb, weil Breitbart die Werbeplätze nicht direkt an Werbekunden, sondern an Werbenetzwerke (z.B. Google AdSense) verkauft hat. Diese Strategie scheint jetzt nicht mehr aufzugehen, da linke Breitbartgegner sich direkt an die Werbekunden wenden, um diese vom Schalten weiterer Werbung auf Breitbart abzuhalten.

Direkt nach der Präsidentschaftswahl plante Breitbart für 2017 eine Expansion nach Frankreich und Deutschland. Im Moment sieht es leider so aus, als ob dieses Unterfangen aus Geldmangel auf unbestimmte Zeit verschoben wurde. Zu gerne würde ich sehen, wie sich eine Website mit den Ressourcen Breitbarts mit dem europäischen linksliberalen Mainstream anlegt.

Bis auf weiteres wird das aber wohl ein Traum bleiben. Hier in Europa wäre das auf absehbare Zeit sowieso ein Zuschussgeschäft, da es hier noch viel schwieriger ist, Werbeplätze auf nichtlinken Seiten zu verkaufen als in den USA.

Weitere Infos

Natürlich ist das hier nur eine kleine Auswahl an konservativen US-Medien, die ich für besonders interessant und inspirierend halte.

Eine recht umfangreiche Sammlung mit Links zu weiteren konservativen US-Medien gibt es bei Conservapedia.com

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3 Gedanken zu “Konservative Medien in den USA

  1. Die USA ist im Vergleich zu Deutschland grundverschieden. Konzepte, die in den Vereinigten Staaten funktionieren, scheitern oft in Deutschland.
    Es gibt in Deutschland keinen starken Freiheitsgeist wie in den Staaten. Hier wird nach dem Staat gerufen um die Probleme zu lösen.
    Der Deutsche ist da mehr Kleinkind.

    Gefällt 2 Personen

    • Also die Welt finde ich ganz gut. Wenn man die Umstände bedenkt, dann ist die Welt durchaus eine gute Zeitung und sie haben Henryk Broder und Birgit Kelle. Insgesamt scheint sie mir relativ ausgewogen, was die unterschiedlichen politischen Ansichten angeht. Wobei ich aber den Eindruck habe, dass sie eigentlich weiter nach links wollen, nur das wäre wirtschaftlich wohl nicht sonderlich klug.

      Ich mache hier Werbung für konservative Medien und betreibe ein konservatives Meinungsblog. Gundsätzlich wäre es mir aber lieber, es gäbe überall im Westen einfach vernünftige Zeitungen und Fernsehsender. Dann bräuchte man keine linken und keine konservativen Medien.

      Vernünftig heißt, egal ob du bei der Zeit bist oder bei der Washington Post oder bei Fox News, du findest überall ein ausgewogenes Meinungsverhältnis.

      Heute ist es so, dass jedes Medium seine eigene Agenda pusht. Es gibt praktisch keine Pro/Contra Artikel zu relevanten Themen und es findet keine richtige Debatte statt. Vertreter konservativer Meinungen werden in den meisten Medien bestenfalls als Kuriosum abgestempelt.

      Deshalb brauchen wir mehr Medien, die eine konservative Agenda pushen. Eine vernünftige Presselandschaft wäre mir lieber, aber das sehe ich im Moment als ziemlich unwahrscheinlich an.

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