Beendet Trump die Ära der Gratis-Pornos?

Die Trump-Regierung ist ja gerade dabei die Netzneutralität abzuschaffen. Netzneutralität bedeutet, dass Traffic immer gleich schnell weitergeleitet werden muss, egal woher er kommt.

Das heißt, wenn man bei T-Online einen Internetanschluss hat, dann muss T-Online die Videos von YouTube genauso schnell zum Benutzer transportieren wie die Videos von einem T-Online eigenen Video-Dienst oder von einem noch völlig unbekannten Startup aus San Francisco.

T-Online kann nicht her gehen und von YouTube Geld verlangen, damit ihre Videos genauso schnell ausgeliefert werden wie die von T-Online selbst.

Das Prinzip der Netzneutralität galt seit den Anfangstagen des Internets. Es sorgte dafür, dass auch ein Startup mit nur 20.000 Dollar Kapital denselben Marktzugang hatte wie ein Großkonzern. Viele Innovationen hätten ohne die Netzneutralität wohl weit länger gedauert.

Von daher ist die Abschaffung der Netzneutralität einer der wenigen Punkte in Trumps Agenda, die ich sehr kritisch sehe.

Aber dann lese ich, PornHub sorgt sich um die Zukunft der Gratis-Pornos im Internet. Angeblich muss PornHub bei einem Ende der Netzneutralität um seine Existenz fürchten. Die Seite gehört mit 64 Millionen Seitenaufrufen am Tag zu den größten Pornoseiten der Welt.

Und ich hab immer noch Bauchschmerzen bei dem Gedanken an das Ende der Netzneutralität. Aber könnte es sein, dass ein Ende der Netzneutralität auch positive Effekte haben könnte?

Diese Pornoseiten generieren einen immensen Traffic und sie belasten die Infrastruktur des Internets wie wenige andere Dienste. Dank der Netzneutralität zahlen die Anbieter für die erbrachte Leistung aber keinen einzigen Cent.

Zugleich ist Pornographie eine regelrechte Epidemie – mit weitreichenden negativen Auswirkungen auf unsere Gesellschaft. Millionen Männer im Westen holen sich regelmäßig auf Pornos einen runter. Nicht wenige sind süchtig nach Pornographie. Mittlerweile gibt es mit NoFap sogar eine Selbsthilfegruppe von Männern, die auf die negativen Folgen des exzessiven Pornokonsums aufmerksam macht und die betroffenen Männern dabei hilft, die Kontrolle über sich selbst und das eigene Leben zurückzugewinnen.

Meiner Meinung nach ist diese Pornoepidemie mit einer der Gründe dafür, dass wir Männer in den letzten 20 Jahren so verweichlicht sind. Pornographie beraubt uns einem großen Teil unserer männlichen Energie und sediert uns geradezu.

Katastrophale politische Fehlentwicklungen im Westen, wie der völlig außer Kontrolle geratene Feminismus (der derzeit im Matriarchat zu münden scheint) und die Masseneinwanderung aus der Dritten Welt wären ohne eine größtenteils sedierte männliche Bevölkerung so nicht vorstellbar.

Sollten Trumps Ideen zur Netzpolitik zum Ende der Gratis-Porno-Schwemme führen, es wäre sicher kein Verlust.

11 Gedanken zu “Beendet Trump die Ära der Gratis-Pornos?

  1. „Zugleich ist Pornographie eine regelrechte Epidemie – mit weitreichenden negativen Auswirkungen auf unsere Gesellschaft. “
    Das ist erst einmal eine These für die die Beweislage immer noch relativ dünn ist.

    „Meiner Meinung nach ist diese Pornoepidemie mit einer der Gründe dafür, dass wir Männer in den letzten 20 Jahren so verweichlicht sind. Pornographie beraubt uns einem großen Teil unserer männlichen Energie und sediert uns geradezu.“
    Das glaube ich nicht. Auch in der arabischen Welt ist Pornokonsum weit verbreitet. Trotzdem würde ich den durchschnittlichen Araber nicht wirklich als verweichlicht einstufen.

    Die Gründe für den Niedergang der „Männlichkeit“ im Westen liegt vor allem daran, dass diese ständig verteufelt wird und schlicht nicht mehr notwendig ist.
    Warum soll ich mich kaputtarbeiten und heiraten nur um dann in einer Scheidung vor Gericht abgeschlachtet zu werden? Man muss heute schlicht wahnsinnig sein um die klassische männliche Rolle des Ehemannes und Versorgers auszuleben. Solange wir hier nicht ansetzen, bekämpfen wir nur Symptome.

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    • Ich glaube es sind tatsächlich viele Gründe, die zusammen kommen und die ineinander greifen.

      Pornographie schafft Rückzugsräume für die Verlierer des Systems, das du beschrieben hast und hindert sie daran, über ihre Lage wütend zu werden.

      Diese Wut kann somit nicht mehr (bzw. nur noch um viele Jahre verzögert) in die Politik hinein wirken, um dort Änderungen zu bewirken.

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      • Das die Wut verzögert eintrifft, trifft es genau. Es ist kein Zufall, dass die meisten „Mass Shooter“ in den USA junge weiße Männer sind. Eben jene Gruppe, die immer für alles verantwortlich gemacht wird und keine wirkliche Zukunftsperspektive hat. Die haben Minderheiten auch nicht, aber hier tritt Gewalt häufig früher hervor und staut sich nicht über Jahre an.

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        • Klar findet man eine Möglichkeit sich zu betäuben, wenn man das will.

          Aber der Punkt ist ja nicht, dass es möglich ist. Der Punkt ist, dass es so unendlich einfach ist. In den 80ern hätte man viel Geld in die Hand nehmen und sich die Wohnung mit VHS Kasetten vollstennen müssen und man hätte nicht so viele Pornos gehabt, wie man sie jetzt über das Internet zur Verfügung hat.

          Das sorgt natürlich für eine Versuchung. Was man sich früher mit Geld und Fußmärschen (und um den Preis ein Freak zu sein) hätte erarbeiten müssen, dass drängt sich jetzt Millionen von Männern jeden Tag regelrecht auf.

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    • Ich denke die Beweislage ist aehnlich wie fuer die Aussage dass gewalttaetige Computerspiele Gewalt im realen Leben foerdern. D.h. es handelt sich meist um eine moralische Argumentation, nicht um biologische oder psychologische Fakten.

      Wie Du schon sagst geht es darum, dass man die natuerlichen Beduerfnisse auch real ausleben kann ohne im Endeffekt dafuer finanziell bestraft zu werden. Solange das nicht der Fall ist entscheiden sich viele fuer Ersatzhandlungen (wie z.B. Pornos), womit mit Sicherheit keine gesunden neuen Familien entstehen.

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    • Bei der Netzneutralität bin ich mittlerweile etwas am Zweifeln. Wenn man sich den Unterschied anschaut zwischen dem Traffic, denn man z.B. mit einem Blog erzeugt (also Text, Bilder und vielleicht ab und zu noch ein Video in 720p) und dem Streaming von 4K Videos oder dem Dauerstreaming als TV-Ersatz, da liegen einfach Welten dazwischen.

      D.h. für die wirklich sinnvollen Anwendungen des Internets, wo es um Meinungsäußerung und Redefreiheit geht, da erzeugt man für heutige Verhältnisse praktisch keinen Traffic.

      Und die Reichweite ist trotz Netzneutralität schon von Diensten wie Facebook monopolisiert worden.

      Von daher frage ich mich, ob ein Ende der Netzneutralität solch große Auswirkungen hätte oder nur zu einem Krieg zwischen den Großverbrauchern von Internettraffic führen würde.

      Andererseits könnten wir auch in einer Welt aufwachen, in der die Mobilfunknetzbetreiber uns wieder für jede Textnachricht einzeln abkassieren oder man gar Verzögerungen einbaut, nur um politisch missliebige Text-Websites massiv zu verlangsamen.

      Aber vermutlich werden wir es ohnehin herausfinden.

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      • Netzneutralitaet war nur ein Vorteil fuer grosse Informationsanbieter, die fuer die Netz-Infrastruktur nicht zahlen wollten. Als kleiner Furz musste man mit einem Mietserver immer fuer den Traffic (zumindest ab einer bestimmten Menge) zusaetzlich zahlen. Mit der Abschaffung koennen die Backbone-Betreiber den grossen Serverfarmen endlich mehr Geld abverlangen fuer den Traffic mit dem sie die Netze ueberschwemmen. Das fuehrt mittelfristig zu einem besseren Netzausbau.

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  2. Ich stimme Henrik zu.
    Der Grund für die besagte Sedierung liegt in der weiblich-problemorientierten Einstellung vieler „Männer“ im Westen.
    Sie jammern sehr gerne und sehr viel über Probleme, kommen aber noch nicht einmal im Traum auf die Idee, auch nur eine Millisekunde über Lösungen und Alternativen nachzudenken.
    Und das führt dann dazu, dass diese Probleme zur Normalität werden, so nach dem Motto: „Tja, ist eben so, kann man nix machen.“
    Das ist dann das, was Du als Sedierung beschreibst.

    Ich kann auch nicht erkennen, dass bei „Männern“, die eine weiblich-problemorientierte Einstellung haben, sowas wie Wut vorhanden ist.
    Es ist doch vielmehr so, dass sie die ganzen Probleme insgeheim befürworten, damit sie was zu jammern haben, so nach dem Motto: „Komm mir nicht mit der Lösung, ich liebe das Problem.“

    Ich glaube es war in der Fernsehserie „South Park“, in der das kürzlich mal auf die Schippe genommen wurde:
    Zwei Schwule, der eine jammert ständig, der andere versucht Lösungen zu finden, Heulsuse jammert noch mehr.
    Dann geht er anders vor und spricht nicht mehr über Lösungen, sondern über Gefühle, Heulsuse ist glücklich.

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