Wie die Linken die Welt nicht mehr verstehen

Eine Sache von großem Unterhaltungswert in diesen Tagen sind die Versuche linker Autoren und Denker, die sich rasant verändernde weltpolitische Lage zu verstehen. Selbst wenn sie, was gar nicht mal so selten ist, die richtigen Informationen und Erkenntnisse zur Hand haben, so ziehen sie aufgrund einer tief verwurzelten Denkweise, die die Welt so sehen möchte, wie sie sein sollte und nicht so, wie sie ist, doch am Ende immer wieder die falschen Schlüsse.

Ein sehr schönes Beispiel hierfür ist der Artikel Donaldisten aller Länder, vereinigt euch!, der vergangene Woche auf Spiegel Online erschienen ist.

Schon im Teaser offenbart der Autor seinen ideologischen Einschlag, der ihm die Sicht vernebelt, und der ihn im weiteren Verlauf des Artikels davon abhalten wird, zu einem tiefergehenden Verständnis der Situation zu gelangen, welches für unser aller Zukunft doch so wichtig ist:

„Die Welt ist keine globale Gemeinschaft, sondern eine Arena“, so hat es Donald Trump formuliert. Das letzte Mal, als die globalen Mächte so handelten, gab es zweimal Krieg.

Dieser böse Trump aber auch. Das letzte mal als die globalen Mächte so handelten folgten zwei Weltkriege. Dieser Satz ist zum einen Vorwurf, zum anderen spricht aus ihm aber auch die Überheblichkeit jener, die glauben aus der Geschichte gelernt zu haben.

Wären diese Leute aber tatsächlich so clever, wie sie zu sein glauben, dann würden sie erst einmal anfangen die richtigen Fragen stellen, ehe sie andere aus einem dumpfen Bauchgefühl heraus mit ihren moralgetränkten Vorwürfen überhäufen.

Da verändert sich in wenigen Jahren das Gefüge der Welt und diese Leute stellen nicht einmal die einfachsten Fragen.

Ist es wirklich zu viel verlangt sich angesichts dieser epochalen Veränderung die simple Frage zu stellen, was sich verändert hat? Ist es zu viel verlangt sich zu fragen, welche grundlegenden Veränderungen im Gange sind, die diesen großen Verwerfungen unserer Zeit zugrunde liegen?

Und wenn sie wirklich clever wären, dann würden sie sich sogar fragen, welches die Säulen waren, auf denen die vergehende Weltordnung errichtet worden ist.

In der Einleitung führt der Autor seinen Gedanken weiter aus:

Es waren harte Worte, sie klangen seltsam gestrig, und sie vermittelten einen Eindruck vom außenpolitischen Denken Donald Trumps. „Die Welt ist keine globale Gemeinschaft, sondern eine Arena“, teilte er mit. Eine Arena, in der harte Konkurrenz herrsche. Nationen, Unternehmen und andere Nichtregierungsakteure stünden dort im Wettbewerb, um Vorteile zu erringen. Dies sei die „elementare Natur der internationalen Beziehungen, und wir befürworten das“.

Wir lernen also, dass das Denken Donald Trumps „seltsam gestrig“ ist. Diese Behauptung erzählt uns mehr über den Autor dieses Artikels als über den US-Präsidenten. Er hängt offensichtlich der bei Linken sehr beliebten Idee von einem ständigen Fortschritt der Geschichte an, wobei dieser „Fortschritt“ in der Regel natürlich durch die sukzessive Übernahme linker Ideen gekennzeichnet ist. Selbst wenn man den Fehler macht, linke Ideen mit Fortschritt gleichzusetzen, so genügt noch immer selbst eine oberflächliche Betrachtung der Geschichte der letzten 2000 Jahre um zu erkennen, dass es hier keine gerade Linie zu erkennen gibt – ganz im Gegenteil.

Zudem macht der Autor den Fehler, diese Denkweise nur Donald Trump zuzuschreiben. Hinter Donald Trump alleine stehen knapp 63 Millionen Wähler. Und in der gesamten westlichen Welt wird man viele weitere Millionen von Menschen finden, die diese Denkweise teilen.

Und auch wenn sich die Chinesen aus pragmatischen und diplomatischen Gründen oftmals zurückhaltend zeigen, so ist es doch diese Denkweise, die ihre Politik schon seit Jahrzehnten prägt. Über Putins Russland muss man in diesem Zusammenhang wohl keine weiteren Worte verlieren.

Wer gerne Fragen stellt, der könnte sich jetzt natürlich fragen, was mögliche und tiefer liegende Gründe dafür sind, dass diese Strömung weltweit an Zustimmung gewinnt.

Stattdessen wird wieder die Geschichte bemüht:

Wer die Welt als Arena betrachtet, tut sich schwer, Bedrohungen für die globale Sicherheit abzuwenden. Dazu braucht es Institutionen, verbindliche Regeln, internationales Recht, Interessenausgleich. Dies ist eine zentrale Lehre aus der Geschichte: Internationale öffentliche Güter lassen sich nur durch dauerhafte internationale Zusammenarbeit schaffen. Wenn jeder nur versucht, für sich selbst das meiste herauszuholen, wird die Welt ein unsicherer Ort. Das Arena-Denken des 19. Jahrhunderts führte in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts zu den Weltkriegen und zum Zusammenbruch der weltwirtschaftlichen Integration.

Das wäre durchaus löblich, wenn man denn den Willen hätte, die Gründe für die damaligen Verwerfungen zu verstehen. Denn nur indem man die Gründe versteht, hat man überhaupt den Hauch einer Chance, zukünftige Katastrophen zu verhindern.

Stattdessen aber bleibt man an der Oberfläche. Man hält die Wirkung für ihre eigene Ursache und bemüht sich gar nicht mit dem Versuch, die Dinge wirklich zu ergründen.

Und selbst wenn man die Ursache direkt vor der Nase hat kann – oder will – man sie nicht als solche erkennen:

Als Reaktion auf dieses Desaster entstand nach 1945 eine internationale Ordnung, getragen von starken internationalen Institutionen: Uno, Weltbank, Währungsfonds, das Welthandelsabkommen Gatt und sein Nachfolger WTO, um nur die wichtigsten zu nennen. Im Laufe der Jahrzehnte schlossen sich immer mehr Länder solchen Institutionen an. Maßgeblich gestützt wurden sie von den USA – nicht aus Altruismus, sondern aus langfristigem Eigeninteresse.

Diese Organisationen wurden von den USA nicht nur gestützt. Sie waren Teil der von den USA geschaffenen Weltordnung. Die USA waren seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs und vor allem nach dem Ende der Sowjetunion geopolitisch so dominant, dass sie ihre Verbündeten und zum Teil auch ihre Feinde über solche Organisationen an sich binden konnten.

Die enorme damalige Machtfülle und die praktische Unmöglichkeit eines Krieges zwischen den Supermächten aufgrund der Existenz der Atombombe machten die USA zum ersten Weltreich, das seine Macht zum überwiegenden Teil durch Soft Power ausübte.

Die vergehende Weltordnung war kein Akt der Vernunft, als den man sie natürlich propagandistisch wunderbar verkaufen kann. Sie war eine Institution des Machterhalts, so wie jede andere Weltordung vor ihr auch.

Und in den Grundzügen scheint der Autor die Problematik sogar irgendwie zu erkennen:

Jetzt ist diese Ordnung in Auflösung. Schuld daran ist nicht allein Donald Trump, aber er beschleunigt den Verfall.

Genau! Trump ist nicht der Auslöser. Er hat nur als erster erkannt, dass die Macht der USA schwindet. Dies bedeutet, dass sie nicht mehr über den Dingen schweben, sondern langsam aber sicher wieder in den offenen Wettbewerb mit allen anderen Großmächten der Welt eintreten. Deshalb hat Trump auch recht, wenn er sagt, dass die Welt eine Arena ist. Die Dominanz der USA geht zu Ende und die Welt kehrt zurück zu ihrer natürlichen Ordnung.

Die Herrschaft einer mehr oder weniger unangreifbaren Weltmacht ist die Ausnahme, nicht die Regel.

Es stimmt schon: Weltpolitik ist ein enorm schwieriges Geschäft geworden. Anders als nach dem Zweiten Weltkrieg gibt es keine Supermächte mehr, die ihre jeweiligen Einflusssphären, im Zweifel mit Gewalt, stabilisieren konnten. Heute ist Macht auf dem Globus viel weniger konzentriert als damals; große Staaten wie China sind zu schlagkräftigen Akteuren aufgestiegen.

In den 90ern sehnten viele eine „multipolare Welt“ herbei. Hier habt ihr sie. Doch seid gewarnt, sie ist sehr wahrscheinlich nicht das, was ihr euch erhofft habt.

Und jetzt kommt ein Satz wie eine zugespitzte Szene in einem Actionfilm:

Selbst wenn sie wollten, die USA allein können gar nicht mehr als globale Ordnungsmacht auftreten.

Um Haaresbreite ist unser Held nicht an einem klaffenden Abgrund, dafür aber an einer Erkenntnis vorbeigeschrammt.

Genau. Die alte Weltordnung basierte auf der Macht der USA. Heute konkurrieren Russland und China mit den USA mehr oder weniger offen um eigene Einflussbereiche.

Wenn der Autor uns dann seine Lösung für die Misere präsentiert, zeigt er, dass er einfach nicht loslassen kann:

Erstens sollten die wichtigsten Staaten der Erde gemeinsam internationale Regelwerke und Institutionen etablieren. Sie sollten die Nachkriegsordnung weiterentwickeln und sie an die heutigen Bedürfnisse anpassen. Wenigstens auf den wichtigsten Politikfeldern würden sie somit als „globale Gemeinschaft“ agieren.

Und auch wenn an diesem Lösungsvorschlag nicht alles falsch ist, so zeigt sich auch hier wieder diese idealistisch verklärte Weltsicht. Es gibt keine „globale Gemeinschaft“ und außerhalb des linken Weltbilds hat es diese auch nie gegeben.

Und so wie ein Rechtsstaat nur deshalb funktioniert, weil es mit dem Staat eine Ordnungsmacht gibt, die die Gesetze notfalls mit Gewalt durchsetzt, so hat die sich gerade vor unseren Augen auflösende Ordnung nur deshalb funktioniert, weil es eine entsprechende Ordnungsmacht gegeben hat.

Die Realität heute aber ist eine andere.

Russland will geopolitischen Einfluss zurück gewinnen. China will zur Weltmacht aufsteigen, was es nicht zuletzt durch ein sehr ambitioniertes Programm zum Bau moderner Flugzeugträger deutlich macht.

Derweil befinden sich die USA in einer Art Schwebezustand. Sie sind viel zu mächtig, als dass man sie einfach abschreiben könnte. Allerdings wird den Amerikanern langsam bewusst, dass ihre besten Zeiten bereits hinter ihnen liegen könnten. Die Wahl Donald Trumps kann man in sofern als eine Panikreaktion deuten. Nicht umsonst wählte Trump für seine Kampagne den Slogan „Make America Great Again!“ und obwohl dieser Slogan mehr als 30 Jahre zuvor bereits von Ronald Reagan verwendet wurde, hat er auch in unserer Zeit unbestreitbar einen Nerv getroffen.

Wenn wir Pech haben, dann könnte uns die eigentliche Panikreaktion auf den Niedergang der USA als Weltmacht aber auch noch bevor stehen.

Die Herausforderung für die Zukunft besteht jedenfalls darin, die Interessen eines wirtschaftlich schwachen aber nach geopolitischer Bedeutung dürstenden Russlands, eines vor Kraft strotzenden Chinas und eines zutiefst verunsicherten Amerikas unter einen Hut zu bekommen.

Ein bloßes Festhalten an einer rasch vergehenden Ordnung und ihrer Institutionen wird uns dabei aber genauso wenig weiter bringen wie die falsche Deutung der Vergangenheit.

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Gündogan und Özil brüskieren die Gutmenschen

Herrlich! Was für ein Foto. Für mich schon jetzt das Bild des Jahres:

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Die Nationalspieler Ilkay Gündogan und Mesut Özil posieren mit dem türkischen Präsidenten Erdogan. Bei dem Treffen durfte Erdogan sich über Trikots der Spieler freuen. Gündogan bekundete seine Sympathie für Erdogan sogar mit dem Schriftzug „Mit Respekt für meinen Präsidenten“ auf dem übergebenen Trikot.

Und das auch noch wenige Wochen vor der der Fußball-WM!

All die Gutmenschen, die regelmäßig die heute-Show einschalten und über Witze von Jan Böhmermann lachen können, sind jetzt natürlich empört.

Wie können diese Migranten nur den Erdogan gut finden? Der repräsentiert doch das ultimativ Böse. Der ist das totale Gegenteil unserer endgeilen offenen Gesellschaft. Die müssen doch dankbar sein, dass sie hier in unserer tollen, demokratischen und (darauf sind wir besonders stolz) super duper toleranten Gesellschaft leben dürfen.

Dass viele Migranten aber nicht wegen den Werten da sind, sondern hauptsächlich wegen dem schnöden Mammon, das können sich viele linksbewegte Deutsche nur sehr schwer vorstellen.

Aber ich will jetzt auch gar keine Häme über diese Nationalspieler ausgießen. Und obwohl ich Erdogan überhaupt nicht ausstehen kann, finde ich die Jungs auf diesem Foto total sympathisch. Deutlich sympatischer, als wenn sie ihre Ich-spiele-für-Deutschland-aber-Singe-die-Hymne-nicht-mit-Nummer abziehen. Und das sage ich ohne jeden Sarkasmus.

Auf diesem Foto stehen sie einfach zu dem, was sie wirklich denken. Sie sind Türken, sie fühlen sich als Türken, und sie finden den türkischen Präsidenten gut, den sie vermutlich auch gewählt haben.

Ich sehe nicht, was daran falsch sein sollte. Außer natürlich, dass sie damit das von den Linken so innig geliebte märchenhafte Narrativ von der „Integration“ gefährden. Diese Leute haben keinen Sinn für Identität und glauben, die Migranten könnten es nicht erwarten, ihre Identität über Bord zu werfen und so zu werden wie sie. Das ist natürlich Blödsinn, denn solche Idioten sind außerhalb der westlichen Welt gar nicht so leicht zu finden.

Und so kommen bzw. bleiben die Migranten dann aus weit profaneren Gründen, wie z.B. dem gut ausgebauten Sozialstaat oder (falls sie was können) der guten Karrieremöglichkeiten.

Missverständnisse zwischen Gutmenschen und Migranten sind da langfristig vorprogrammiert, die Migranten haben aber natürlich kein Interesse daran, es sich mit den Gutmenschen völlig zu verscherzen. Glücklicherweise haben die Gutmenschen eine ausgeprägte Neigung zur Selbsttäuschung und zudem sind sie durch die oberflächliche Bestätigung ihrer bekloppten Glaubenssätze unglaublich leicht zu überzeugen.

Und so hat Gündogan dann auch schon ein sehr gutes Statement zu diesem Fehltritt veröffentlicht, das den Nerv der Zielgruppe voll und ganz treffen dürfte:

Zusammen mit Mesut, Cenk und weiteren Sportlern haben wir gestern Abend eine Veranstaltung einer türkischen Stiftung in London besucht. Wir finden es gut, dass es eine Stiftung gibt, die türkische Studenten im Ausland fördert und Ihnen damit eine internationale Karriere ermöglicht.

Wir haben den türkischen Staatspräsidenten am Rande der Veranstaltung getroffen. Aus Rücksicht vor den derzeit schwierigen Beziehungen unserer beiden Länder haben wir darüber nicht über unsere sozialen Kanäle gepostet. Aber sollten wir uns gegenüber dem Präsidenten des Heimatlandes unserer Familien unhöflich verhalten? Bei aller berechtigten Kritik haben wir uns aus Respekt vor dem Amt des Präsidenten und unseren türkischen Wurzeln – auch als deutsche Staatsbürger – für die Geste der Höflichkeit entschieden.

Es war nicht unsere Absicht, mit diesem Bild ein politisches Statement abzugeben, geschweige denn Wahlkampf zu machen. Als deutsche Nationalspieler bekennen wir uns zu den Werten des DFB und sind uns unserer Verantwortung bewusst.

Fussball ist unser Leben und nicht die Politik.

Dröseln wir diesen wunderbaren Text doch einmal auf:

  • Stiftung für arme Studenten (Tränendrüse)
  • Rücksicht genommen auf die Befindlichkeiten der Gutmenschen durch nicht posten des Bildes (Bauchpinseln)
  • Präsident des Heimatlands unserer Familien (wir sind total integriert und fühlen unds als Deutsche, aber wir haben halt auch eine Vorgeschichte und Familie und so, ihr versteht schon)
  • Posieren mit Erdogan aus Höflichkeit (nachvollziehbarer Grund für das Bild, wir waren quasi gezwungen)
  • Anerkennung der Kritik der Gutmenschen an Erdogan (Bestätigung mögen sie besonders)
  • als deutsche Staatsbürger (ihr wollt doch in der Welt kein schlechtes Bild abgeben, oder seid ihr etwa keine guten Menschen?)
  • Mit Politik wollen wir eigentlich nix zu tun haben und wir sind da in etwas rein geraten, wir sind doch eigentlich nur Fußballer

Passt! Egal ob das jetzt Gündogan geschrieben hat, oder irgend ein Pressesprecher vom DFB, der Text ist spitze und jedes Wort sitzt.

Die Ehe, wie sie sein sollte

Wir leben in einer Zeit, in der staatliche und gesellschaftliche Institutionen mehr und mehr verfallen. Dies betrifft besonders die Ehe, die heute dank Scheidung ohne Schuldprinzip – man könnte auch von Lifestyle-Scheidungen sprechen – mehr finanzielles Risiko denn Bund fürs Leben ist.

Tinder, gesellschaftlich akzeptierte und teils sogar geförderte Promiskuität und der völlige Bedeutungsverlust christlicher Werte- und Moralvorstellungen tun ihr übriges und schaffen eine Generation von Menschen, die weitgehend beziehungsunfähig sind. Und wenn man nichts anderes kennt, dann fragt man sich natürlich, ob es überhaupt besser sein könnte, oder ob das nicht ohnehin völlig unmöglich ist.

ehepaar

Symbolbild (Pixabay)

Nur zu leicht kann man da in Zynismus verfallen. Umso mehr freut man sich dann aber, wenn es in dieser kaputten Welt auch mal ein paar positive Impulse gibt.

Einen solchen lieferte Pete Fletcher diese Woche auf Return of Kings. In seinem Artikel I Lost My Wife Of 35 Years gibt er uns sehr intime und bewegende Einblicke in die Ehe mit seiner kürzlich an Krebs verstorbenen Frau.

Fletcher erzählt, wie er sich zu seiner Frau ursprünglich in erster Linie körperlich hingezogen fühlte. Dennoch hielten sie sich – beide scheinbar in einem christlichen Milieu aufgewachsen – an die religiösen Vorgaben ihres Umfelds und schliefen erst miteinander, als sie verheiratet waren.

Er fährt fort und beschreibt, wie sich die sexuellen Aspekte ihrer Beziehung mit den Jahren und den Umständen (wie z.B. der Geburt ihrer Kinder) entwickelt haben und wie aus dem anfänglich dominierenden sexuellem Verlangen mit der Zeit eine tiefe und innige Verbundenheit gewachsen ist:

At the end there was nothing that would interest a younger man, even if drunk, but to me, she was a goddess. The mother of my children, my darling, my soulmate, my wife.

So, only after she is gone do I realize that my desire for her, which had once been the craving for her young body, had become the desire for the soul that had become intertwined with mine.

Our love had passed the physical, becoming spiritual, and the joining of our aging bodies amplified the joining of our spirits and our souls were satisfied.

In einer Zeit von One-Night-Stands und Kurzzeitbeziehungen, in der die „Lebensabschnittspartnerschaft“ für viele schon das Höchste der Gefühle und die Scheidung fast schon ein normaler Bestandteil des Lebens ist, ist es unheimlich aufmunternd zu wissen, dass ein Besseres Lebensmodell zumindest möglich ist.

Zugleich zeigt uns dieser Abschnitt, dass, auch wenn es natürlich niemals eine perfekte Gesellschaft geben kann, zumindest eine Gesellschaft möglich ist, die besser ist als die, die wir kennen und die so viele für unabänderlich erachten.

Pete Fletcher schließt mit einem sehr guten Rat an alle jungen Männer, der heute in seiner Gesamtheit leider schwerer umzusetzen ist als jemals zuvor:

If a man never gets beyond his body’s desire for young flesh and settles down with his life mate, he will never be satisfied. He will be like an athlete who eats the frosting off the top of the cake and is not hungry when the steak is served. He doesn’t grow strong,  he gets sickly.

Celebrate and support your body’s masculinity, but make your soul control your body and rule your spirit. That’s manhood.

Leider werden das jene, die die völlige Entfesselung unserer animalischen Natur für die ultimative menschliche Freiheit halten, niemals verstehen.

Unsere Triebe können, sofern wir sie beherrschen, der Anfang von etwas größerem sein. Oder wir unterwerfen uns ihnen eben und machen uns bis zum Ende unserer Tage zu ihren Sklaven.

Charlotte Roche: Mit dem Feminismus ins Matriarchat

Die Bestsellerautorin und Vulgärfeministin Charlotte Roche hat bei der Süddeutschen seit neustem eine eigene Kolumne mit dem Titel „Jetzt könnte es kurz wehtun“ in der sie uns erklären will, wie das Leben sein sollte. Wie für Feministinnen nicht ganz unüblich beschäftigt sie sich dort mit Problemen, die wir ohne den Feminismus gar nicht hätten und bietet dann Lösungen an, die noch dämlicher sind, als die schlechten Ideen, die uns das Problem ursprünglich eingebrockt haben.

Besonders lesenswert ist gerade in dieser Hinsicht ihr erster Artikel mit dem vielsagenden Titel „Erst ein Kind kriegen, dann den Partner suchen„, der im Grunde nichts anderes ist als eine wohlverdiente und totale Bankrotterklärung des feministischen Lebensentwurfs.

In ihrem Artikel macht Frau Roche aufmerksam auf das traurige Schicksal mancher ihrer Freundinnen, die sich nach lebenslanger Suche nach dem perfekten Mann mit Anfang 40 angesichts des immer lauter werdenden Tickens ihrer biologischen Uhr langsam fragen müssen, ob es ihnen gelingt, auf den letzten Drücker noch Mutter zu werden oder ob sie den Rest ihres Leben stattdessen in der Gewissheit verbringen werden, diesen Teil ihres Lebens einfach verpasst zu haben.

Das liest sich dann so:

Jetzt, in meinem Alter, ich bin vierzig, gibt es folgendes Problem mit mehreren Freundinnen: Es ist auf der Kippe, ob sie ihr restliches Leben als Mutter verbringen oder nicht. Ich rede jetzt nur von den Freundinnen, die ganz klar einen Kinderwunsch äußern, und zwar lange schon. Die, die Tränen in den Augen haben, wenn sie ein Baby oder Kleinkind sehen, die immer jedes Baby die ganze Zeit aufm Arm halten wollen, auf der Straße Babys hinterhergucken. Die, bei denen ich denke, OH MEIN GOTT WÄREN DIE BESTIMMT GUTE MÜTTER!

Diese Kinderlosigkeit ist ein großer Verlust für die Gesellschaft wie auch für die Frauen selbst. Doch so traurig das auch sein mag, es ist letzten Endes selbst verschuldet.

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