Charlotte Roche: Mit dem Feminismus ins Matriarchat

Die Bestsellerautorin und Vulgärfeministin Charlotte Roche hat bei der Süddeutschen seit neustem eine eigene Kolumne mit dem Titel „Jetzt könnte es kurz wehtun“ in der sie uns erklären will, wie das Leben sein sollte. Wie für Feministinnen nicht ganz unüblich beschäftigt sie sich dort mit Problemen, die wir ohne den Feminismus gar nicht hätten und bietet dann Lösungen an, die noch dämlicher sind, als die schlechten Ideen, die uns das Problem ursprünglich eingebrockt haben.

Besonders lesenswert ist gerade in dieser Hinsicht ihr erster Artikel mit dem vielsagenden Titel „Erst ein Kind kriegen, dann den Partner suchen„, der im Grunde nichts anderes ist als eine wohlverdiente und totale Bankrotterklärung des feministischen Lebensentwurfs.

In ihrem Artikel macht Frau Roche aufmerksam auf das traurige Schicksal mancher ihrer Freundinnen, die sich nach lebenslanger Suche nach dem perfekten Mann mit Anfang 40 angesichts des immer lauter werdenden Tickens ihrer biologischen Uhr langsam fragen müssen, ob es ihnen gelingt, auf den letzten Drücker noch Mutter zu werden oder ob sie den Rest ihres Leben stattdessen in der Gewissheit verbringen werden, diesen Teil ihres Lebens einfach verpasst zu haben.

Das liest sich dann so:

Jetzt, in meinem Alter, ich bin vierzig, gibt es folgendes Problem mit mehreren Freundinnen: Es ist auf der Kippe, ob sie ihr restliches Leben als Mutter verbringen oder nicht. Ich rede jetzt nur von den Freundinnen, die ganz klar einen Kinderwunsch äußern, und zwar lange schon. Die, die Tränen in den Augen haben, wenn sie ein Baby oder Kleinkind sehen, die immer jedes Baby die ganze Zeit aufm Arm halten wollen, auf der Straße Babys hinterhergucken. Die, bei denen ich denke, OH MEIN GOTT WÄREN DIE BESTIMMT GUTE MÜTTER!

Diese Kinderlosigkeit ist ein großer Verlust für die Gesellschaft wie auch für die Frauen selbst. Doch so traurig das auch sein mag, es ist letzten Endes selbst verschuldet.

Besonders tragisch ist dann diese Passage des Artikels:

Mich macht es wahnsinnig, ihnen dabei zuzusehen, wie sie Jahre verplempern. Sooo viel Zeit haben wir Frauen leider nicht, was Kinder kriegen angeht. Danke, Natur!

Die Erkenntnis ist da, nur man zieht nicht die richtigen Schlüsse daraus. Stattdessen zieht man sich zurück auf das Kernthema des Feminismus: Die Auflehnung der Frau gegen ihre eigene Natur.

Und hier offenbart sich der grundlegende Konstruktionsfehler dieser Ideologie. Diese Auflehnung ist so naiv wie sie aussichtslos ist. Denn Frauen sind eben keine Männer und Männer sind keine Frauen. Man kann sich mit seiner Natur arrangieren und das beste daraus machen oder an den Konsequenzen der eigenen falschen Entscheidungen verzweifeln.

Überraschenderweise dringt die feministische Selbsterkenntnis sogar noch weit tiefer:

Meine Freundinnen verplempern wertvolle Jahre auf der Suche nach dem perfekten Vater für ihr Kind. Hallooo, den gibt es nicht. Ich habe schon bei mehreren diese Suche scheitern sehen, und da war in deren Kopf alles aneinander gekoppelt: Ich brauch erst den perfekten Mann, Liebhaber, Freund, einfühlsam, aber auch hart, wenns passt, Humor muss er haben, er muss zusammenziehen, Wohnung einrichten, bausparen wollen, ich warte, bis er mir einen Antrag macht und erst dann bekommen wir ein Kind. Zack, ist man zu alt, die Eier vertrocknet.

Den perfekten Mann gibt es nicht. Wer hätte das gedacht?

In präfeministischer Zeit hätte eine Oma oder Mutter die Frau schon in jungen Jahren zur Seite genommen und sie über solche und ähnliche Wahrheiten des Lebens aufgeklärt. Sie hätte sie darauf aufmerksam gemacht, dass ihre Schönheit, die ihr in jungen Jahren so viele Optionen gibt in relativ kurzer Zeit vergehen wird und sie so nicht alle Zeit der Welt hat, um einen guten aber natürlich unvollkommenen Mann an sich zu binden und mit ihm eine Familie zu gründen. Und sie hätte ihr vermutlich auch erklärt, dass eine hohe Zahl von Sexualpartnern sie für potentielle Ehemänner und Familienväter nicht unbedingt attraktiver macht.

Doch im Feminismus wurden all diese Stimmen zum Schweigen gebracht.

Stattdessen wird Frauen heute laufend erzählt, dass sie im Leben alles tun und alles haben können und sie werden regelrecht dazu animiert, iher hypergamen Neigungen voll auszuleben. Irgendwann kommt dann notwendigerweise das böse Erwachen.

Und obwohl Charlotte Roche einige der grundlegenden Probleme sogar selbst erkannt hat, empfiehlt sie den Frauen jetzt nicht die eigenen Ansprüche mal ein wenig herunterzuschrauben und den eigenen Egoismus zu überdenken. Nein! Sie treibt Feminismus und Hypergamie auf die Spitze und gleitet damit endgültig ins Groteske ab:

Wann, wenn nicht heutzutage, kann eine Frau, die selber Geld verdient, selbstbewusst ist, in einer Großstadt lebt, wo man nicht direkt auf der Straße für seinen Lebensstil gesteinigt wird, sich ein Kind holen, selber und alleine? Muss ja der fremde Mann in der Disko nicht wissen, dass das nicht ein normaler schlechter One-Night-Stand ist. Sondern ein geplanter Befruchtungsakt, genau auf die Temperatur der Frau abgestimmt, wenn die App zeigt: fruchtbarer Tag!

Die Frau sucht nach Aussehen (Hände) und Geruch (gute Gene) und von mir aus Kacksternzeichen und Humor aus. Dann kriegt sie erstmal alleine das Kind.

Die Frau soll sich also in der Disko einen Kerl aussuchen, der ihre biologischen Fortpflanzungskriterien erfüllt und mit ihm bei einem One-Night-Stand ohne sein Wissen ein Kind zeugen.

Anschließend sucht sie sich einen zuverlässigen und gut verdienenden Trottel, der das Kind mit ihr aufzieht und der das große Privileg genießt, seine als moralische Überlegenheit empfundene Trotteligkeit vor der ganzen Welt zu demonstrieren:

Und wenn man die schwierige Geburts- und Stillzeit hinter sich hat, ist man fit für die Partnersuche mit Baby. Ist auch viel romantischer von einem Mann, sich für eine Frau mit bereits vorhandenem Kind zu entscheiden. Weil viel selbstloser als die eigenen Gene durchzudrücken.

Damit bestätigt die Autorin nicht nur die „Alpha Fucks, Beta Bucks“-Theorie der Neomaskulinisten, sie zeigt uns zugleich, dass Feminismus nichts mit Gleichberechtigung zu tun hat. Was Roche hier, quasi als Endstation des Feminismus, beschreibt, das ist nichts anderes als das Matriarchat.

Eine Gesellschaft also, in der Partnerschaft und Fortpflanzung der völligen Willkür der Frauen unterworfen sind und in der Männer aus Mangel an Gegenleistungung und aufgrund wiederholter Demütigung letztlich den Grad ihrer Partizipation auf ein Minimum herunterschrauben.

Das einzig Gute an dieser Gesellschaftsform: Sie hat in der Geschichte – vor allem aus dem gerade genannten Grund – noch nie lange Bestand gehabt.

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14 Gedanken zu “Charlotte Roche: Mit dem Feminismus ins Matriarchat

    • So richtig weg war ich nicht. Kann aber erstmal nicht mehr so viel schreiben wie in der Vergangenheit. Muss mich noch um andere Dinge kümmern.

      Vorerst ist deshalb nur ein Posting pro Woche das Ziel. Aber weiter geht es auf jeden Fall.

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  1. Seit wann wollen Feministen Kinder haben?
    Feministen sind doch normalerweise Leute, für die es das Wichtigste im Leben ist, dass so viele Abtreibungen wie nur möglich durchgeführt werden.
    Und jetzt auf einmal wollen die Kinder haben?

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  2. Warum sollen Feministinnen keine Kinder haben wollen? Der Druck ist sogar hoch, weil er keine Kopfsache ist, sondern tief in den uralten Schichten des Gehirns sitzt, die den Erhalt der Art sichern sollen. Solange man viel beschäftigt ist und glaubt, noch alles offenzuhaben, so lange ist das kein Problem. Aber wehe, das ändert sich, dann wirds richtig bitter…,

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  3. Was diese ‚Bleu de Gançe‘ da empfiehlt ist ganz klar bewusster Betrug und Missbrauch. Und zwar am ungewollt werdenden Vater und einem Kind, dem der leibliche Papa vorenthalten wird. Im Grunde ist es eine Sonderform der Zwangsvaterschaft über die Elmar Diederichs und ich schon diverse Artikel geschrieben haben.

    Wen es interessiert (und falls erlaubt): https://emannzer.wordpress.com/category/zwangsvaterschaft/
    oder einfach nach dem Begriff googlen, da findet man mittlerweile sehr viel.

    Ich bekomme jedenfalls Zustände, wenn ich sehe, was diese Vulgär-Feministin immer noch verzapfen darf und das, mal wieder die „Süddeutsche“ Prantl-Prawda ihr auch noch ein Podium bietet. Die „Zeit“ oder „Frankfurter Rundschau“ hätte mich allerdings auch nicht gewundert.

    Vielen Dank, dass du den Artikel hier so schön und analytisch seziert hast, Neukonservativ

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    • Und weil es gerade so schön zum Thema passt:

      „Frau fälscht Unterschrift, um sich künstlich befruchten zu lassen – Ex-Mann muss Unterhalt zahlen

      Ein Ehepaar läßt Eizellen der Frau mit den Spermien des Mannes in einem Labor befruchten und einfrieren. Wenig später kommt es zur Trennung des Paares. Wiederum später läßt sich die Frau in mehreren Versuchen befruchtete Eizellen einpflanzen. Damit das Labor dies tut, ist die Unterschrift des Mannes notwendig – die sie kurzerhand fälscht. Sie wird schwanger und bekommt einen Sohn. Der unfreiwillige Vater klagt dagegen, dass er für das Kind Unterhalt zahlen muß.“

      https://geschlechterallerlei.wordpress.com/2018/05/02/frau-faelscht-unterschrift-um-sich-kuenstlich-befruchten-zu-lassen-ex-mann-muss-unterhalt-zahlen/

      Auf „Welt“ schrieb ein Kommentator dazu:

      „… Für Frauen gibts eine Babyklappe und für Männer Unterhaltspflicht. Deutlicher kann die asymmetrische Rechtsprechung gegenüber Männern und Frauen nicht ausgedrückt werden …“

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  4. Ich habe da schon eine Ahnung, warum man bei der SZ nicht mehr kommentieren darf…

    Behagliches Leben in der Filterblase, völlig unreflektiert.

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    • Die SZ und andere haben sich halt noch nicht daran gewöhnt, dass die Zeiten, wo eine Zeitung ihre Meinung unidirektional nach draußen transportieren konnte vorbei sind.

      Dabei sollten sie diese Veränderung besser als Chance begreifen und sich überlegen, wie man den Leser in Zukunft noch besser einbinden kann.

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  5. Der Rat den Roche hier gibt ist vollkommen absurd und hoffentlich auch als absurde Überhöhung gemeint. Ich, als Frau, kenne das Problem: Spätes Kinderkriegen.
    Ich habe erst mit 28 mit meinem Studium angefangen. Natürlich möchte ich mich selbst verwirklichen und etwas erleben. Ist doch klar. Das sind keine so abseitigen Wünsche. Aber gleichzeitig wird es auch schwerer schwanger zu werden. Das ist, glaube ich, schon ein Problem heutzutage. Ein Kind will versorgt se3in. Und das kostet Geld. Und obwohl ich einen guten Partner dafür habe, möchte ich natürlich auch ein Kind versorgen können. Ist das so unverständlich. Ich finde gar nicht das es sich dabei um eine reine Männer/Vater-Aufgabe handelt.

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