Wenn Linke den muslimischen Antisemitismus kritisieren

Wahnsinn! Was für ein Netzfund. Das haut mich jetzt echt vom Hocker.

Der linke Tagesspiegel kritisiert doch tatsächlich den Al Qudas-Marsch, auf dem Moslems in Berlin jedes Jahr die Rückeroberung Jerusalems fordern: Al-Quds-Marsch wegbassen!

Ja der Marsch wird nicht nur kritisiert, es wird sogar zum Gegenprotest aufgerufen.

Weil der sich aber nicht so leicht mobilisieren lässt wie gegen eine Partei, die Jerusalem als die legitime Hauptstadt Israels betrachtet, gibt es gleich noch eine Liste von Argumenten, so dass der geneigte linke Leser gegen muslimische Judenhasser demonstrieren kann, ohne sich gleich wie ein „Nazi“ zu fühlen.

Und diese Liste hat es echt in sich:

1. Wer den Marsch ablehnt, ergreift damit auch Partei für Millionen gläubiger Muslime, zum Beispiel die demokratische Opposition im Iran. Der Quds-Tag wurde auf Befehl von Ayatollah Chomeini eingeführt, ist seitdem Prestigeprojekt des Teheraner Regimes.

Man kann sich nicht einfach mal so hinstellen und sagen: „Hey, ich bin Pro-Israel. Und überhaupt, wenn ihr Israel auslöschen wollt, dann verp***t euch aus Berlin. Solche wie euch hatten wir schonmal, brauchen wir nicht wieder“. Nein, das geht natürlich nicht. Man kann weder einfach mal für sich selbst demonstrieren, noch kann man einfach so für Israel demonstrieren, einfach nur weil man es gut findet.

Man muss erst einmal millionen gläubiger Muslime als Feigenblatt vorschieben und sich einreden, auch in deren Namen zu demonstrieren, obwohl man gar nicht weiß, wie sie über den Nahostkonflikt denken.

2. Allah ist ein barmherziger und friedliebender Gott. Der Koran verbietet Hetze gegen Juden. Was beim Quds-Marsch hundertfach geschieht, ist ein Missbrauch des Islams.

Hm, da hab ich wohl noch eine veraltete Version des Koran. Vielleicht mal wieder Zeit für ein Update.

Aber klar, demonstrieren für Allah. Unterwerfung war noch nie schöner. Warum die Linken damals nur so gegen den Katholozismus waren? Vielleicht war er ihnen einfach zu soft?

3. Viele muslimische Gruppen in Berlin lehnen den Marsch ab, trauen sich aber nicht, öffentlich zu Gegenprotesten aufzurufen – aus Angst vor radikalen Glaubensgenossen.

Oh, ja. Setzt euch ein für die edlen Muslime, die selbst den Arsch nicht hoch bekommen.

4. Das Lager der Gegendemonstranten ist bunt. Auch die Kurdische Gemeinde Deutschlands und der Zentralrat der Jesiden rufen dazu auf.

Keine Angst, liebe Möchtegerndemonstranten. Ihr werdet auf der Gegendemo nicht von ekelhaft unbunten deutschen Männern und Frauen belästigt werden. Dafür gibt es dort viel zu viele bunte und edle Kurden und Jesiden.

So ist für gute Laune gesorgt und ihr müsst euch auch nicht als „Nazis“ fühlen, weil ihr mit anderen Deutschen in ethnisch unbunter Konstellation durch die Stadt lauft.

5. Auf dem Marsch laufen genug Biodeutsche mit, gegen die man antrillern kann. Verschwörungstheoretiker, religiöse Fanatiker, Rechtsextreme.

Oh und euer Feind Nummer eins ist auch vor Ort und läuft auf der Antisemitischen Demo mit. Der böse ethnische Deutsche, auch bekannt als der „Biodeutsche“. Gegen die kann man natürlich immer ganz gefahrlos „antrillern“, denn es sind ja nur Deutsche und bei denen läuft man nicht Gefahr nur wegen so ein bisschen „Antrillern“ gleich als „Nazi“ zu gelten.

Bei all der postulierten Güte des Islams fehlt natürlich nur noch die Frage, warum da überhaupt Moslems mitlaufen und nicht nur die „Biodeutschen“ Antisemiten? Aber vermutlich haben diese den edlen Moslems auch nur Unwahrheiten über ihre Religion erzählt und sie so zu dieser Demo angestachelt, bei der der Islam ja nur missbraucht wird.

Vielleicht sollten wir einfach mal ein paar unserer Linken Superhirne in den Nahen Osten entsenden. Würden diese den Moslems erklären, wie gütig und unantisemitisch ihre Religion ist, der Nahostkonflikt wäre morgen vielleicht schon gelöst.

6. Warum fordern wir Mehrheitsdeutschen von Muslimen ständig, gegen Islamisten aufzustehen, wenn wir es selbst nicht tun? Durch Wegschauen lassen wir alle toleranten, weltoffenen, freiheitsliebenden Muslime im Stich.

Die armen Moslems werden ständig von Leuten belästigt, die meinen, dass sie gegen Auswüchse ihrer Religion vorgehen sollen. Warum sich also für Israel und die ollen Juden einsetzen, wenn wir uns auch für unsere geliebten toleranten, weltoffenen und freiheitsliebenden Moslems einsetzen können, von denen sicher irgendwann in ein paar Jahrzehnten mal ein paar gesichtet werden?

Bei so viel Anbiederung an den Islam, die aus Angst vor dem eigenen Nazikomplex natürlich alternativlos ist, könnte man glatt vergessen, dass es eigentlich um Moslems geht, die Jerusalem zurückerobern und alle Juden ins Meer treiben wollen.

2 Gedanken zu “Wenn Linke den muslimischen Antisemitismus kritisieren

  1. Jetzt hab ich mich schon auf MMA-Szenen in Berlin gefreut. Wieder nix. Das war ja wie ein Formel1-Rennen ohne crash 😦
    Lag es daran, dass die Linken sich nicht trauen gegen die Musels Steine zu werfen oder daran, dass die Linken auf beiden Seiten mitmarschiert sind?

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