Raus aus der Antifa!

Mein Fundstück der Woche ist die Website antifa-ausstieg.de.

Diese Seite wendet sich an Menschen, die sich aus Idealismus der Antifa angeschlossen haben aber selbst merken, dass das mit der freiheitlich demokratischen Grundordnung nicht allzu viel zu tun hat und die deshalb aussteigen möchten.

antifa-ausstieg-jetzt

Auf der Seite heißt es:

Der sogenannte „Kampf gegen den Faschismus“ lockt viele Jugendliche an, die von einer besseren, gerechteren Welt träumen. Bei der Antifa mitzumachen scheint zunächst nicht verwerflich, sogar gesellschaftlich anerkannt. Doch erfahrungsgemäß führt die weitere Entwicklung meist in die Kriminalität. Von Hausbesetzungen über Straßenschlachten mit der Polizei bis hin zu Brandstiftung und versuchtem Totschlag reichen die Delikte im Umfeld der Antifa. Eine linksradikale Ideologie führt zur Verachtung anderer Meinungen bis hin zu offenem Hass gegen weite Teile der Gesellschaft und den Staat.

AUS VERMEINTLICHEN HELDEN WERDEN STRAFTÄTER

Rund 10.000 linksextreme Straftaten jährlich bei steigender Tendenz zeigen deutlich die Problematik. Nicht nur gesellschaftlich – auch für den Einzelnen. Wer die halbe Welt als Feind betrachtet, kann im richtigen Leben schwer Fuß fassen. Wenn du betroffen bist: Übernimm Verantwortung in der Gesellschaft. Akzeptiere andere Meinungen und man wird dir zuhören. Hör auf, dir falsche Vorbilder zu suchen und fange selbst an zu denken. Nimm dein Leben in die Hand und nicht den nächsten Pflasterstein.

Dem kann ich mich nur vorbehaltlos anschließen.

Unter dem Motto WIR HÖREN ZU, WIR HELFEN DIR! wird ausstiegswilligen Mitgliedern der Antifa dann auch persönliche Hilfe angeboten.

Allerdings wird die Website, wie man dem Impressum entnehmen kann, von der AfD Bayern betrieben. Von daher darf man durchaus bezweifeln, ob das wirklich ein ernsthaftes Angebot oder nur ein gekonnter Trollversuch ist. Ich selbst bin mir da ehrlich gesagt etwas unschlüssig.

Auf der anderen Seite gefällt mir die Idee ungemein. In einem Land, in dem nur der Extremismus der einen Seite vom Staat bekämpft wird, während der Extremismus der anderen Seite toleriert und teils sogar hofiert oder gar finanziert wird, sollte es viel mehr solche Angebote geben.

Das zeigen nicht zuletzt Angriffe der Antifa auf Polizisten und Andersdenkende immer wieder und gerade die Ausschreitungen beim G20 Gipfel in Hamburg im letzten Jahr sollten uns Warnung sein vor dem was passieren kann, wenn eine Gesellschaft auf dem linken Auge blind ist.

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Kulturkampf auf der Frankfurter Buchmesse

Momentan schaue ich ja mit großer Verwunderung nach Frankfurt.

Es ist Buchmesse in Frankfurt und der Antaios-Verlag, Manuscriptum und die Junge Freiheit haben als eher unlinke Verlage dort ihre Stände. Das empört natürlich nicht nur die Antifa, auch der Börsenverein des Deutschen Buchhandels als Ausrichter der Messe ist wenig erfreut.

Auf seiner Website nimmt er dann auch Stellung zu diesen bösen Verlagen, die er aus Gründen der Meinungsfreiheit zwar auf die Messe lässt, die er aber nicht genauso behandelt wissen möchte, wie alle anderen Verlage:

Auf der Frankfurter Buchmesse präsentieren sich in diesem Jahr auch einige rechte bis rechtsextreme Verlage. Im Sinne der Meinungsfreiheit, die für uns nicht relativierbar ist, lassen wir diese Auftritte zu, rufen aber zur aktiven Auseinandersetzung damit auf.

Was mit einer „aktiven Auseinandersetzung“ genau gemeint ist kann man natürlich nur erahnen. In Zukunft sollte man vielleicht besser zu einer sachlichen und friedlichen Auseinandersetzung aufrufen.

Manche Leute haben diesen etwas unscharfen Begriff nämlich leider völlig überraschend als einen Aufruf zur Gewalt missverstanden.

Der Börsenverein des Deutschen Buchhandels sollte seine Worte in Zukunft besser etwas vorsichtiger wählen. Als jemand, der sprachlich nicht völlig unbegabt und im Verlagswesen tätig ist, müsste man dazu eigentlich in der Lage sein.

Interessanterweise hat der Börsenverein eine solche Zuspitzung schon von Anfang an forciert. So wurde dem Antaios-Verlag beispielsweise ein Standort gegenüber der berüchtigten Amadeu Antonio Stiftung zugewiesen. Wenig verwunderlich haben einige Linke die Gelegenheit dann zum lautstarken Protest genutzt und es dabei auch ein wenig übertrieben, so dass z.B. Martin Sellners Auftritt beim Antaios-Verlag aufgrund des Tumults komplett abgesagt werden musste.

Am besten finde ich immer, wie die Linken geistig einfach nicht durchdringen, was sie da gerade tun. Jahrelang hatten sie die völlige gesellschaftliche Dominanz und alles war irgendwie links. Jetzt kommen da so ein paar Leute und die haben andere Ideen im Gepäck. Der durchschnittliche Linke ist geschockt, dass es Menschen gibt, die eine andere Meinung haben als er selbst. Er sieht sofort das vierte Reich aufziehen und fühlt sich berufen heldenhaft Widerstand zu leisten.

Was diese Knalltüten nicht realisieren: Hätte man diese pöhsen rechten Verlage einfach in die hinterste Ecke der Buchmesse verfrachtet und in Ruhe gelassen, dann wäre am wenigsten passiert. Ein paar Fans hätten die Stände besucht und ein paar Leute hätten zum ersten Mal davon gehört und vielleicht Interesse entwickelt. Ein paar Linke wären dran vorbei gelaufen und hätten sich geärgert, dass diese bösen Menschen auf dieser so ehrwürdigen Messe zugegen sind. Und das wäre es gewesen.

Stattdessen haben diese Gehirnakrobaten ihre Zeit und ihr Geld investiert, um ihren Gegnern eine ungeahnte Publicity zu verschaffen. Die von ihnen verursachten Tumulte haben diese Verlage überhaupt erst ins Scheinwerferlicht gerückt.

Jeder, der ein klein wenig von Marketing versteht weiß: Sowas kannst du für Geld nicht kaufen!

Auf sowas darfst du nichtmal hoffen, weil in aller Regel passiert es nicht. Wenn doch, gibt es ordentlich was zu feiern. Einen größeren Gefallen hätten die Linken Demonstranten auf der Buchmesse diesen Verlagen also gar nicht tun können.

Ich selbst hätte ohne sie vermutlich nicht erfahren, dass Antaios ein neues Buch mit dem sehr interessanten Titel Mit Linken Leben herausbringt. Wenn das Buch hält, was die Beschreibung vom Verlag verspricht, dann habe ich ebenfalls schon sehr lange auf dieses Buch gewartet.

Den Linken will ich nur noch sagen: Ihr wart großartig! Bleibt wie ihr seid und protestiert fleißig weiter! Wir lieben euch!

Charlottesville und der Shitstorm danach

Wow, was für ein Medienshitstorm. Seit Tagen hört und liest man fast nichts anderes als die Geschichte von den bösen Nazis in Charlottesville und ihrem bösen Kumpel Trump, der sich nicht genug von ihnen distanziert.

In Charlottesville im US-Bundesstaat Virginia kam es am Samstag zu einer Demonstration diverser rechter Gruppen gegen die geplante Entfernung einer Statue des Bürgerkriegshelden Robert E. Lee. Die Demonstration stand unter dem Motto „Unite the Right“. Während der angemeldeten Demonstration kam es zu gewalttätigen Auseinandersetzungen zwischen Demonstranten und linken Gegendemonstranten.

Als die Lage bereits eskaliert war, raste ein offenbar sehr radikalisierter Teilnehmer von „Unite the Right“ mit einem Auto in die Gegendemonstration und tötete dabei eine Gegendemonstrantin.

Man kann alles diskutieren, aber Gewalt darf niemals ein Mittel der politischen Auseinandersetzung sein.

Vor diesem Hintergrund war ich auch mehr als angetan von Trumps erster Reaktion. Trump tat etwas, das für mich sehr unerwartet kam, weil man das von anderen Politikern überhaupt nicht kennt. Er tat das einzig Richtige und er sagte die Wahrheit. Trump verurteilte die Gewalt von vielen Seiten („from many sides“). Wow! Kein Herummoralisieren und kein Eiertanz. Trump verurteilt die Gewalt grundsätzlich, egal von wem sie ausgegangen ist (und selbst jetzt ist ja noch unklar, wer welchen Anteil an den Ausschreitungen hatte).

Trumps erste Reaktion:

Keine politische Gewalt! So einfach kann es sein. Du kannst diskutieren, du kannst demonstrieren und wenn es unbedingt sein muss, kannst du auch rumbrüllen. Aber in dem Moment, wo du jemandem einen Knüppel über den Kopf ziehst, ist der Spaß vorbei! Und es ist völlig egal, was deine politische Meinung und was deine Motivation ist. Gewalt geht gar nicht!

Trumps zweite Reaktion:

Rechts und Links

Nun ist es tatsächlich so, dass bei „Unite the Right“ ein paar sehr unangenehme Zeitgenossen dabei waren. Ich habe mir die von von ihrem US-Provider gekündigte und unter einer russischen Domain wieder erreichbare Website „The Daily Stormer“ angeschaut. Das ist der alte Antisemitismus und Nazimist, den wir zur Genüge kennen. Also wirklich mit Judenverschwörung und Gaskammern usw.

Das ist ganz sicher nicht das, was ich als Alt-Right kenne und schätze. Leider ist es auch sehr schwer zu sagen, wie die Demo wirklich zusammengesetzt war. Angeblich waren wohl auch viele Leute dabei, die einfach nur gegen die Entfernung der Statue protestieren wollten.

Wenn ich mir die Videos so anschaue, dann erinnert mich das Ganze aber an ein Muster, das man aus Europa schon lange kennt: Es gibt eine dem Linken Mainstrem nicht genehme Demonstration. Unter die „normalen“ Teilnehmer der Demo mischen sich auch ein paar Neonazis. Anschließend kommt es zum Aufeinandertreffen mit der Gegendemo. Unter den Gegendemonstranten befinden sich auch ein paar Antifa-Leute. Die Antifa wird gewalttätig und wenn die Polizei der Lage nicht Herr ist eskaliert die Situation. Am Ende steht in der Zeitung, dass es bei einer Demo von Rechtsradikalen zu Gewalt gekommen ist. Praktischerweise wird das Thema der Demo gleich mit in die Naziecke gerückt.

Ganz ähnlich ist der Shitstorm, den die linken US-Medien gerade gegen Trump und die Alt-Right fahren. Trump soll nicht nur die bei der Demo anwesenden Neonazis verdammen (was er indirekt schon in seinem ersten Statement getan hat), er soll vor allem von der Behauptung abrücken, dass von allen Seiten, also auch von der linken Gegendemo, Gewalt ausgegangen ist. Trump stellt die Antifa, die leider auch in den USA existent ist, ins Rampenlicht. Und das scheint einigen Leuten überhaupt nicht zu gefallen.

Die wirklich interessanten Fragen

Dieser immense Shitstorm, den wir gerade erleben, lenkt zudem von den wirklich interessanten Fragen ab:

  1. Wieso hat die Polizei die Kontrolle verloren?
  2. Wieso sind die Linken so erpicht darauf, Statuen von Konföderierten Kriegshelden entfernen zu lassen?

Hätte die Polizei die Kontrolle behalten, wäre überhaupt nichts passiert. Demos sollten immer friedlich sein, aber in der heutigen aufgeheizten Zeit muss man bei solchen Risikodemos vielleicht einfach über eine stärkere Polizeipräsenz nachdenken. Und ich will jetzt nicht in Verschwörungstheorien abgleiten, aber man kann sich auch fragen, ob nicht manche Leute von dieser Eskalation profitieren.

Aber jetzt zur zweiten Frage. Warum wollen die Linken unbedingt alle Statuen konföderierter Kriegshelden entfernen? Seit den Ereignissen dieses Wochenendes entfernen manche von Demokraten geführte US-Städte teils in Nacht-und-Nebel-Aktionen derartige Statuen aus ihrem Stadtbild. Und es gibt sogar Linke Mobs, die eigenmächtig und illegal konföderierte Statuen zerstören. Hier z.B. in North Carolina:

Da kann mir keiner sagen, dass das noch normal ist. Was hier vor sich geht ist nichts anderes als ein Kulturkampf. Hier soll Geschichte umgeschrieben werden, hier sollen die Identität und die Kultur von Menschen gewaltsam verändert werden.

Abschluss

Wer mehr über die Situation in den USA erfahren möchte, dem kann ich dieses Interview mit Newt Gingrich empfehlen:

Und zum Abschluss noch mein Statement zur US-Antifa:

No one is born hating his own forefathers