Die Farce mit dem Tag der Deutschen Einheit

Hattet ihr auch schon einmal das Gefühl, dass mit diesem Nationalfeiertag etwas nicht stimmt?

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1989 gab es noch Grund zur Freude

Mir wurde das so richtig bewusst am 3. Oktober 2010. Noch gut kann ich mich daran erinnern, wie ich im Radio von der Rede des damaligen Bundespräsidenten Christian Wulff hörte. Von dieser Rede ist nur ein einziger Satz relevant, aber der hat es in sich:

Der Islam gehört zu Deutschland.

Und das ausgerechnet am Nationalfeiertag! Ich war geschockt und wütend, als ich das gehört hatte. Zum ersten Mal habe ich so richtig angefangen mir um diesen Tag der Einheit meine Gedanken zu machen. Da wurde mir klar, wie wenig sich die Politik bisher wirklich um die Einheit gekümmert hat.

Deutschland war 40 Jahre lang geteilt und beide Teile Deutschlands waren 28 Jahre lang von der Mauer voneinander abgeriegelt. Gleichzeitig wurde den Deutschen im  Osten der Kommunismus aufgezwungen. Familien wurden zerrissen und eine Zeit lang gab es zwei deutsche Staaten mit völlig gegensätzlicher politischer Ausrichtung. Selbst ein Bruderkrieg war zur Zeit des Kalten Krieges für lange Zeit eine reale Möglichkeit.

Dies hat tiefe Spuren in der Seele unserer Nation hinterlassen.

Hätte man sich da nach der Wiedervereinigung nicht irgendwas einfallen lassen müssen, um wieder ein echtes Gefühl von Gemeinschaft zwischen Ossis und Wessis zu schaffen? Und hätte man sich nicht viel eingehender mit der Frage beschäftigen müssen, in wie weit diese Annäherung schon geglückt ist? Abgesehen von gelegentlichen und oberflächlichen Umfragen zum Thema ist da nie viel passiert.

Die Deutsche Wiedervereinigung ist man ähnlich angegangen wie die Vereinigung Europas. Man schafft eine gemeinsame Währung und glaubt, dass das Ganze schon irgendwie zusammenwachsen wird. Und die Gleichen, die sich seit dem Brexit-Votum über den Zerfall der EU wundern, wundern sich seit dem 24. September nun über das starke Abschneiden der AfD in den neuen Bundesländern.

Und dann 2010 diese furchtbare Rede. Ausgerechnet am Tag der Deutschen Einheit will dieser Hinterzimmerpräsident uns diese furchtbare und mittelalterliche Religion aufzwingen. Der Islam aber gehört weder zu Deutschland noch zu Europa.

Als ich diesen Stuss aus Christian Wulffs Mund hörte, da war mir klar, es geht der Elite dieses Landes überhaupt nicht mehr darum, die Einheit der Deutschen in irgendeiner Weise zu fördern. Es ist schlichtweg kein Interesse vorhanden.

Es interessiert niemanden dort oben, ob dieses Land die Wunden von 40 Jahren der Teilung verschmerzt hat und ob wir wirklich wieder ein Volk sind. Die Elite interessiert sich auch nicht für den dieser Tage so viel gescholtenen ostdeutschen Mann, es sei denn, er wählt die falsche Partei.

Aber auch dann interessiert sie nur, wie sie ihn wieder zur Wahl einer „richtigen“ Partei motivieren kann. Scheitert er im Leben, so wird er als Verlierer dargestellt, der für sein Scheitern allein verantwortlich ist. Der Gedanke, dass mit unserer Gesellschaft vielleicht etwas nicht stimmen könnte, wenn sie die Ihrigen in großer Zahl zurück lässt, würde diesen Leuten niemals kommen.

Die Elite interessiert sich auch nicht für die vielen sterbenden Dörfer im Osten. Und wie Dansich sehr treffend analysiert hat, interessiert sich die Elite nicht einmal für die Demokratie, für die sie immer behauptet so heldenhaft einzustehen. Überhaupt ist ein Interesse der Elite am Wohlergehen unseres Landes und seiner Bürger nicht feststellbar.

Die Elite interessiert sich lediglich für ihren Machterhalt und aus Gründen, die sich mir bis heute nicht wirklich erschließen, verfolgt sie unablässig das Ziel, Deutschland in einen Vielvölkerstaat zu verwandeln.

Fast scheint es, als wäre es hierzu manchmal auch ganz zweckdienlich Ossis und Wessis gegeneinander auszuspielen. Auf der einen Seite der „dumme“ und „rückständige“ Ossi, auf der anderen Seite der „moderne“ und „moralisch erhabene“ Wessi, der dem Ossi durch seine jahrelang trainierte Fähigkeit zur völligen Selbstaufgabe den Weg in die Zukunft weißt.

Am Tag der Deutschen Einheit feiert sich eine Nation, zu der man sich so wirklich eigentlich gar nicht bekennen darf und die von ihrer Elite und einem großen Teil der Linken überhaupt nicht gewollt ist. Entsprechend geht es wenig festlich zu und vom Geist von 1989 ist nichts zu spüren.

Die meisten Bürger feiern statt der Einheit einen zusätzlichen freien Tag, während die Elite den Tag missbraucht um uns in Anlehnung an George Orwells 1984 zu erzählen, dass Deutschland ein Vielvölkerstaat ist und dass es dies schon immer gewesen ist.

Der Tag der Deutschen Einheit ist seiner heutigen Form schizophren und eine einzige Farce.

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Warum viele im Westen den islamischen Terror nicht begreifen können

Seit den schicksalhaften Terroranschlägen in Frankreich im Jahr 2015 befindet sich das vor wenigen Jahren noch so friedliche Europa in einem Zustand der latenten Gefahr. Die politische Elite und ein großer Teil der Europäer können oder wollen nicht begreifen, was da geschieht. Aber woran liegt das eigentlich?

Erschießung eines großen Teils der Redaktion von Charlie Hebdo, Massaker im Bataclan, Selbstmordanschlag auf den Flughafen von Brüssel, LKW-Anschlag von Nizza, LKW-Anschlag auf einen Weihnachtsmarkt in Berlin, diverse „kleinere“ Anschläge mit LKWs und Transportern, Selbstmordanschlag auf ein Popkonzert in Manchester, Van-Anschlag in Spanien, Messerattacken in Finnland und so weiter und so fort. Das waren jetzt nur die „wichtigsten“ islamischen Terroranschläge in Europa seit dem Beginn dieser „Anschlagsserie“ im Januar 2015.

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Opfer des Selbstmordanschlags von Manchester am 22.05.2017 mit 22 Toten

Und immer hören wir die gleichen inhaltslosen Erklärungen, derer wir schon lange überdrüssig sind. Geheucheltes Mitleid für die Opfer, vorgespielte Fassungslosigkeit und der Aufruf, unser Leben nicht zu ändern und den Terror so durch unsere friedfertige und im wahrsten Wortsinne grenzenlose Opferbereitschaft zu besiegen.

Westliche Erklärungsversuche

Wir alle brauchen Erklärungen. Wir alle versuchen die Ereignisse, die wir in unserem Leben und in der Welt sehen einzuordnen und in ein in sich konsistentes Bezugssystem zu bringen.

Und was tun die meisten von uns, wenn sie versuchen diese Anschläge zu erklären? Sie suchen sich eine Erklärung, die in ihr eigenes Bezugssystem passt.

Und so werden die Attentäter laut dem gängigsten Erklärungsmuster als Verlierer bezeichnet. Als Feiglinge. Als Wahnsinnige.

Allen diesen Bezeichnungen ist eine Sache gemein: Sie sind schlicht weg nicht wahr.

Natürlich bedienen wir uns gerne solch einfacher Erklärungen. Indem wir den Feind mit negativen Attributen belegen machen wir uns das Leben so vieleinfacher. Aber wir betrügen uns auch selbst um die Chance, ihn zu verstehen. Und wie will man einen Feind bezwingen, den man nicht versteht?

Sind diese Leute Verlierer im Kontext unserer Gesellschaft? Es sind sicher ein paar darunter. Doch hat die Vergangenheit gezeigt, dass viele Attentäter sehr gebildet sind. Die für das E-Technikstudium eingeschriebenen Terroristen von 9/11 sind hier nur das prominenteste Beispiel.

Ist jemand feige, der sich selbst willentlich in die Luft sprengt? Wohl kaum. Ist er verrückt? Nach unseren Maßstäben definitv! Aber unsere Maßstäbe sind relativ und genau darum geht es in diesem Artikel.

Aber zuerst müssen wir ein wenig weiter ausholen.

Das Urproblem des Menschen

Wir alle wurden unverhofft in diese Welt geworfen. Wir lernen mit den Jahren unseres Lebens mehr und mehr wie sie funktioniert und versuchen zugleich ihr den Grund ihres Seins abzuringen.

Und auch wenn auch so oft alles so relativ erscheint, so gibt es doch einen Bezugspunkt, der für uns alle absolut ist. Das ist der Tod.

Egal ob einer arm oder reich ist. Ob sein Leben eine großartige Erfolgsgeschichte ist oder eine Geschichte des Scheiterns. Der Tod ist die einzige Gewissheit, die wir in dieser Welt haben und er ist zugleich die eine Sache, die so furchteinflößend ist, wie keine Zweite.

Egal welche Werte eine Gesellschaft auch immer vertreten mag. Im Grunde suchen sie alle nach einer Antwort für dieses Problem. In ihrem Kern ist jede Gesellschaft der Versuch der Auseinandersetzung mit unserer Sterblichkeit.

Manche Gesellschaftsmodelle akzeptieren den Tod. Manche leugnen und verdrängen ihn. Und wieder andere empfangen ihn mit offenen Armen.

Doch sie alle ringen mit ihm.

Was wir im Westen Glauben

Wenn wir nun unsere Feinde verstehen wollen, so müssen wir zuerst einmal uns selbst verstehen.

Die Vergangenheit

In den letzten fünfzehnhundert Jahren gab es im Westen drei vorherrschende Ideen zur „Überwindung“ des Todes:

  • Das Christentum
  • Das Weiterleben in den eigenen Nachkommen
  • Unsterblichkeit durch den Erwerb von Ruhm
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Jesus Christus opfert sich am Kreuz

Das Christentum war für lange Zeit die vorherrschende und unangefochtene Religion des Westens. Und so glaubten die Menschen also, dass der Tod durch Jesus Christus für uns am Kreuz überwunden wurde und sie glaubten an das vom Christentum versprochene ewige Leben nach dem Tod.

Freilich würde es nur denen zuteil werden, die sich zumindest zu einem guten Teil an die Gebote der Bibel halten. Diese stellten so etwas wie einen verpflichtenden moralischen Grundkonsens dar, der zwar nicht immer eingehalten wurde, die Gesellschaften des Westens aber zumindest auf einer gemeinsamen Wertegrundlage zusammenhielt und all zu Schädliches und die Gesellschaft zersetzendes Verhalten tabuisierte.

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Weihnachtliches Familienfoto um das Jahr 1900

Zum anderen gab es die in der Kultur verankerte Idee, dass der Tod auch auf biologische Weise – also durch Fortpflanzung – überwunden werden kann. Zwar kann niemand ewig leben, doch zumindst in den eigenen Kindern ist so etwas wie ein Weiterleben möglich.

Hat man eine Familie und gelingt es einem, diese auch zusammen zu halten, so kann man viele Jahre später auf dem Sterbebett auf ein erfolgreiches Leben zurückblicken. Man hat etwas geschaffen, das einen überdauern wird und es gibt Menschen, die einem Nahe stehen und die einen betrauern werden. Außerdem kann man die im Leben geschaffenen materiellen Besitztümer an die eigenen Kinder weitergeben, hoffend, dass diese den Wohlstand der Familie mehren werden und zukünftige Generationen das Andenken an unser Leben und unsere Leistung einmal in Ehren halten werden.

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Christoph Kolumbus segelte mit den Schiffen Santa Maria, Pinta und Santa Clara nach Amerika

Zu guter Letzt bleibt zu erwähnen, dass man auch durch den Erwerb von Ruhm weiterleben kann. Eine der größten und ruhmreichsten Heldentaten der Weltgeschichte ist die Entdeckung Amerikas durch Christoph Kolumbus und die Männer seiner Expedition. Kolumbus war überzeugt, dass die Erde eine Kugel ist. Auch wenn es sehr gute Anhaltspunkte dafür gab, so ist es doch ein Unterschied, ob man an etwas glaubt, oder ob man sein Leben darauf verwettet.

Genau das aber taten Kolumbus und seine Männer – und sie obsiegten. Auch wenn sie heute natürlich alle Tot sind, so wurden sie durch ihre Taten – anders als die meisten ihrer Zeitgenossen – zu einem Teil der Weltgeschichte.

Mit ihrer Entdeckung bewiesen sie, dass sie die Erde eine Kugel ist und sie läuteten zugleich eine neue Ära der Seefahrt ein. Ihr eigentliches Ziel war es, einen neuen und schnelleren Seeweg nach Indien zu finden. Tatsächlich aber fanden sie einen neuen Kontinent und legten so den Grundstein für ein Land, welches lange Zeit nach ihrem Ableben zur Führungsmacht der westliche Welt aufsteigen sollte.

Die Gegenwart

Das alles hat sich heute grundlegend geändert. Das Christentum ist förmlich kollabiert und die Kirchen begreifen sich mehrheitlich eher als spirituellen Arm des Zeitgeists (siehe z.B. Evangelischer Kirchentag), denn als Verkünder der Bibel  oder – Gott bewahre – gar einer absoluten Wahrheit.

Ganz ähnlich wie den Kirchen erging es auch der Familie. Grundlage jeder Gemeinschaft ist die Bereitschaft, seine eigenen Interessen im Zweifel den Interessen der Gemeinschaft unterzuordnen. Dies gilt natürlich ganz besonders für eine so enge Gemeinschaft wie die Familie.

Der von den 68ern propagierte radikale Individualismus stellt das Individuum über alles andere. Die Moral des Christentums wurde abgelöst durch eine Moral des „Anything goes“. Der oberste moralische Grundsatz ist, dass alles erlaubt ist, was niemand anderem schadet. Dabei werden, nicht ohne Grund, die Dinge übersehen, die niemandem individuell schaden, sondern der Gemeinschaft als ganzem. Statt die zu ehren, die sich selbst zurückhalten und ihre Triebe und Impulse einem höhren Ziel unterordnen feiern wir heute diejenigen, die sich hemmungslos ausleben und dabei ein Trümmerfeld in ihrem Leben und in unserer Gesellschaft hinterlassen.

Mit solchen moralischen Grundsätzen ist es kein Wunder, dass funktionierende Familien im Westen die Ausnahme sind und die dysfunktionale Familie und der Singlehaushalt mehr und mehr zum Normalfall werden.

Statt Ruhm suchen wir nach Ablenkung von unserem Leben. Und manche machen sich auch zum willigen Zahnrad im Getriebe einer Wirtschaftsmaschinere, die uns Ausspuckt, sobald wir nicht mehr funktionieren. Und das nur weil uns jemand einmal gesagt hat, dort könnten wir uns selbst verwirklichen.

Doch wie verhält es sich jetzt mit dem Tod? Für 1500 Jahre erinnerten Bilder und Kreuze die Menschen im Westen nicht nur an die Hinrichtung des Gründers ihrer Religion, sondern auch an die eigene Sterblichkeit. Diese ständige Erinnerung des Todes hat sich ins Gegenteil gekehrt.

Anstatt uns die eigene Vergänglichkeit vor Augen zu halten und sich mit ihr auseinander zu setzen fliehen wir vor ihr wo immer wir können. Unsere ganze Kultur ist darauf ausgerichtet, uns von der unbequemen Realität des eigenen Todes abzulenken.

Die Armut und andere Unbequemlichkeiten des Daseins konnten wir im Westen weitgehend abstreifen und wir haben uns eingerichtet in einem weitgehend sorgenfreine Leben. Mit dem Tod kann uns das naturgemäß nicht gelingen und er ist das letzte Hindernis zwischen uns und unserer Illusion einer perfekten Welt.

Doch wir haben eine andere Antwort auf ihn gefunden. Wir berauschen uns an teuren Urlaubsreisen, Computerspielen, Parties, Sex und allem, was das Leben sonst noch zu bieten hat. Wir pflegen einen Jugendkult, der jedem der es will ermöglicht, das eigene Altern auszublenden und so zu tun, als wäre die Biologie nur ein Mythos. Warum erwachsen werden, wenn man sich auch mit fortschreitendem Alter noch von anderen einreden lassen kann, wie jung man doch ist und dass man den größten Teil des Lebens noch vor sich hat? Warum sich der Realität stellen, wenn die Täuschung so viel reizvoller ist?

Doch nun trifft unsere behagliche kleine Welt auf einen radikalen Gegenentwurf.

Was die Islamisten Glauben

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Ein Islamist hat einen völlig gegensätzlichen Begriff vom Tod. Für ihn ist der Tod nichts wovor er wegläuft (oder zumindest nichst wovor er weglaufen will). Zwar fürchtet auch er sich mit Sicherheit vor dem Tod, doch für ihn ist der Tod die Erlösung von einem Leben, das nur ein Übergang ist zu seinem eigentlichen Leben im Paradies, welches er innigst herbeisehnt. Er ist nur auf dieser Welt um sich vor seinem Gott für sein wahres Leben als würdig zu erweisen. Die Angst vor dem Tod ist für ihn ein Zeichen mangelnden Glaubens und sie ist etwas das es zu überwinden gilt. Und je schneller er sie überwindet, desto besser.

Der Islamist glaubt, dass Gott zu den Juden und den Christen gesprochen und ihnen übermittelt hat, was er von ihnen erwartet. Er glaubt auch, dass Juden und Christen diese Nachricht verfälscht haben und dass die Bibel das Ergebnis dieser Verfälschung ist. Darum hat Gott seinem Glauben nach seinen Propheten Mohammed gesandt, der mit dem Koran die wahre und unabänderliche Botschaft Gottes auf der Erde verkündet hat. Wer seine Gebote befolgt, der kommt ins Paradies und wird ewig und mit allen weltlichen Freuden leben, wer sie nicht befolgt, kommt in die Hölle, wo er für alle Ewigkeit geqäult werden wird.

Deshalb glaubt er, dass jeder Mensch an seinen Gott und an den Koran glauben sollte und er verachtet alle, die es nicht tun oder die dem Koran nicht in seinem Sinne folge leisten.

Fazit

Wir sehen also, es ist nicht verwunderlich, dass viele von uns den islamischen Terror nicht verstehen können.

Der Westen versucht hier in diesem Leben ein Paradies zu schaffen. Er glaubt, wenn er den Tod nur lange genug aus seinem Bewusstsein verdrängt, wird sich das Problem schon irgendwie von selbst erledigen. Zudem ist er völlig davon überzeugt, dass dies die beste mögliche Lebensweise ist und dass jeder Mensch so leben will. Wer es nicht will, der weiß es nur noch nicht. Eine folgenschwere Fehlannahme.

Der Islamist nämlich braucht dieses irdische Paradies nicht und er verachtet es. Er glaubt dieses Leben ist nur eine Durchgangsstation an dessen Ende die Kämpfer des wahren Islam in das echte und ewige Paradies kommen. Er läuft vor dem Tod nicht davon, er läuft ihm entgegen.

US-Präsident Trump in Warschau: Die fundamentale Frage unserer Zeit ist, ob der Westen den Willen hat zu überleben

Bevor US-Präsident Trump (es fühlt sich auch nach einem halben Jahr noch so verdammt gut an das zu schreiben) zum heute beginnenden G20-Gipfel nach Deutschland kam, besuchte er Polen. Dort hielt er eine überragende Rede, die sich keiner entgehen lassen sollte:

Man beachte zuerst den Kontrast zwischen Polen und Deutschland. Hier ein normales Land, dessen Bürger sich über den Besuch und des Präsidenten des mächtigsten Landes der Welt freuen und ihn mit polnischen und amerikanischen Fähnchen begrüßen und gespannt darauf sind, was er über ihr Land und das Verhältnis beider Länder zueinander zu sagen hat.

Auf der anderen Seite ein Land, das seinen Verstand verloren hat. Wohlstandsverwahrloste Idioten ergötzen sich an einer weltfremden und selbstzerstörerischen Moral, spielen Krieg in den Straßen Hamburgs und glauben allen ernstes sie wären im Recht und würden für eine edle und richtige Sache kämpfen.

Die Polen freuen sich derweil über die Unterstützung der USA, die zwischen den Zeilen auch eine Zusage zum Beistand gegen russische Machtinteressen ist. Von anderswo können sie eine solche Unterstützung auch gar nicht erwarten: Deutsche würden östliche Nato-Partner bei Angriff alleinlassen

Aber schauen wir uns die Rede selbst an.

Für alle, die keine Zeit haben sich die Rede komplett anzuschauen hier das Wichtigste zusammengefasst:

  • „Amerika liebt Polen“
  • „Wir sehen im Volk der Polen die Seele Europas“
  • Er lobt den Geist und die Stärke der Polen, deren Nation für zwei Jahrhunderte unterworfen, gedemütigt und für mehr als 120 Jahre sogar ganz von der Landkarte ausradiert worden ist (siehe Teilung Polens). Dennoch haben die Polen nie ihren Stolz verloren. „Entgegen jedem Versuch euch zu transformieren, euch zu unterdrücken oder euch zu zerstören habt ihr alles Unheil ertragen und überwunden…“
  • Amerika ist immer für das Recht und der Polen auf Freiheit und Unabhängigkeit eingetreten und das wird es auch in Zukunft immer tun
  • Amerika und Polen verbindet ein enges Band das geschmiedet ist aus einer einzigartige Geschichte und aus dem Charakter beider Völker
  • „Die Geschichte Polens ist die Geschichte eines Volkes, das niemals die Hoffnung verloren hat. Das niemals gebrochen wurde. Und das niemals vergessen hat, wer es ist.“
  • Das polnische Publikum ruft: „USA! USA! USA! …“ (was sie während der Rede noch mehrmals wiederholen)
  • Unter der doppelte Besatzung durch Nazi-Deutschland und die Sowjetunion erfuhren die Polen unbeschreibliches Leid (siehe Hitler-Stalin-Pakt).
  • Das Massaker von Katyn, der Holocaust, das Warschauer Ghetto, der Aufstand im Warschauer Ghetto waren nur einige der Gräuel, die die Polen durchleiden mussten. Nahezu einer von fünf Polen hat den Krieg nicht überlebt.
  • Die einstmals große jüdische Bevölkerung wurde fast vollständig ausgelöscht.
  • Als die mit Polen verbündete Rote Armee 1944 anrückte erhob sich die polnische Heimatarmee in Warschau gegen die deutschen Besatzer. Der Aufstand wurde blutig niedergeschlagen, während die Rote Armee (vermutlich absichtlich) nicht eingriff (Warschauer Aufstand)
  • Die deutschen Besatzer versuchten diese Nation für immer zu zerstören, aber es gibt eine Tapferkeit und eine Stärke tief in der polnischen Seele, die niemand zerstören konnte.
  • Trump zitiert den polnischen Bischoff und Märtyrer Michał Kozal: „Viel furchteinflößender als ein militärischer Zusammenbruch ist ein Zusammenbruch des menschlichen Willens“
  • Auch in vier Jahrzehnten kommunistischer Herrschaft durchlitten die Polen einen brutalen Angriff auf ihre Freiheit, ihre Religion, ihre Gesetze, ihre Geschichte und auf ihre Identität und ihre Kultur. Und doch haben sie nie diesen Willen verloren. Polen konnte nicht gebrochen werden (siehe Solidarność).
  • Trump lobt die Polen für ihre tiefe Religiosität, ihre Sehnsucht nach Gott und ihren Widerstand gegen den Kommunismus: „Poland prevailed, Poland will always prevail.“
  • Er bezeichnet Polen als eines der engagiertesten Mitglieder der NATO und schlägt den Bogen zu der heutigen Bedrohung des Westens durch den radikalen Islam.
  • Trump betont, dass der Westen für Einwanderung offen ist, stellt aber auch fest dass unsere Grenzen für Exteremismus und Terrorismus jeder Art geschlossen sein müssen.
  • Der Westen wird herausgefordert von Ländern die mithilfe von Propaganda, Finanzverbrechen und Cyberangriffen unseren Willen testen.
  • Er fordert Russland auf, sein desktruktives Verhalten einzustellen und mit uns zusammen zu arbeiten.
  • Amerikaner, Polen und die anderen Nationen Europas schätzen Werte wie Freiheit und Souveränität. Heute versuchen Feinde von innen und außen die Bande unserer Kultur, unseres Glaubens und unserer Traditionen mit der Zeit zu erodieren, aber dies wird ihnen niemals gelingen, da wir wissen wer sind und da wir dies niemals vergessen werden.
  • Donald Trump beschwört die Grundwerte des Westens: Unser Kreativität, unsere Fähigkeit, Neues zu erschaffen, unsere Verehrung für unsere antiken Helden, unsere zeitlosen Traditionen und Bräuche und unseren Drang beständig Neues zu entdecken und Grenzen zu überwinden. Er führt die Rechtsstaatlichkeit auf, die Freiheit der Rede, die Rechte der Frauen und die Würde des Menschen. Wir haben diese Dinge von unseren Vorfahren geerbt und sie binden uns als Völker und Nationen aneinander. Und wir werden sie nicht preis geben wegen eines Mangels an Stolz und Selbstvertrauen.

Der Höhepunkt von Trumps Rede sind diese beiden Absätze:

We have to remember that our defense is not just a commitment of money, it is a commitment of will. Because as the Polish experience reminds us, the defense of the West ultimately rests not only on means but also on the will of its people to prevail and be successful and get what you have to have. The fundamental question of our time is whether the West has the will to survive. Do we have the confidence in our values to defend them at any cost? Do we have enough respect for our citizens to protect our borders? Do we have the desire and the courage to preserve our civilization in the face of those who would subvert and destroy it?
We can have the largest economies and the most lethal weapons anywhere on Earth, but if we do not have strong families and strong values, then we will be weak and we will not survive. If anyone forgets the critical importance of these things, let them come to one country that never has. Let them come to Poland. And let them come here, to Warsaw, and learn the story of the Warsaw Uprising.
Auf Deutsch:
Wir müssen uns daran erinnern, dass unsere Verteidigung nicht nur eine Verpflichtung des Geldes ist, sie ist eine Verpflichtung des Willens. Das Schicksal des Polnischen Volkes erinnert uns daran, dass die Verteidigung des Westens nicht nur von den Mitteln seiner Verteidigung, sondern auch von dem Willen abhängt, den seine Völker aufbringen um zu bestehen und erfolgreich zu sein. Die fundamentale Frage unserer Zeit ist die, ob der Westen den Willen hat zu überleben. Haben wir das nötige Vertrauen in unsere Werte, um sie zu Verteidigen, egal wie hoch der Preis auch sein möge? Haben wir genug Achtung für unsere Bürger, um unsere Grenzen zu verteidigen? Haben wir die Begier und den Mut um unsere Zivilisation im Angesicht derer zu verteidigen, die sie unterwandern und zerstören wollen?
Selbst wenn wir die mächtigste Wirtschaft und die tödlichsten Waffen der ganzen Welt haben, dies alles wird uns nichts nützen, wenn wir keine starken Familien und keine starken Werte besitzen. Denn dann werden wir schwach sein und wir werden nicht überleben. Wenn jemand die kritische Bedeutung dieser Dinge veresssen haben sollte, lasst ihn ein Land besuchen, dass diese noch niemals vergessen hat. Schickt sie nach Polen. Und lasst sie hierher nach Warschau kommen und erzählt ihnen die Geschichte des Warschauer Ghettos.

Diese Rede mag für den ein oder anderen Deutschen schwer zu verdauen sein. Und es erscheint durchaus ein wenig ungeschickt, hier innereuropäische Kriege und Gräueltaten heranzuziehen, um die Einigkeit des Westens zu beschwören.

Und trotzdem – oder vielleicht gerade deshalb – ist diese Rede so wichtig. Die Geschichte Polens steht stellvertretend für die Tragik unseres Kontinents. Jenen Kontinents, der die Westliche Zivilisation begründet und mehr an Kultur, Technik und Wissen hervorgebracht, hat als jede andere Hochkultur in der langen Geschichte der Menschheit. Bei all unseren großartigen Leistungen haben wir in unserer Geschichte aber auch immer wieder aus eigenem Unvermögen in tiefste Abgründe geblickt.

Wir stehen heute vor großen Gefahren, die alle Nationen des Westens bedrohen und diese Gefahren können wir nur dann meistern, wenn wir die bösen Geister der Vergangenheit hinter uns lassen und uns auf das zurückbesinnen, was unsere gemeinsame Zivilisation ausmacht.

Heute ist unser Europa wieder gespalten. Doch diesmal ist es kein Vorhang aus Eisen, der uns trennt, diesmal ist es eine Ideologie. Während die Polen gemeinsam mit den anderen Visegrad-Staaten unsere Kultur und unsere Werte verteidigen, wurde Westeuropa von einem gefährlichen Relativismus unterwandert, der unsere Identität, unsere Traditonen und unsere Kultur zu verschlingen droht.

Donald Trump hat recht! Ganz Westeuropa kann heute viel lernen von diesem Land, das für mehr als 120 Jahre nicht existiert hat und das nur deshalb überlebt hat, weil es sich genauso lange geweigert hat dies anzuerkennen.

Der Löwe von London Bridge

Auf ihrer Terror Tour am letzten Samstag drangen die drei London Bridge Terroristen auch in das Restaurant Black & Blue ein. Dort versuchten sie mit Macheten so viele Menschen wie möglich zu töten. Zur selben Zeit hielt sich dort auch Roy Larner (47), ein Fan des britischen Fußballklubs FC Millwall, auf.

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Roy Larner

Anstatt weg zu laufen begrüßte er die „Islam, Islam!“ und „This is for Allah!“ brüllenden Angreifer mit seinem ganz eigenen Schlachtruf:

Fuck you, I’m Millwall!

Anschließend stürzte er sich, nur mit seinen Fäusten bewaffnet, auf die Angreifer. Er musste 8 Stichwunden einstecken und verlor den Kampf. Allerdings überlebte er und durch sein mutiges Eingreifen verschaffte er den anderen Gästen mehr Zeit, um sich in Sicherheit zu bringen. Die Angreifer wurden kurz darauf von der Polizei erschossen.

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Roy Larner ist auf dem Weg der Besserung und bekam von seinen Kumpels bereits einen wertvollen Tipp, wie er einen Krankenhausaufenthalt beim nächsten Terroranschlag vermeiden kann.

Die britischen Medien feiern Roy Larner derweil als den Lion of London Bridge.

Das ist eine tolle Story und Roy ist ein ganz großes Vorbild an Zivilcourage. Genau solche Geschichten brauchen wir heute in einer Zeit, in der alles im Chaos versinkt und unsere Gesellschaften scheinbar immer mehr an Bindungskraft verlieren.

Was mich wundert: Warum hab ich davon nicht aus der Mainstream Presse, sondern über alternative Medien erfahren? Ist mir das nur entgangen oder wurde die Story außerhalb Großbritanniens nicht so an die große Glocke gehängt?

Allgemein lässt sich feststellen, dass Heldenverehrung ein wenig aus der Mode gekommen ist. Alles wird heute bis ins Kleinste hinterfragt, seziert und relativiert. Da bleibt für Heldengeschichten einfach nicht mehr viel Platz.

Manchmal könnte man meinen, jemand will unbedingt vermeiden, dass Terroranschläge zu stark personalisiert werden. Aber das ist natürlich reine Spekulation.

Wir, die wehrlosen Europäer

Als Reaktion auf den Terroranschlag vom Samstag mit 8 Toten und 48 Verletzten hat die britische Polizei nun einen neuen Ratschlag für Bürger, die das Pech haben, sich unverhofft und überraschend inmitten eines Terrorangriffs wiederzufinden: Run, Hide, Tell

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Verhaltensregeln der britischen Polizei bei Terrorangriffen

Auf gut Deutsch:

Renne weg, versteck dich, erzähle es der Polizei

Es wäre witzig, wenn es nicht so traurig wäre. So redet man mit Kindern. Genauso gut kann man sagen:

Wenn etwas böses passiert, renne weg, vertseck dich und erzähle es einem Erwachsenen

Als Großbritannien 1940 unter einem Premierminister mit eigener Militärerfahrung in den Zweiten Weltkrieg zog, war Run, Hide, Tell noch kein Thema (nachgespielte Szene):

Stühle und Flaschen

Wie der Spiegel berichtet, versuchten die Attentäter von London Menschen in einem Cafe mit Messern zu erstechen, teilweise gelang es den Opfern aber, sich erfolgreich zu wehren, indem sie die Angreifer mit Stühlen und Flaschen bewarfen:

London-Anschlag: Cafe-Besucher attackierten Terroristen mit Stuehlen

Viele Jahrzehnte lang lebten wir in sicheren Verhältnissen. Öffentliche Sicherheit wurde weitgehend zur Selbstverständlichkeit und wie die Erinnerung an den Krieg verblasste, so schienen zukünftige Kriege in Europa zunehmend undenkbar. Mit den Jahren schien ein Rückfall hinter diese Errungeschaften, die wir nicht zuletzt unserer fortschreitenden „kulturellen Entwicklung“ zuschrieben, immer unwahrscheinlicher, ja mit der Zeit sogar unmöglich. Manche ließen sich sogar dazu hinreißen, von einem „Ende der Geschichte“ zu fabulieren.

In diesem Klima des sorgenlosen Lebens war es für uns kein großes Problem, mehr und mehr Verantwortung für unsere finanzielle und physische Sicherheit an den Staat abzutreten. Der Sozialstaat übernahm viele Aufgaben der Familie. Wir stimmten immer schärferen Waffengesetzen zu, versprach man uns doch absolute Sicherheit und gab uns das Gefühl, durch den Verzicht auf unsere Freiheiten zu moralisch besseren Menschen zu werden. Nicht lange dauerte es und auch die Wehrpflicht war für uns nur noch ein Anachronismus. Nichts weiter als ein Überbleibsel aus einer längst vergangenen Zeit und es war höchste Zeit, dieses Kapitel endlich zu beenden und sich dem ewigen Frieden zuzuwenden. Wir legten unser Schicksal in die Hände des Staates und gaben einen Teil unserer Freiheiten wie auch unserer Verantwortung ab.

Doch wir hatten uns getäuscht. Anstatt uns zu schützen hat der Staat eine Situation geschaffen, in der er uns gar nicht mehr schützen kann. Er hat Konflikte nach Europa geholt, die wir uns vor 20 Jahren niemals hätten vorstellen können und die man damals bestenfalls aus den Nachrichten aus Israel kannte. Nie hätte man geglaubt, dass so etwas einmal in Europa möglich sein würde.

Und jetzt stehen wir da. Man versucht uns in unseren eigenen Staaten zu ermorden. Und alles was wir haben um uns zu verteidigen sind Stühle und Flaschen.

Der Zweite Verfassungszusatz

Die Amerikaner (jedenfalls die, die sich nicht als „Liberals“ bezeichnen), haben dazu eine ganz andere Einstellung. Dem Staat stehen sie grundsätzlich eher misstrauisch gegenüber und Eigenverantwortung ist für sie keine politische Vokabel, sondern schlichtweg täglich gelebte Realität.

Auch für ihre Sicherheit sorgen sie notfalls selbst. Das ist auch gar kein Problem, kann doch jeder unbescholtene Bürger weitgehend problemlos eine Waffe erwerben.

Diejenigen, die mir jetzt gleich die „amerikanischen Zustände“ und das „laxe Waffengesetz“ um die Ohren hauen wollen, möchte ich nur dezent darauf hinweisen, dass die USA leider allgemein ein Gewaltproblem haben. In Europa gibt es mit der Schweiz, Österreich und Tschechien drei Länder mit sehr liberalen Waffengesetzen und die meisten wissen nichtmal davon, weil da einfach fast nichts passiert.

Außerdem sei angemerkt, dass die Amerikaner kein „laxes“ Waffengesetz haben. Die Amerikaner haben ein Waffengesetz von Verfassungsrang, nämlichen den zweiten Zusatzartikel zur Verfassung der Vereinigten Staaten von Amerika. Und anders als praktisch jedes andere Waffengesetz der Welt, schränkt dieses Gesetz nicht ein, welche Waffen ein Bürger besitzen darf. Es macht das genaue Gegenteil.

Es verbrieft das Recht der Amerikaner Waffen zu besitzen und sie im öffentlichen Raum zu führen und verbietet dem Staat, dieses Grundrecht einzuschränken.

In Amerika werden Rechte nicht durch die Gnade eines allmächtigen Staates verliehen. In Amerika besitzt der Bürger diese Rechte schon von Geburt an. Nicht der rechtschaffene Bürger muss gegängelt werden, sondern der potentiell gefährliche und von Natur aus zur Tyrannei neigende Staat.

Dies ist die vornehmste Aufgabe der US-Verfassung und eine sehr wichtige Rolle spielt hierbei der bereits erwähnte zweite Verfassungszusatz:

2ndAmendment

Die Interpretation dieser Zeilen ist strittig und vermutlich werden die Amerikaner noch in 100 Jahren darüber streiten. Die zwei wichtigsten Interpretationen sind wie folgt:

  1. Mit der „well regulated militia“ ist eine Miliz unter staatlicher Kontrolle bzw. das Militär gemeint, folglich geht es hier nicht um privaten Waffenbesitz, sondern um Leute, die dieser „militia“ angegliedert sind (Waffengegner)
  2. Die „well-regulated militia“ ist das Militär und zum Schutz vor Tyrannei folgt aus der Bewaffnung des Staates die Bewaffnung des Bürgers. Die Begriffe „right of the people“ und „shall not be infringed“ sind zudem unmissverständlich und ginge es hier nicht um ein Individualrecht, dann hätten die Verfassungsväter sicher nicht den Begriff „right of the people“ gewählt (Waffenbefürworter)

Es ist vermutlich keine Überraschung, dass der Autor dieser Zeilen ein Anhänger der zweiten hier genannten Auslegung ist. Glücklicherweise wird diese bürgerfreundliche Auslegung auch vom Supreme Court unterstützt.

Wann immer jemand etwas von „schärferen Waffengesetzen“ in den USA erzählt, will er eigentlich sagen, dass dieser Verfassungsartikel eingeschränkt, uminterpretiert oder abgeschafft werden soll.

Die Amerikaner sind weit wehrhafter als wir Europäer und ein Terrorist wird sich seine Vorgehensweise dort sehr viel genauer überlegen als in Europa, da er dort jederzeit mit der entschiedenen Gegenwehr seiner vermeintlichen Opfer rechnen muss.

So hat jeder rechtstreue US-Bürger nicht nur die Möglichkeit, sich und seine Familie zuhause mit der eigenen Waffe zu verteidigen, er kann sogar eine Trageerlaubnis erwerben. Diese erlaubt es ihm dann auch in der Öffentlichkeit eine Waffe zu tragen und sich und andere im Ernstfall zu schützen.

Zudem ist sehr bemerkenswert, dass Fälle von Selbstverteidigung in den USA sehr viel pragmatischer abgeurteilt werden als in Europa. In den USA darf derjenige, der sich mit Gewalt gegen den Angriff eines anderen verteidigt, auf die Sympathie des Richters hoffen. So wie das in einem Staat mit einem gesunden Rechtsempfinden eben sein sollte.

Zurück nach Europa

In Europa dagegen kann Selbstverteidigung schnell zu einer Opfer-Täter-Umkehr führen und das eigentliche Opfer muss plötzlich nicht nur penible Ermittlungen erdulden, sondern es muss sich auch rechtfertigen, weil es mit dem Angreifer nicht sanft genug umgegangen ist.

Dies ist mit ein Grund, warum man in Europa bei Gewalttaten im öffentlichen Raum nicht wirklich auf die Hilfe von Fremden hoffen kann. In Europa fürchtet man sich nicht nur vor dem Gewalttäter, man fürchtet sich genau so sehr vor dem Richter, der einen gefeierten Helden mit einem Federstreich zum Straftäter machen kann. Es ist nicht wirklich verwunderlich, dass solche Zustsände den Zusammenhalt in unseren Gesellschaften erodieren.

Passend zur in Europa vorherrschenden infantilen Nanny-Staaten-Mentalität hat die EU nach dem Massaker in Paris am 13. November 2015, bei dem Islamisten mit Sprengstoffgürteln und illegalen automatischen Waffen 130 Menschen niedermetzelten, eine weitere Verschärfung der bereits sehr strengen Waffengesetze ausgearbeitet und verabschiedet:

EU-Gunban ohne Änderungen genehmigt

Als ob eine weitere Einschränkung der Freiheit der Bürger Europas irgend jemanden mit bösen Absichten davon abhalten würde, in Badewannen improvisierte Sprengstoffe herzustellen und illegale Waffen über unsere offenen Grenzen zu schmuggeln.

Man hätte diese Tragödie zum Anlass nehmen können, um die Frage aufzuwerfen, ob der Staat seine Bürger noch schützen kann. Und man hätte sich fragen können, ob ein Staat, der das nicht kann, seinen Bürgern ihr Menschenrecht auf Selbstverteidigung noch länger verweigern darf.

Zum Glück denkt nicht ganz Europa so. In Tschechien werden angesichts der steigenden Bedrohung gewichtige Stimmen laut, die eine Bewaffnung des Bügers fordern und ihn nicht als potentiellen Feind, sondern als Verbündten sehen:

Czech Gov’t: Placing Weapons in the Hands of Citizens is Best Defense Against Terror

Veränderung ist unausweichlich

Eines scheint mehr als sicher: Irgendwas muss sich in Europa in nächster Zeit ändern. Die in immer kürzeren Abständen durchgeführten Terroranschläge sorgen für ein Klima der Angst und bauen zugleich einen Veränderungsdruck auf, dem sich kein politisches System für immer entziehen kann.

Uns stehen zwei Wege offen, und einer von beiden ist mehr als beängstigend.

Wir können entweder unser Vertrauen in uns selbst zurück gewinnen und einen Weg hin zu mehr Freiheit und Eigenverantwortung wählen.

Oder wir flüchten weiter vor jeder Verantwortung und wählen den Weg, den Theresa May vor kurzem angedeutet hat, als sie eine stärkere Überwachung des Internets und einen Ausbau des Sicherheitsapparats gefordert hat. Dieser Weg führt uns noch weiter als bisher und in einem gefährlichen Maß in die Abhängigkeit eines überfürsorglichen Staates.

Im schlimmsten Fall führt er uns am Ende in die Diktatur.