Herren des Feuers

Eigentlich ist dieses Blog ja werbefrei. Aber ein Leser hat mich auf den neuen Werbepot „Herren des Feuers“ von Edeka hingewiesen. Und was soll ich sagen?

Dafür mache ich gerne mal eine Ausnahme:

Ist es nicht herrlich? Wie man in so etwas scheinbar banalen wie einem Grill-Werbespot soviele konservative Ideen unterbringen kann. Und dann auch noch so wunderbar lyrisch verpackt.

Das ist mehr als nur ein Werbespot. Es ist eine Absage an eine verrückt gewordene Welt und es spricht etwas im Grunde unseres Seins an, das die Linken nur zu gerne verleugnen und verstecken. Etwas, das jeder von uns in sich trägt und das sich keiner Ideologie beugt.

Die Jagd, der Wille zu überleben, die Faszination für das Feuer und die Gemeinschaft, die um das Essen und das Feuer entsteht! Es ist alles da. Einfach großartig!

Am meisten fasziniert mich aber, wie sich solche politisch inkorrekten Ideen im Subkontext des Mainstreams verbreiten. In letzter Zeit nehme ich das immer öfter wahr. Und das ist sehr spannend, denn genauso fängt jede Idee einmal an, die ein Momentum entwickelt.

Der Hexenhammer und die moderne Hexenverfolgung

Der Abgeordnete Dr. Rainer Podeswa (AfD) hielt am 11. Mai 2017 im Landtag von Stuttgart eine Rede über den Klimawandel und sorgte damit für großes Aufsehen.

In seiner Rede vergleicht der Abgeordnete die oftmals sehr überzogene Angst der Klimabesorgten vor dem nahenden Weltuntergang mit der mittelalterlichen Hexenverfolgung (für die u.a. auch das Klima ein Anlass war).

Die Idee an sich finde ich sehr gut und dieser Vergleich ist als rhetorische Übertreibung alles andere als unpassend. Die Rede selbst ist in meinen Augen aber leider nicht besonders gut gelungen und es gibt Leute, die so etwas rhetorisch deutlich besser rüber bringen können.

Dennoch gibt es hier überhaupt keinen Spielraum, um diesen Herrn misszuverstehen. Es geht klar aus der Rede hervor, worauf er anspielt. Ihm jetzt zu unterstellen er wolle „Hexen“ verbrennen ist an Niedertracht nicht zu überbieten.

Genau das ist aber geschehen. Eine Kostprobe:

hexenhammer-focus

hexenhammer-derwesten

Am „besten“ war wohl der Titel der Welt: „AfD-Politiker empfiehlt Frauenverbrennung zur Klima-Rettung“. Aufgrund vieler Beschwerden hat die Welt ihren Titel aber wieder entschärft, bei Google ist der Originalwortlaut noch zu finden. Eine schöne Übersicht mit weiteren Bildern gibt es bei Über Medien.

T-Online ist einsichtig und veröffentlicht sogar eine Entschuldigung: Was bei uns gestern falsch gelaufen ist. Dort behauptet man nur eine DPA-Meldung übernommen zu haben und gibt sogar zu diese nicht geprüft zu haben.

Man könnte jetzt gehässig sein und anmerken, dass die Lügenpressevorwürfe wohl ihre Spuren hinterlassen haben, aber ehrlich gesagt nötigt mir diese Entschuldigung auch ein wenig Respekt ab. Soviel Ehrlichkeit hat man von Seiten der Medien lange nicht mehr erlebt und die hier zur Schau gestellte Demut ist ein schöner Kontrast zur rechthaberischen Arroganz, die man aus dieser Ecke sonst so gewohnt ist. Daran können sich gerne weitere Zeitungen ein Beispiel nehmen.

Kommt uns das nicht irgendwie bekannt vor?

Aber kennen wir diesen Mechanismus nicht schon seit langem? Haben wir nicht in der Vergangenheit schon miterlebt, wie sich jemand ungeschickt geäußert hat und man einen „gefährlichen“ Begriff aus einer Ausage herausgegriffen hat? Und wurde dieser Begriff dann nicht verwendet, um dem Opfer dieser Verleumdung eine völlig neue Kernaussage unterzuschieben, die nichts mit dem tatsächlich Gesagten zu tun hatte? Ja genau, ich erinnere mich. Und als dann die Bühne hergerichtet war folgte der Hauptakt: Das mediale Dauerfeuer!

Was wir hier beobachtet haben ist nichts anderes als das Drehbuch für eine mediale Hinrichtung. Und ich möchte hier nur ein Beispiel anführen, ihr findet sicher mit Leichtigkeit noch mehr.

Erinnert ihr euch noch an Eva Herman? Sie war von 1989 bis 2006 Nachrichtensprecherin der Tagesschau. Aber sie war noch viel mehr. Für eine ganze Generation war sie quasi das Gesicht dieser Sendung. Aber selbst das sollte ihr nicht helfen.

Im Jahr 2006 veröffentlichte sie ihr Buch „Das Eva-Prinzip“ und 2007 legte sie nach mit „Das Prinzip Arche Noah“. In ihren Büchern kritisiert sie den Feminismus, weil er völlig unrealistische Erwartungen an die Frauen stellt und macht den Feminismus und die 68er verantwortlich für den kommenden demographischen Untergang Deutschlands.

Sie tingelte durch die Talkshows der Republik und wurde dort der medialen Meute zum Fraß vorgeworfen. Alleine musste sie gegen 4-6 andere Talkshowgäste und den Moderator andiskutieren.

Bei der Vorstellung ihres zweiten Buches fiel diese folgenschwere Aussage:

„Wir müssen den Familien Entlastung und nicht Belastung zumuten und müssen auch ’ne Gerechtigkeit schaffen zwischen kinderlosen und kinderreichen Familien. Und wir müssen vor allem das Bild der Mutter in Deutschland auch wieder wertschätzen lernen, das leider ja mit dem Nationalsozialismus und der darauf folgenden 68er-Bewegung abgeschafft wurde. Mit den 68ern wurde damals praktisch alles das – alles, was wir an Werten hatten – …; es war ’ne grausame Zeit, das war ein völlig durchgeknallter, hochgefährlicher Politiker, der das deutsche Volk ins Verderben geführt hat, das wissen wir alle. Aber es ist damals eben auch das, was gut war, und das sind Werte, das sind Kinder, das sind Mütter, das sind Familien, das ist Zusammenhalt – das wurde abgeschafft. Es durfte nichts mehr stehen bleiben…“

Eva Herman hätte wissen müssen wie gefährlich das ist. Es war nicht besonders Klug, das Thema Nationalsozialismus überhaupt anzusprechen. Um die 68er und ihre kaputten Ideen von Gesellschaft und Familie zu kritisieren ist das auch völlig unnötig. Das klassische Familenbild wurde und wird zu allen Zeiten und überall auf der Welt gelebt. Schlicht und einfach weil es funktioniert. Und was nicht funktioniert, sehen wir jeden Tag.

Leider hatte Eva Herman es ihren Gegnern durch diesen Fehler unnötig einfach gemacht. Und so kam es wie es kommen musste:

„Eva Herman lobt Hitlers Familienpolitik“ – Bild am Sonntag 9. September 2007

„Es war eine grausame Zeit, er war ein völlig durchgeknallter, hochgefährlicher Politiker, der das deutsche Volk ins Verderben geführt hat, das wissen wir alle. Aber es ist eben das, was gut war, das sind Werte, Kinder, Mütter, Familie, Zusammenhalt – das wurde abgeschafft, es durfte nichts mehr stehen bleiben.“

So etwas ist kein Versehen, das ist pure Bösartigkeit. Eva Herman versuchte noch sich zu wehren und diese „Fehlinterpretation“ aus der Welt zu schaffen. Aber alle Rhetorik und alle Erklärungen halfen nichts mehr. Der Bann war gesprochen.

Die Frau, die für die Familie eintrat und gegen eine kalte und selbstvergessene Gesellschaft, welche die Familie bedingungslos der Wirtschaft unterordnet war zu einer Aussätzigen geworden. Die Medien inszenierten sie als eine heimliche Bewunderin der Nazis und entsorgten die klassische Familie gleich mit in der Naziecke. Es war eine Warnung an alle!

The times they are changing

Die Hexenhammer-Affäre von Stuttgart hat gezeigt, dass die alten Reflexe noch vorhanden sind. Nur sie funktionieren nicht mehr.

Die Medien und die Linken haben nicht mehr die Macht, die sie noch vor 10 Jahren hatten. Zwar sind die Mechanismen der Macht noch vorhanden, aber sie stumpfen in allen Bereichen zusehends ab.

Und ist das nicht eine großartige Nachricht?

Franz Josef Strauß: Der Kampf um die Sprache

Früher fand ich dieses Video sehr gut und dachte es trifft den Nagel auf den Kopf. Mittlerweile frage ich mich aber, ob Franz Josef Strauß nicht einer fatalen Fehleinschätzung aufgesessen ist und wir deshalb den Kulturkampf gegen die 68er verloren haben, weil kein Konservativer damals verstanden hatte, worum es eigentlich geht.

Es ist nicht wirklich ein Kampf um die Sprache. Die Sprache ist nur das Werkzeug. Es ist in erster Linie ein Kampf um die Moral und um die moralische Deutungshoheit. Und da haben die Linken uns in den letzten 50 Jahren gnadenlos überrannt…

Das ist Europa

Sie sagen wir hassen Europa. Sie sagen wir sind fiese Nationalisten, die Europa zerstören wollen. Und während sie das sagen, verwandeln sie unser Europa in einen Krisenherd, der wohl bald schon so reich an Konflikten sein wird, wie der Nahe Osten.

Die Wahrheit ist: Wir lieben Europa. Wir lieben es und wir wollen es zurück!

Wie man jede Debatte gewinnt!

Wenn es um die Kunst der Debatte geht, haben wir hier in Europa definitv ein riesiges Problem. Wann hat man das letzte Mal im Fernsehen eine wirklich gute Debatte gesehen? Hier sieht man bestenfalls eine Schlammschlacht, viel Rechthaberei und als überlegene Gewinner gehen Konservative Teilnehmer leider meist auch nicht nach Hause.

Und hier muss man neidlos anerkennen, dass unsere konservativen amerikanischen Freunde uns in diesem Bereich schon einen großen Schritt voraus sind. Aber freuen wir uns darüber, denn so können wir von ihnen lernen. Und je schneller wir lernen, desto besser!

Ben Shapiro fasst sehr gut zusammen, wo für Konservative heute die Hauptprobleme beim Debattieren liegen:

Hier seine wichtigsten Punkte:

  • Wir müssen in der Sprache der Moral sprechen.
  • Die Linken gewinnen nicht, weil sie soviel von Politik verstehen, sondern weil sie wissen, wie sie uns als homophob-sexistische Rassisten hinstellen können, die nichts als Verachtung für die Armen übrig haben. Sie arbeiten primär auf der moralischen Ebene und dort schlagen sie uns auch für gewöhnlich.
  • Man darf nicht mit Effizenz oder Kosten oder anderen logischen Argumenten arbeiten (was wir Konservativen leider nur zu gerne tun). Man muss seine Argumente stattdessen in ein moralisches Gewand kleiden und die Debatte auf der moralischen Ebene führen. Also genau da, wo die Linken auch sind.
  • Die Menschen (die wir überzeugen wollen) wollen das Gefühl haben, dass sie richtig liegen und dass der andere falsch liegt.
  • Die Linken geben den Leuten ein Gefühl von nicht verdienter moralischer Überlegenheit, weshalb sich so viele so gerne auf ihre Seite schlagen und ihre Argumente nachplappern. Hier müssen wir nachziehen!
  • Man muss sie an ihren eigenen Maßstäben messen. Z.B. kann man es explizit herausstellen, wenn sie jemanden zu etwas zwingen wollen und ihnen dann vorwerfen, dass sie totalitär sind (was ja auch der Wahrheit entspricht).
  • Konzentriere dich nicht auf das, was die Leute denken. Konzentriere dich auf das, was sie fühlen!
  • Der Sozialismus ist kein gutes System, das irgendwie vom Weg abgekommen ist und deshalb nicht funktioniert hat. Der Sozialismus hat genauso funktioniert, wie er auch erdacht worden ist. Er war schlichtweg von Anfang an eine furchtbare Idee.

In der Tat macht Ben Shapiro auf eines unserer größten Probleme aufmerksam. Vor 50 Jahren wurden die meisten der heute dominierenden Linken Ideen von einer breiten Mehrheit völlig zurecht als verwerflich und unmoralisch betrachtet. In wenigen Jahrzehnten haben die Linken die Verhältnisse umgekehrt. Sie haben die moralische Deutungshoheit erlangt und die Moral ist heute ihre mächtigste Waffe.

Wir Konservativen machen schon viel zu lange den fatalen Fehler das zu ignorieren. Wir glauben viel zu oft, wir könnten mit guten Argumenten überzeugen. Wenn wir nur die richtigen Zahlen und Fakten liefern, werden die Leute irgendwann schon einsehen, dass wir Recht haben.

Dabei übersehen wir, dass viele unserer Gegner nicht gegen uns kämpfen, weil sie zuvor mit Fakten überzeugt wurden. Gerade die, die Linke Ideen so vehement verteidigen tun dies meist nicht nur aus Überzeugung. Oft tun sie es, weil sie sich moralisch überlegen fühlen wollen. Und wenn wir sie einmal genau beobachten, dann können wir sehen, dass dies für sie auch wunderbar funktioniert. Die linke Ideologie gibt ihnen genau das, was sie wollen. Und deshalb sind sie ihr so ergeben.

Wenn du also das nächste Mal dabei bist, wenn ein Linker wieder den allergrößten Blödsinn vom Stapel lässt und du dich berufen fühlst, ihm mit all den Fakten die du gerade parat hast die Stirn zu bieten: Halte dich erstmal zurück. Entspann dich und höre ihm genau zu. Und achte darauf, wo er mit Moral argumentiert. Wenn du das lange genug machst und ein Gefühl dafür entwickelst wie sie auf der moralischen Ebene arbeiten, kannst du dir deine eigene Strategie zurechtlegen. Überlege dir, wo ihre Schwachstellen sind. Wie kannst du sie auf der moralischen Ebene kontern?

  • Wo sind ihre Umweltschutzutopien asozial gegenüber den sozial Schwachen in unserer Gesellschaft?
  • Wo benachteiligt ihr Fokus auf sexuelle Minderheiten Familien, die kaum über die Runden kommen? Und wie moralisch ist es eine Minderheit ständig zu hofieren, während man Mehrheiten mit Nichtbeachtung und teils sogar mit Verachtung behandelt?
  • Wo benachteiligt ihre Politik der grenzenlosen Sozialhilfe, die, die das alles erarbeiten müssen und am Ende nur eine klägliche Rente bekommen?
  • Wo ist die Gerechtigkeit, wenn man immer weniger von dem bekommt, was man mühsam erarbeitet?
  • Wo ist ihre scheinbar wohlmeinende Fürsorge und ihr Hang zu utopischen Gesellschaftszielen nichts anderes als verkleideter Totalitarismus?

Wenn du ihnen aufmerksam zuhörst, fallen dir sicher noch mehr interessante Argumentationsmuster ein…

Warum es richtig ist, konservativ zu sein

Der Youtube-Channel PragerU fasziniert mich, seit ich ihn das erste mal gefunden habe. Betrieben wird dieser Channel von einem amerikanischen Konservativen namens Dennis Prager.

Das Format der Videos ist einfach und schnell erklärt:

  • Fünf Minuten
  • Ein konservatives Thema
  • Ein Sprecher
  • Dynamische Animationen, die das Gesagte lebendig werden lassen

Das Video „Why the Right is Right“ (wie alle PragerU-Videos leider nur auf Englisch verfügbar) ist ein sehr schöner Einstieg:

Buchbesprechung: Righteous Indignation

Das hier vorliegende Buch von Andrew Breitbart trägt den Titel „Righteous Indignation“ (zu deutsch: Gerechte Empörung). Breitbart war ein amerikanischer Journalist und Gründer von mehreren konservativen Nachrichtenwebsites, die mittlerweile in www.breitbart.com aufgegangen sind. Er verstarb 2012 im Alter von nur 43 Jahren an einem Herzinfarkt.

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Das Buch ist teiles Autobiographie, teils eine Anleitung für Konservative, die sich fragen, wie sie in der politischen Auseinandersetzung gegen scheinbar übermächtige linksliberale Gegner bestehen können.

Da die amerikanische Innenpolitik im Buch öfters thematisiert wird, ist es für europäische Leser stellenweise ein wenig zäh zu lesen und ein paar Sachverhalte lohnt es sich auch durchaus während des Lesens im Internet nachzuschlagen. Dafür belohnt der Autor uns aber mit immens interessanten und lehrreichen Einblicken in sein Leben und seine politische Entwicklung.

Die Anfänge

Breitbart wuchs auf in Los Angeles als Sohn eines Restaurantbesitzers und einer Bankangestellten. Seine Eltern führten ein bürgerlich-bodenständiges Leben, pflegten konservative Grundüberzeugungen und waren Anhänger der Republikaner.

Als Jugendlicher entfernte Breitbart sich von den Werten seiner Eltern. Er hatte in Jungen Jahrne viele Kontakte zur Hollywood-Schickeria, obwohl er aufgrund seiner Herkunft und der sozialen Stellung seiner Eltern nicht wirklich dazu gehörte und wuchs so zwischen zwei Welten auf. So kam er in Kontakt mit linksliberal eingestellten Bekanntschaften und zu ihren in Bezug auf seinen familiären Hintergrund „revolutionären“ Ideen.

Nach der Highschool entschied er sich für ein Studium im Fach „American Studies“ an einer für ihre Parties berüchtigten linksliberalen Universität. Er tauchte ein in eine Welt aus Parties, Sex und Alkohol und schaffte sein Studium nur mit Ach und Krach und durch die wiederholte und großzügige finanzielle Unterstützung seiner Eltern.

Erst als seine Eltern ihm nach dem Studium den Geldhahn zudrehten, wurde er gezwungen, zum ersten Mal echte Verantwortung für sein Leben zu übernehmen. Er blieb zwar in den meisten seiner Ansichten ein Linker, doch langsam begann er sich für konservatives Radio und für die Bücher konservativer Autoren zu interessieren. Dabei wurde ihm auch immer mehr klar, wie groß schon in den 80ern der Teil des Meinungsspektrums war, der in den Mainstreammedien entweder keinen Platz fand oder nur als Negativbeispiel herhalten durfte.

Besonders interessant aus europäischer Perspektive ist hier, dass es in den USA immer schon relativ starke konservative Alternativmedien gab. Breitbart bezeichnte sie als den „konservativen Untergrund“. Lange bevor das Internet irgendeine Relevanz erlangte, begannen konservative Journalisten in den USA Radiosendungen abseits des linksliberalen Mainstreams zu produzieren. Der erfolgreichste von ihnen ist Rush Limbaugh, der seit 1988 eine landesweite Radio Show betreibt, die auch heute noch auf Sendung ist und mittlerweile natürlich auch als Podcast gehört werden kann.

Entwicklung einer Newsstory

Als das Internet mitte der Neunziger langsam benutzbar wurde, tauchte Breitbart (zu der Zeit bereits ein News Junkie) in die Welt der politischen Newsgroups ab. Dort war er fasziniert von einer Vielfalt an Meinungen, wie sie in den Mainstreammedien undenkbar war. Hier stieß er auch auf den Drudge Report, einen von Matt Drudge herausgegebenen wöchentlichen Newsletter mit meist wild zusammengewürfelten Nachrichten. Für seine Zeit war der Drudge Report revolutionär und wurde im ganzen Land bekannt, als er die Story über die sexuellen Verfehlungen des amtierenden Präsidenten Bill Clinton ans Licht der Öffentlichkeit brachte.

Anhand dieser Story zeigt Breitbart auf, wie man eine Story mit maximalem Effekt in der Medienlandschaft platziert. Anstatt alle seine Informationen auf einen Schlag in einer großen Story zu veröffentlichen, brachte Drudge die Story häppchenweise heraus. Erst brachte er die Geschichte einer einzigen Frau, die einen sexuellen Übergriff Bill Clintons an ihr bezeugte.

Dies gab Clinton, seinen Beratern und den Medien (Breitbart bezeichnet sie wegen ihrer linksliberalen Ausrichtung als den Democrat Media Complex) die Gelegenheit, eine Verteidigung gegen diese eine Story zu veröffentlichen. In so einem Fall wird dann meist die Geschichte in einen vorteilhaften Kontext gerückt, die Integrität der jeweiligen Person angezweifelt, ihr werden unlautere Motive unterstellt oder das ganze wird zu einem einmaligen Missverständnis erklärt. Oft wird zur Verteidigung eine Kombination aus all diesen Dingen verwendet.

Das funktioniert so lange, wie der Angegriffene weiß, was alles gegen ihn vorliegt. In diesem Fall hatte Drudge die Clintons aus der Deckung gelockt. Sie hatten eine Verteidigung ausgearbeitet und sich öffentlich auf eine Erklärung festgelegt, die Bill Clinton in einem möglichst guten Licht dastehen lässt. Doch wussten sie nicht, dass sie bisher nur die Spitze des Eisbergs gesehen hatten. Alles was Drudge jetzt tun musste, war einen Bericht einer weiteren Frau zu veröffentlichen, die Bill Clinton ebenfalls eines sexuellen Übergriffs bezichtigte. Mit einem Mal waren Clinton und sein Team vor dem ganzen Land der Lüge überführt und mussten hastig eine weitere Erklärung aus dem Hut zaubern, die die neue Faktenlage Lage erklärt.

Dieses Spiel trieb Drudge bis er letztlich die Details zur Affäre mit Monica Lewinsky und Bill Clintons Vorliebe für Zigarrensexspiele veröffentlichte. Während dieses Katz-und-Maus-Spiels wurde die Story um Bill Clintons Verfehlungen von immer mehr Medien aufgegriffen und zog immer weitere Kreise. Letztlich konnten auch die Medien, die am treuesten zu Clinton standen, nicht mehr anders und machten die Clinton Story zur Nummer Eins in ihrer Berichterstattung.

Breitbart verwendete dieselbe Technik als er für Adriana Huffington arbeitete und auch später als er mit seinen eigenen Websites den ACORN-Skandal und den Weiner-Skandal publik machte.

Breitbarts Theorie

Während seines konservativen Erwachens und während seiner journalistischen Arbeit kam Breitbart immer wieder mit den Mainstreammedien in Kontakt. Er sah wie sie ihre linksliberale Agenda vorantreiben und konservative Meinungen mit unlauteren Mitteln mehr und mehr ins Abseits drängen. Dabei inszenieren sie sich zugleich als die Hüter der objektiven Wahrheit, während sie konservativen Standpunkten jegliche Legitimität entziehen.

Andrew Breitbart hatte seine eigene Theorie, wie es so weit kommen konnte: Seiner Ansicht nach scheiterte der Marxismus 1917, weil die Arbeiter sich im ersten Weltkrieg gegenseitig abschlachteten, anstatt die von Marx prophezeite Weltrevolution in die Tat umzusetzen. Dadurch war der Marxismus seiner Meinung nach überprüfbar widerlegt. Lediglich in Russland entstand ein marxistisches Regime, welches aber schon bald darauf seine Bürger mit Gewalt unterdrücken sollte.

Daraufhin fanden sich in der Frankfurter Schule Marxisten zusammen, die ihrer Ideologie doch noch zum Sieg verhelfen wollten. Sie glaubten Marx Prophezeihung hätte sich nur deshalb nicht erfüllt, weil die Arbeiter selbst ein Produkt des kapitalistischen Systems sind. Daraufhin ersannen sie die „Kritischen Theorie“. Diese Theorie ist letztlich nichts anderes als eine Radikalkritik an allen bestehenden gesellschaftlichen Normen und Institutionen. Ihr Ziel war es die als Revolutionshindernis ausgemachte und auf der Judeo-Christlichen Moral beruhende Gesellschaft zu zerstören.

In den 30ern flohen die Marxisten der Frankfurter Schule vor den Nazis in die USA. Dort verbreiteten sie ihre Ideen an amerikanischen Universitäten und fanden neue Verbündete. Da es den Arbeitern der USA viel zu gut ging, als dass sie jemals rebellieren würden, isolierten die Mitglieder der Frankfurter Schule andere Gesellschaftsgruppen, die ihnen als Machtbasis dienen könnten. Ihre Wahl fiel auf Frauen, sowie sexuelle und ethnische Minderheiten.

Schon seit den 20ern kursierte in marxistischen Kreisen Ideen, die damals gültige Sexualmoral zu untergraben und durch eine „Anything goes“ Einstellung zu ersetzen. Damit scheiterten sie immer wieder. In den 60ern jedoch war ihre Stunde gekommen. Eine Generation, die unter wohlbehüteten Umständen groß geworden war und niemals um ihre Existenz oder die ihres Landes kämpfen musste, war leicht zu begeistern für ihre Idee von bindungs- und gedankenloser Sexualität. „Make Love, Not War“ wurde zu einem Slogan, mit dem zugleich gegen den Krieg in Vietnam wie auch gegen Ehe, Sexualmoral und gegen die herrschende Gesellschaftsordnung protestiert wurde.

Herbert Marcuse forderte zu dieser Zeit unter dem Schlagwort der „repressiven Toleranz“ alle in der Gesellschaft dominierenden Ideen zu brandmarken und gleichzeitig alle damals tabuisierten Ideen zu fördern. Die Idee der heutigen Political Correctness war geboren.

Während die Philosophen der Frankfurter Schule die intellektuelle Vorarbeit leisteten und das System von außen bekämpften, setzte ein Mann namens Saul Alinsky ihre Ideen in die Praxis um. Mit all den Freiheiten, die die Verfassung der Vereinigten Staaten ihren Bürgern zugesteht, sah er wenig Anlass das System von außen zu bekämpfen. Stattdessen ersann er Taktiken, um es von innen heraus zu zerstören.

Er legte großen Wert darauf, die Menschen dort abzuholen, wo sie eben waren. Es gelang ihm die Ideen der Frankfurter Schule in eine Sprache zu übersetzen, die auch seine nicht akademisch gebildeten Anhänger verstanden und er sah sich an keine moralischen Regeln gebunden, sondern war bereit alles zu tun was nötig war um zu gewinnen. Ohne mit der Wimper zu zucken gab er sich als Konservativer aus oder nutzte konservative Argumente und Zitate und verkehrte sie dann ins Gegenteil. Alles war im recht, wenn es nur seiner Agenda nützte. Breitbart argumentiert, dass Alinsky und seine Taktiken letztlich der Erfolgsfaktor für die heutige Dominanz linksliberaler Ideen waren.

Regeln für die politische Auseinandersetzung

In seinem Buch „Rules for Radicals“ gab Alinsky seinen Anhängern die folgenden 13 Handlungsanweisungen mit auf den Weg, um politische Auseinandersetzungen zu gewinnen:

Alinskys Regeln:

  1. Macht liegt nicht nur in dem, was du hast, sondern auch in dem, wovon der
    Gegner glaubt, dass du es besitzt
  2. Verlasse niemals den Erfahrungshorizont deiner Leute
  3. Verlasse den Erfahrungshorizont deiner Gegner, wann immer sich die
    Gelegenheit bietet
  4. Zwinge den Gegner nach seinen eigenen Regeln zu handeln
  5. Spott ist die mächtigste Waffe
  6. Eine gute Taktik ist eine, an der deine Anhänger Freude haben
  7. Eine Taktik, die über einen zu langen Zeitraum angewandt wird, verläuft sich
  8. Halte den Druck auf den Gegner aufrecht
  9. Die Drohung flößt meist mehr Furcht ein als die Sache, mit der gedroht wird
  10. Die operative Grundlage aller Taktiken ist die Schaffung einer Abteilung Attacke, welche permanent Druck auf den Gegner ausübt
  11. Wenn man einen Negativabdruck hart und tief genug drückt, wird er zu einem Positiv. Gewalt von der Gegenseite kann dir Sympathiepunkte bringen, weil die Öffentlichkeit sich zum Unterlegenen hingezogen fühlt.
  12. Für jeden Angriff muss man auch eine konstruktive Alternative bereithalten. Lasse nicht zu, dass der Gegner gewinnt, weil du keine pragmatische Lösung bieten kannst.
  13. Wähle ein Ziel aus, halte es fest, personalisiere und polarisiere es. Greife Menschen und Institutionen direkt an.

Breitbart demonstriert, dass diese Regeln auch heute noch von den Medien und von der Linken insgesamt verwendet werden und gibt dem Leser seine eigenen Regeln mit, die er erarbeitet hat, um als Konservativer bestehen zu können:

  1. Schrecke nicht vor dem Territorium des Gegners zurück
  2. Stelle die Linken als das bloß, was sie sind – in ihren eigenen Worten
  3. Gib deine Geheimnisse preis, so dass man sie nicht gegen dich verwenden kann
  4. Erlaube dem Medienkomplex nicht, dich in seiner PC Terminilogie zu
    charakterisieren und so ihr Narrativ aufzubauen
  5. Steuere deine Story und lasse nicht zu, dass der Medienkomplex sie steuert
  6. Verbreitung ist alles. Wenn du ein wichtige Story oder einen wichtigen Artikel hast, poche nicht auf dein Urheberrecht und denke nicht daran, wie du deiner Seite damit am meisten nützen kannst. Lass andere mit daran profitieren und konzentriere dich auf die Verbreitung. Am Ende wirst du so am meisten gewinnen.
  7. Nutze die Sozialen Medien
  8. Gib nicht vor mehr zu wissen, als du tatsächlich weißt
  9. Erlaube ihnen nicht vorzugeben, mehr zu wissen als sie tatsächlich
    wissen
  10. Spott ist die mächtigste Waffe
  11. Erlaube ihnen nicht, ihre eigenen Regeln zu ignorieren
  12. Die Wahrheit ist nicht gemein. Sie ist die Wahrheit.
  13. Glaube an die Macht der Hoffnung

Diese Regeln sind sehr interessant und es scheint sehr lohnenswert, sich in Zukunft genauer mit ihnen zu beschäftigen und herauszufinden, wie hoch ihr praktischer Wert tatsächlich ist.

Fazit

„Righteous Indignation“ ist ein Buch, das mich anfangs ein wenig abgeschreckt hat, da es vornehmlich für ein amerikanisches Publikum geschrieben wurde und sich hauptsächlich mit der amerikanischen Innenpolitik beschäftigt. Doch unter dieser Oberfläche liegen Ideen und Einsichten, die mich letztlich mitgerissen haben. Breitbarts Welt waren die Vereinigten Staaten, aber seine Ideen und sein Leben haben in Europa dieselbe Relevanz.

Die wichtigsten Erkenntnisse aus diesem Buch sind für mich Breitbarts Regeln für die politische Auseinandersetzung und seine Analyse der Vorgehensweise des politischen Gegners. Wie Breitbart selbst sagt, haben sich Konservative viel zu lange darauf verlassen, dass die Leute sich letztlich mit guten Argumenten und mit Vernunft überzeugen lassen. Dabei haben sie übersehen, dass der politische Gegner mit ganz anderen Methoden arbeitet. Die Linken haben zuerst den Kulturkampf gewonnen. Erst dann haben sie angefangen Wahlen zu gewinnen und nur aufgrund dieser „Vorarbeit“ sind sie heute so stark. Breitbart sah seine Lebensaufgabe darin, den Kampf um die Medien zu gewinnen. Er glaubte, dass sie der Schlüssel sind, um letztlich den Kulturkampf zu gewinnen und so eine Änderung des politischen Klimas herbei zu führen.

Jeder Konservative, der des Englischen mächtig ist und sich schon länger wundert, wie konservative Ideen in den westlichen Gesellschaften in den letzten 50 Jahren so derart an den Rand gedrückt und tabuisiert werden konnte, sollte dieses Buch gelesen haben.

Das K-Wort: Coming Out

Mein ganzes Leben habe ich mich versteckt. Aber es reicht. Ich will jetzt endlich einen Schlussstrich ziehen. Das hier ist mein Coming Out!

Lange habe ich mit mir gerungen. Wollte es nicht wahr haben. Habe mich selbst und andere belogen. Erst gestern habe ich zum ersten Mal in meinem Leben die Kraft gefunden, es mir und meinem engsten Kreis endlich einzugestehen. Es mag viele schockieren. Aber ich bin was ich bin. Keine Lügen mehr! Kein Versteckspiel mehr!

Let’s talk about Sex!

Als ihr von Sex erzählt habt, da dachte ich: „Macht was ihr wollt. Was interessiert mich eure Promiskuität und was interessieren mich eure merkwürdigen Fetische. Ich will nur eine Frau und eine Familie.“ Hätte ich etwas gesagt, hätte ich euch dafür kritisiert, dass ihr die Sexualität aus ihrer kulturellen Verankerung gelöst und sie zu einem banalen Zeitvertreib gemacht habt, wäre ich für euch ein verklemmter Spießer gewesen. Eure Argumente schienen so schlüssig und andere hatte ich nie gehört. Und ihr wart so viele. Alle mit derselben Meinung und denselben Argumenten. Und ich wusste nicht, wie ich gegen euch ankommen sollte. Also habe ich nichts gesagt.

Jetzt bloß nicht sentimental werden

Als ihr mir sagtet wie toll es ist, dass Homosexuelle gesellschaftlich toleriert werden und keine Angst vor strafrechtlicher Verfolgung mehr haben müssen, da stimmte ich euch vorbehaltlos zu. Denn wenn ich es auch sehr bedauerlich finde, dass manche Menschen das Pech haben, mit einer solchen Veranlagung durchs Leben gehen zu müssen, so habe ich doch kein Recht mich über sie zu erheben. Ich glaubte das Thema wäre damit erleidgt und wir könnten uns wieder um wichtigere Dinge kümmern.

Doch falsch gedacht. Als ihr mit dieser „Lebenspartnerschaft“ angefangen habt, da begann ich mich zum ersten Mal zu wundern. Wir veranstalten diesen ganzen Zirkus um die Ehe ja nun nicht weil wir so furchtbar sentimental sind, auch wenn das manche glauben mögen. Wir tun all das, weil wir wissen, dass so eine lebenslange Beziehung zwischen einem Mann und einer Frau nicht einfach ist. Und weil diese Beziehungen die Grundlage unserer Familien und unserer Gesellschaft sind, investieren wir in sie und das nicht nur finanziell. Und wir verleihen ihnen einen Rechtsstatus und eine rechtliche Verbindlichkeit, um ihre besondere Bedeutung zu unterstreichen. Nun habt ihr die Verbindlichkeit der Ehe durch eure Lobbyarbeit und eure „Gesetzesreformen“ in den letzten Jahrzehnten ja ohnehin schon auf ein Minimum reduziert. Und da wollt ihr die Ehe plötzlich von einer gesellschaftlichen Institition zu einer sentimentalen Veranstaltung relativeren, bei der sich auch Homosexuelle selbst verwirklichen dürfen?  Nun ja, die Lebenspartnerschaft ist nicht dasselbe wie die Ehe und so hielt ich dies trotz meiner Verwunderung dennoch für einen guten Kompromiss. Und so glaubte ich, diesmal wäre die Sache aber wirklich beendet und wir kümmern uns jetzt wirklich um die wichtigen Dinge.

Doch hier wurde mir zum ersten Mal bewusst, was ihr wirklich unter Toleranz versteht. Mit welcher Gewalt habt ihr eure Medienmaschinerie in Gang gesetzt. Überall wurde man mit diesem Thema belästigt, welches nur für eine kleine Minderheit von Belang ist. Alle eure Fernsehmoderatoren waren voll des Lobs und kein Wort der Kritik war zu hören. Man kam sich ja schon fast vor als würde man am Rande der Gesellschaft vegetieren, wenn man keine homosexuellen Freunde hatte und mit ihnen ihre „Wedding Party“ begehen konnte. Ihr habt definiert was das neue „normal“ war und jeder, der anderer Meinung war, hat besser den Mund gehalten. Denn für abweichende Meinungen ist kein Platz in eurem toleranten Utopia.

Krieg und Frieden

Als ihr anfingt von Krieg und Frieden zu reden, da dachte ich ihr seid unglaublich naiv. Sicher, auch ich hatte einmal geglaubt, es müssten nur alle Länder ihre Armee abschaffen und schon wäre der Weltfrieden mit den Händen zu greifen. Einer müsste halt damit anfangen. Und warum nicht wir? Aber damals war ich 5 Jahre alt. Und als ich meine brilliante Idee mit stolzgeschwellter Brust meiner Oma vorstellte, da fragte sie mich trocken aber in kindgerechter Sprache, was denn meiner Meinung nach die machtpolitischen Folgen wären, wenn wir plötzlich keine Armee mehr hätten. Auch wenn ich mich anfangs gegen den Gedanken sträubte, schnell war mir klar: Das funktioniert nicht! Thema erledigt! Danke, Oma!

Alle rein!

Als ihr 2014 mit dieser Flüchtlingshysterie angefangen habt, da dachte ich, jetzt habt ihr völlig den Verstand verloren. Da fliehen ein paar Leute vor dem Krieg in ihrer Heimat und wollen hier Asyl, bis der Krieg vorbei ist und sie wieder zurück können. Kein Problem.

Nur halt mal! Dieses Asylsystem hat schon vorher nicht funktioniert. Ständig kamen Leute ohne Asylgrund. Asylanträge wurden reihenweise abgewiesen. Aber bleiben durften sie trotzdem. Irgendwann waren sie so lange da, dass sie einen deutschen Pass beantragen konnten. Einwanderung durch die Hintertür. Auswahl der besten Köpfe? Fehlanzeige!

Und jetzt dreht ihr völlig durch. Integration kann gar nicht schnell genug gehen. Fakten sollen geschaffen werden, am besten noch bevor das rechtsstaatliche Asylverfahren überhaupt in Fahrt gekommen ist. Völlig egal ob derjenige wirklich vor dem Krieg flieht oder eher vor dem Wehrdienst oder gar nur vor der schlechten Konjunktur. Aber Wehrdienst zählt ohnehin nicht. Ihr werdet ja schließlich auch sehr schnell weg sein, wenn es hier mal etwas ungemütlicher werden sollte. Und bei Asylgründen seid ihr nicht wählerisch. Einwanderung ist für euch ein Menschenrecht. Und wer das kritisiert ist sowieso ein Nazi.

Nichts als die Wahrheit

So, jetzt wisst ihr, wie ich empfinde. Jetzt könnt ihr euch sicher auch schon denken, wer und was ich wirklich bin. Die Wahrheit ist:

Ich bin transpolitisch. Ja, genau. Ihr habt richtig gelesen. Ich bin ein Konservativer, geboren in einem linksliberalen Land.

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Von eurem Weltbild halte ich soviel wie ihr von meinem.

Und auch wenn ihr es mir auch immer wieder vorwerfen werdet: Nein, ich will nicht in einem autoritären Land leben.

Ich will in einem freien Land leben. In einem Land, in dem der Staat seinen Bürgern dient und sie nicht übergeht, um unmöglichen und naiven Utopien hinterher zu rennen. Mein Land ist kein Ort, an dem die gefördert werden, die das Gemeinswesen spalten und kaputt machen wollen und die alles Eigene verachten. In meinem Land arbeiten wir alle zusammen, um eine bessere Zukunft für uns und unsere Kinder zu schaffen. Und wem das nicht passt, der kann sich gerne ein anderes Land suchen.

Ich will in einem Land leben, in dem der Mensch frei ist, aber in dem er auch Verantwortung trägt – für sich selbst und für andere. Individuelle Freiheit ist ein hohes Gut. Aber Individuelle Freiheit und grenzenloser Individualismus sind zwei völlig verschiedene Dinge. Freiheit ist die Basis jedes lebenswerten Gemeinwesens. Grenzenloser Individualismus dagegen sein Ende. In meinem Land schaffen wir einen Ausgleich zwischen der Freiheit des Individuums und dem Funktionieren unserer Gesellschaft. Wir schauen nicht einfach weg, wenn Ehe und Familie als Lebensmodell nicht mehr funktionieren, ein großteil unserer Leute alleine lebt und uns auf der Straße immer weniger Kinder begegnen. Wir fragen uns, was mit unserer Gesellschaft, unserer Gesellschaftspolitik und unserem Wertesystem nicht stimmt und wir suchen nach Lösungen.

Ich will in einem Land leben, in dem das Wohl von Kindern wichtiger ist, als die Selbstverwirklichung verantwortungsloser Erwachsener, die immer noch glauben, sie könnten im Leben alles haben was sie wollen und die überzeugt sind, sie hätten auch noch ein Anrecht darauf. In meinem Land töten wir nicht und behaupten anschließend wir hätten nicht getötet, weil das was wir getötet haben nach unserem Ermessen gar nicht gelebt hat. Wir schaffen uns keine eigene, selbstgerechte Definiton von Leben und Nicht-Leben, die unserem Handeln folgt und es moralisch legitimiert. Stattdessen verwenden wir die Segnungen unseres gut ausgebauten Sozialstaats um Leben zu schützen und dort zu helfen, wo Hilfe nötig ist. Und wir benehmen uns alle wie Erwachsene und übernehmen die Verantwortung für unser eigenes Tun.

Ihr habt mir einmal gesagt, ich kann sein, was immer ich sein will. Ihr seht, meine Entscheidung ist gefallen: Ich bin ein Konservativer!