Die Vergewaltigung von Tulln und der Journalismus

Am 25. April lauerten drei Asylbewerber in der Nähe einer Asylunterkunft im österreichischen Tulln einer 15-Jährigen Einheimischen auf. Sie brachten sie auf einen nahegelegenen Sportplatz und vergewaltigten sie mehrmals.

Nachdem anfänglich versucht wurde den Fall zu vertuschen, schlägt er nun hohe Wellen und die Stadt Tulln weigert sich jetzt sogar, weitere Asylbewerber aufzunehmen.

Die Krone hat mittlerweile ein bewegendes und äußerst lesenswertes Interview mit dem Opfer veröffentlicht. Dieses Interview ist wirklich außergewöhnlich und ich empfehle jedem es zu lesen und es ein wenig auf sich wirken zu lassen, bevor er hier weiter liest:

15 Jährige: „Sie haben mein Leben zerstört“ – Missbrauch in Tulln

Die Rolle des Journalismus

Ich weiß nicht, wie es euch bei der Lektüre dieses Interviews geht. In mir löst dieser Artikel starke Emotionen aus.

Wir wissen alle, dass derartige Verbrechen ständig vertuscht werden. Wir wisssen, dass die Presse – wo immer möglich – Informationen zurückhält, die nicht ins herrschende Narrativ passen. Wir wissen, dass die politische und mediale Elite, wie auch ein großer Teil der Bevölkerung Westeuropas, schlichtweg den Verstand verloren haben. Und das vielleicht Schlimmste ist: Wir haben uns daran gewöhnt.

Doch das hier ist anders. Ich spüre eine große Wut! Ich bin wütend auf diesen primitiven Abschaum, der dieses furchtbare Verbrechen begangen hat. Doch noch viel wütender bin auch auf diejenigen, die zahllose ähnliche Verbrechen vertuscht haben und die solche Verbrechen auch in Zukunft vertuschen werden, wenn sie denn irgendeine Chance sehen, damit davon zu kommen.

Aber da ist noch etwas Anderes. Ich spüre einen Hauch von Normalität, so verrückt das auch klingen mag. Die Presse macht ausnahmsweise mal ihre Arbeit und es ist als würde ein Hauch von Normalität in unsere verrückt gewordene Welt eindringen. Und obwohl wir uns an soviel Irrsinn gewöhnt haben, wird mir plötzlich wieder mit voller Wucht bewusst, wie Wahnsinnig diese Welt ist, in der wir heute leben.

Da sitzen Leute in den Redaktionsstuben, die machen aus jedem dummen Spruch, der irgendeinem geistig unterbelichteten Promi durch die Mundwinkel entwichen ist, eine Sensationsstory.

Doch wenn solch eine schreckliche Sache passiert, wenn jemandem aus unserer Mitte ein solch abscheuliches Verbrechen widerfährt, dann fragen sie sich, ob sie wohl damit davon kommen, wenn sie die Story einfach unter den Tisch fallen lassen. Oder sie machen eine möglichst kleine Meldung der Art „Frau von 3 Männern Vergewaltig“ daraus, die nur das Allernötigste an Information enthält und hoffen, dass die Geschichte damit erledigt ist.

Diese Leute verweigern den Informationsauftrag, den sie ihren Lesern gegenüber haben und sie beschädigen das Ansehen des Journalismus.

Als inoffizielle Vierte Gewalt im Staate ist es zudem ihre Aufgabe, Missstände aufzuzeigen und somit zur demokratischen Willensbildung beizutragen. Auch in diesem Punkt sind sie eine Schande für ihren Berufsstand.

Anstatt ihre Aufgabe zu erfüllen und als Kontrollorgan der Regierung und als Anwalt der Wahrheit aufzutreten machen sie sich zu Komplizen der Mächtigen. Unter dem Vorwand, „Rassismus“ zu verhindern helfen sie fleißig dabei mit, jede Diskussion über eine katastrophale Asyl- und Einwanderungspolitik zu unterdrücken.

Viel schlimmer aber noch wiegt, was sie den Opfern antun. Statt diesen (sofern gewünscht) eine Stimme zu geben, relativieren sie die an ihnen begangenen Verbrechen zu Nichtigkeiten und suggerieren ihnen, dass sie das an ihnen begangene Unrecht am besten vergessen und gar nicht erst darüber reden sollten. Damit stellen sie sich auf die Seite des Unrechts und berauben die Opfer ihrer Würde.

Es ist sehr zu begrüßen, dass die Krone hier einen anderen Weg einschlägt und dem Opfer dieses abscheulichen Verbrechens eine Stimme gibt und die Öffentlichkeit an diesem furchtbaren Schicksal teilhaben lässt.

Es erinnert uns aber auch auf schmerzliche Weise daran, dass dies leider keine Selbstverständlichkeit ist. Man möchte an das Gewissen aller Journalisten appelieren, es der Krone in Zukunft gleich zu tun und ihre verdammte Arbeit zu machen. Doch leider wirkt schon der bloße Gedanke nur allzu naiv…

Der Hexenhammer und die moderne Hexenverfolgung

Der Abgeordnete Dr. Rainer Podeswa (AfD) hielt am 11. Mai 2017 im Landtag von Stuttgart eine Rede über den Klimawandel und sorgte damit für großes Aufsehen.

In seiner Rede vergleicht der Abgeordnete die oftmals sehr überzogene Angst der Klimabesorgten vor dem nahenden Weltuntergang mit der mittelalterlichen Hexenverfolgung (für die u.a. auch das Klima ein Anlass war).

Die Idee an sich finde ich sehr gut und dieser Vergleich ist als rhetorische Übertreibung alles andere als unpassend. Die Rede selbst ist in meinen Augen aber leider nicht besonders gut gelungen und es gibt Leute, die so etwas rhetorisch deutlich besser rüber bringen können.

Dennoch gibt es hier überhaupt keinen Spielraum, um diesen Herrn misszuverstehen. Es geht klar aus der Rede hervor, worauf er anspielt. Ihm jetzt zu unterstellen er wolle „Hexen“ verbrennen ist an Niedertracht nicht zu überbieten.

Genau das ist aber geschehen. Eine Kostprobe:

hexenhammer-focus

hexenhammer-derwesten

Am „besten“ war wohl der Titel der Welt: „AfD-Politiker empfiehlt Frauenverbrennung zur Klima-Rettung“. Aufgrund vieler Beschwerden hat die Welt ihren Titel aber wieder entschärft, bei Google ist der Originalwortlaut noch zu finden. Eine schöne Übersicht mit weiteren Bildern gibt es bei Über Medien.

T-Online ist einsichtig und veröffentlicht sogar eine Entschuldigung: Was bei uns gestern falsch gelaufen ist. Dort behauptet man nur eine DPA-Meldung übernommen zu haben und gibt sogar zu diese nicht geprüft zu haben.

Man könnte jetzt gehässig sein und anmerken, dass die Lügenpressevorwürfe wohl ihre Spuren hinterlassen haben, aber ehrlich gesagt nötigt mir diese Entschuldigung auch ein wenig Respekt ab. Soviel Ehrlichkeit hat man von Seiten der Medien lange nicht mehr erlebt und die hier zur Schau gestellte Demut ist ein schöner Kontrast zur rechthaberischen Arroganz, die man aus dieser Ecke sonst so gewohnt ist. Daran können sich gerne weitere Zeitungen ein Beispiel nehmen.

Kommt uns das nicht irgendwie bekannt vor?

Aber kennen wir diesen Mechanismus nicht schon seit langem? Haben wir nicht in der Vergangenheit schon miterlebt, wie sich jemand ungeschickt geäußert hat und man einen „gefährlichen“ Begriff aus einer Ausage herausgegriffen hat? Und wurde dieser Begriff dann nicht verwendet, um dem Opfer dieser Verleumdung eine völlig neue Kernaussage unterzuschieben, die nichts mit dem tatsächlich Gesagten zu tun hatte? Ja genau, ich erinnere mich. Und als dann die Bühne hergerichtet war folgte der Hauptakt: Das mediale Dauerfeuer!

Was wir hier beobachtet haben ist nichts anderes als das Drehbuch für eine mediale Hinrichtung. Und ich möchte hier nur ein Beispiel anführen, ihr findet sicher mit Leichtigkeit noch mehr.

Erinnert ihr euch noch an Eva Herman? Sie war von 1989 bis 2006 Nachrichtensprecherin der Tagesschau. Aber sie war noch viel mehr. Für eine ganze Generation war sie quasi das Gesicht dieser Sendung. Aber selbst das sollte ihr nicht helfen.

Im Jahr 2006 veröffentlichte sie ihr Buch „Das Eva-Prinzip“ und 2007 legte sie nach mit „Das Prinzip Arche Noah“. In ihren Büchern kritisiert sie den Feminismus, weil er völlig unrealistische Erwartungen an die Frauen stellt und macht den Feminismus und die 68er verantwortlich für den kommenden demographischen Untergang Deutschlands.

Sie tingelte durch die Talkshows der Republik und wurde dort der medialen Meute zum Fraß vorgeworfen. Alleine musste sie gegen 4-6 andere Talkshowgäste und den Moderator andiskutieren.

Bei der Vorstellung ihres zweiten Buches fiel diese folgenschwere Aussage:

„Wir müssen den Familien Entlastung und nicht Belastung zumuten und müssen auch ’ne Gerechtigkeit schaffen zwischen kinderlosen und kinderreichen Familien. Und wir müssen vor allem das Bild der Mutter in Deutschland auch wieder wertschätzen lernen, das leider ja mit dem Nationalsozialismus und der darauf folgenden 68er-Bewegung abgeschafft wurde. Mit den 68ern wurde damals praktisch alles das – alles, was wir an Werten hatten – …; es war ’ne grausame Zeit, das war ein völlig durchgeknallter, hochgefährlicher Politiker, der das deutsche Volk ins Verderben geführt hat, das wissen wir alle. Aber es ist damals eben auch das, was gut war, und das sind Werte, das sind Kinder, das sind Mütter, das sind Familien, das ist Zusammenhalt – das wurde abgeschafft. Es durfte nichts mehr stehen bleiben…“

Eva Herman hätte wissen müssen wie gefährlich das ist. Es war nicht besonders Klug, das Thema Nationalsozialismus überhaupt anzusprechen. Um die 68er und ihre kaputten Ideen von Gesellschaft und Familie zu kritisieren ist das auch völlig unnötig. Das klassische Familenbild wurde und wird zu allen Zeiten und überall auf der Welt gelebt. Schlicht und einfach weil es funktioniert. Und was nicht funktioniert, sehen wir jeden Tag.

Leider hatte Eva Herman es ihren Gegnern durch diesen Fehler unnötig einfach gemacht. Und so kam es wie es kommen musste:

„Eva Herman lobt Hitlers Familienpolitik“ – Bild am Sonntag 9. September 2007

„Es war eine grausame Zeit, er war ein völlig durchgeknallter, hochgefährlicher Politiker, der das deutsche Volk ins Verderben geführt hat, das wissen wir alle. Aber es ist eben das, was gut war, das sind Werte, Kinder, Mütter, Familie, Zusammenhalt – das wurde abgeschafft, es durfte nichts mehr stehen bleiben.“

So etwas ist kein Versehen, das ist pure Bösartigkeit. Eva Herman versuchte noch sich zu wehren und diese „Fehlinterpretation“ aus der Welt zu schaffen. Aber alle Rhetorik und alle Erklärungen halfen nichts mehr. Der Bann war gesprochen.

Die Frau, die für die Familie eintrat und gegen eine kalte und selbstvergessene Gesellschaft, welche die Familie bedingungslos der Wirtschaft unterordnet war zu einer Aussätzigen geworden. Die Medien inszenierten sie als eine heimliche Bewunderin der Nazis und entsorgten die klassische Familie gleich mit in der Naziecke. Es war eine Warnung an alle!

The times they are changing

Die Hexenhammer-Affäre von Stuttgart hat gezeigt, dass die alten Reflexe noch vorhanden sind. Nur sie funktionieren nicht mehr.

Die Medien und die Linken haben nicht mehr die Macht, die sie noch vor 10 Jahren hatten. Zwar sind die Mechanismen der Macht noch vorhanden, aber sie stumpfen in allen Bereichen zusehends ab.

Und ist das nicht eine großartige Nachricht?

Die Russenverschwörung: Hinter jedem Busch ein Russ!

Es hört einfach nicht mehr auf! Wo auch immer im Westen ein Politiker oder eine Partei gegen das Establishment stehen, werden ihnen zu enge Kontakte nach Russland vorgeworfen.

Ist das Hysterie oder hat das Methode?

Auslandskontakte

Grundsätzlich ist nichts dagegen einzuwenden, wenn eine aus einer Gesellschaft selbst hervorgegangene Oppositionsbewegung Kontakte ins Ausland pflegt.

Unsere wohlmeinenden linksliberalen Freunde haben es jahrzehntelang vorgemacht. Sie haben die „Progressive“ Internationale beschworen und dem Konzept der Nicht-Regierungsorganisationen einen Heiligenschein verpasst.

Diese NGOs vertreten spätestens seit den 80ern linksliberale Ideen in Staaten, die „noch nicht so weit sind wie wir“ und führen sie auf den Weg von Tugend und Fortschritt. Wäre ja schließlich unmoralisch und verwerflich, wenn wir diesen rückständigen – pardon, benachteiligten – Menschen nicht mit unserer unendlichen Weisheit den Weg in die Zukunft ebnen würden. Nein, sie in Ruhe zu lassen würde bedeuten, sie um ihren gerechten Platz in unserem linksliberalen Utopia zu betrügen.

Unsere Freunde wissen, was das Beste für andere ist und werden niemals müde, sie das auch wissen zu lassen.

Dabei übersehen sie nur zu leicht, dass man durchaus geteilter Meinung darüber sein kann, in wie weit die Einmischung in die Belange eines fremden Staates moralisch überhaupt vertretbar ist.

Wenn eine Oppositionsbewegung von sich aus Kontakte ins Ausland pflegt, ist daran sicher nichts Verwerfliches. Wird sie aber aus dem Ausland aufgebaut, dann ist das schon sehr fragwürdig. Die Realität spielt sich meist irgendwo zwischen diesen beiden Polen ab und ich finde es sehr schwierig im Einzelfall darüber zu urteilen.

Kostprobe der eigenen Medizin

In den letzten Jahrzehnten mussten unsere wohlmeinenden Freunde über solche Feinheiten nicht großartig nachdenken. Diese Angelegenheit war nämlich eine ziemlich einseitige. Sie gewannen in ihren eigenen Ländern immer mehr an Einfluss und konnten mit der Zeit auch immer öfters Einfluss auf andere Länder ausüben. Sie behaupteten die Demokratie fördern zu wollen, tatsächlich ging es ihnen in erster Linie um die Verbreitung ihrer linksliberalen Überzeugungen.

Doch die Welt hat sich verändert. Das Internet wurde am Anfang des 21. Jahrhunderts langsam erwachsen und heute kann jeder einzelne von uns ein Blog, eine Webseite oder einen Social Media Account erstellen und dort seine Gedanken mit der ganzen Welt teilen.

Eine in der Geschichte beispiellose Demokratisierung der veröffentlichten Meinung hat gerade erst begonnen. Sie versetzt sie uns prinzipiell in die Lage, uns von den klassischen Massenmedien und ihrer oftmals fragwürdigen Auswahl der zu veröffentlichenden Informationen zu emanzipieren.

Natürlich hat auch diese Neuerung ihre Schattenseiten. Staatliche und nichtstaatliche Akteure können mithilfe des Internets auf relativ einfache Weise ein großes Publikum erreichen und so gezielte Meinungsmache betreiben. Das ist ein Problem und es ist ein Problem, für das die moderne Demokratie noch Lösungen finden muss. Selbstredend kann eine solche Lösung nicht in der Abschaffung von Demokratie und Meinungsfreiheit bestehen.

Hier liegt dann auch eine feine Ironie verborgen. Das Internet ermöglicht es heute leicht eine große Öffentlichkeit anzusprechen und zugleich gibt es mit Russland einen Gegenpol zum westlichen Linksliberalismus. Und so finden sich unsere lieben Freunde plötzlich in einer bisher völlig unbekannten Situation wieder. Konnten sie früher ihre Ideen unreflektiert in andere Länder exportieren und alle die daran Kritik übten pauschal als Gegner der Demokratie verunglimpfen, so sind die Rollen heute mit einem Mal vertauscht.

Eine heimische Opposition formiert sich gegen ihre Ideen. Und eine fremde Macht steht im Verdacht, diese Opposition zu unterstützen. Als ihre Ideen mehr oder weniger unstrittig waren, haben sich gerne und überschwänglich als Verteidiger von Demokratie und Meinungsfreiheit inszeniert. Jetzt wo Demokratie und Meinungsfreiheit für ihre Ideen zur Gefahr werden, geraten sie in ein Dilemma.

Einerseits sind sie in ihrem Selbstbild doch die größten Verteidiger der Meinungsfreiheit, andererseits gibt es da plötzlich so viele „falsche“ Meinungen, die es gar nicht geben dürfte und die man eigentlich verbieten sollte. Ein einziges Dilemma!

Russland-Connections

Vor diesem Hintergrund muss man alle Russlandvorwürfe gegen westliche Anti-Establishment-Politiker betrachten. Völlig unstrittg findet zwischen Russland und dem Westen ein Informationskrieg statt und es ist auch kein Geheimnis, dass Russland in Europa gerne gewissen Regierungswechsel sehen würde.

Man darf hier aber nicht übersehen, dass diese Oppositionsbewegungen aus den westlichen Gesellschaften selbst heraus entstanden sind und auch ohne die marginale Unterstützung aus Russland nicht merklich schwächer wären. Und was gibt es demokratischeres, als sich darüber zu ärgern, dass die Regierung nicht den eigenen Interessen dient? Dieser Gemütszustand ist nichts anderes als der Urfunke der Demokratie selbst.

Wenn unsere wohlmeinenden linksliberalen Freunde nun diesen Politikern zu innige Kontakte nach Moskau unterstellen, dann bedienen sie sich des alten Russlandfeindbilds des kalten Krieges und suchen einen Sündenbock für die Krise der westlichen Demokratie, die sie selbst herbei geführt haben. Sie behaupten damit zudem unterschwellig, diese Leute würden ihre Wähler nicht repräsentieren und sie wären nicht Teil ihres eigenen Landes. Sie versuchen sie vom demokratischen Diskurs auszuschließen, indem sie sie als Agenten eines fremden Staates framen, was letztlich auf ihre Delegitimation hinaus läuft.

Das ist für sie natürlich sehr bequem, da dieser elegante Ausschluss ungliebter Meinungen und Akteure ihr makelloses Selbstbild als aufrechte Demokraten wieder herstellt. Zuende gedacht sind das aber genau die autoritären Taktiken, die man im Westen an Putins Russland immer zurecht kritisiert hat.

Die aktuellen Vorwürfe gegen Trumps Wahlkampfteam wiegen natürlich ungleich schwerer. Sollte sein Team mit russischen Offiziellen Kontakt gehabt haben mit dem Ziel, die Wahl durch die zeitlich vorteilhafte Veröffentlichung von kompromittierenden Informationen über Hillary Clinton zu Trumps Gunsten zu manipulieren, ginge das tatsächlich in Richtung Landesverrat. Vor ein paar Jahren hätte ich sowas noch grundsätzlich verdammt. Allerdings, und es schockiert mich selbst das zu sagen, wird heutzutage selbst das von den Umständen relativiert. Und wenn es ums Relativieren geht sind unsere wohlmeinenden linksliberalen Freunde leider wie immer ganz vorne mit dabei.

Die Sache ist nämlich die: Wenn dieser Worst-Case eintreten sollte, dann haben wir einen US-Präsidenten, der möglicherweise nur durch Manipulation an die Macht gekommen ist und dem Landesverrat vorgeworfen wird von Leuten, die selbst für offene Grenzen werben, Staatsbürger im Sinne einer kruden One-World-Ideologie am liebsten mit Nicht-Staatsbürgern auf eine Stufe stellen und somit die staatliche Ordnung defakto abschaffen wollen. Irgendwie grotesk, wenn ausgerechnet diese Leute nach Landesverrat rufen!

Aber das ist die Welt, in der wir heute leben, das ist der Westen im Jahre 2017…

March for Science: Die Politisierung der Wissenschaft

Die Linke Deutungshoheit ist in Gefahr. In allen Ländern des Westens ist sie in Bedrängnis geraten. Schuld daran sind moralisch verkommene Individuen, sogenannte „Rechtspopulisten“. Diese äußerst unangenehmen Zeitgenossen erdreisten sich, lästige Fragen zu stellen und teils für Jahrzehnte sorgsam gehütete Dogmen anzuzweifeln. Sie haben keinen Respekt für den Status Quo und sie akzeptieren keine Wahrheit, die sie nicht zuvor selbst geprüft haben. Die Situation ist so schlimm, dass jetzt sogar schon die Wissenschaft bemüht werden muss, um diesen Unholden Einhalt zu gebieten.

So geschehen bei den weltweiten „March for Science“ Demonstrationen an diesem Wochenende, bei denen weltweit zehntausende Menschen bei über 600 Einzelveranstaltungen auf die Straße gegangen sind.

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March for Science

Initiiert wurde diese Bewegung von US-Wissenschaftlern (weitgehend außerhalb der MINT-Fächer), die seit Trumps Wahl zum Präsidenten Angst um ihre Forschungsgelder haben. Sie fürchten sich laut Aussage des deutschen Ablegers vor allem vor politischen Kampfbegriffen wie „alternativen Fakten“ und „Fake News“.

Das klingt nicht nur sehr politisch, das ist auch sehr politisch. Politik aber, hat in der Wissenschaft, mit Ausnahme der Geschichts- und Politikwissenschaft, überhaupt nichts zu suchen. Und dort auch nur als Gegenstand der wissenschaftlichen Betrachtung. Wer sich hier allzu politisch gibt, macht sich schnell unglaubwürdig.

Die Wissenschaft lebt davon, dass Faken und Schlussfolgerungen mithilfe der Wissenschaftlichen Methode seziert werden. Die Kritik ist quasi das Hauptwerkzeug der Wissenschaft. Alles muss angezweifelt werden können, sofern die Kritik denn fundiert ist. Nur so kann man falsche Annahmen eliminieren. Dabei ist die Wissenschaft niemals perfekt. Sie ist ein von Menschen betriebener Prozess. Und ihre Fakten und Schlussfolgerungen erhalten ihre Glaubwürdigkeit nur dadurch, dass sie wiederholt der wissenschaftlichen Kritik und wenn möglich dem Experiment unterzogen wurden und jedes Mal standgehalten haben.

Das große Problem beim „March for Science“ ist nun nicht, dass die Teilnehmer Einschränkungen in der Freiheit der Forschung bemängeln. Die sollten wo sie tatsächlich existieren, selbstverständlich abgestellt werden. Das Problem ist, dass sie das Wort „Wissenschaft“ vor sich hertragen, als würde es aus sich selbst heraus einen Anspruch auf absolute und unumstößliche Wahrheit begründen. Und genau damit befördern sie genau jenen Glaubwürdigkeitsverlust, den sie selbst so sehr kritisieren.

Wissenschaft ist nicht gleich Wissenschaft

Wer alles wissenschaftliche unreflektiert unter diesem Begriff zusammenfasst, der verkennt, dass es eine Abstufung der Wissenschaften nach der Mächtigkeit ihrer Methoden gibt.

Beginnen wir bei der Mathematik. In der Mathematik können Dinge bewiesen werden. Bei den wirklich komplexen Beweisen wird es auch hier schwierig. Diese können sich über viele Seiten erstrecken. Das Genie, welches sie entwickelt, muss dazu Jahre seines Lebens investieren und zu ihrer Prüfung bedarf es einer Reihe mathematischer Korophäen, die für diese Arbeit ebenfalls viel Zeit aufwenden müssen. Hier können natürlich Fehler passieren. Dennoch ist die Mathematik die Wissenschaft, die am ehesten behaupten kann, absolute Wahrheiten entdecken und absichern zu können.

Dann kommen in großem Abstand die Physik und die Chemie. Und schon da wird es schwierig. Physiker glaubten 400 Jahre lang, die von Newton entdeckten physikalischen Gesetze wären die unumstößliche Grundlage ihrer Wissenschaft. Anfang des 20. Jahrhunderts legte Albert Einstein mit der Relativitätstheorie eine Arbeit vor, die diese Gesetze zu einem Spezialfall einer weit komplexeren Welt degradiert. Und dieses neue Bild der Physik hat zu allem Verdruss weit weniger mit unserer unmittelbaren Erfahrung der Welt zu tun, als uns lieb sein kann.

Diese Theorie scheint schlichtweg so „verrückt“, dass selbst ein Großteil der damaligen Physiker sich lange dagegen gewehrt hat. Und als ob das noch nicht genug wäre, erklärt uns die Quantenphysik (die genauso durch Experimente bestätigt wird wie die Relativitätstheorie), dass sich die Welt auf der Ebene der Elementarteilchen völlig anders verhält und nicht einmal mehr das Prinzip von Ursache und Wirkung als gesicherter Fakt gelten kann. Und seitdem versuchen Physiker beide Theorien zu vereinen, da man so lange mit zwei verschiedenen Theorien arbeiten muss, je nachdem, ob man die Welt im Kleinen oder im Großen betrachtet.

Mit diesen Informationen im Hinterkopf, muss man sich unweigerlich fragen, wie es dann um die anderen Wissenschaften bestellt ist. Also denken wir z.B. an die Wirtschaftswissenschaften, die Sozialwissenschaften oder (die von den March of Science Veranstaltern besonders innig geliebte) Klimaforschung. Ich will diese Wissenschaften nicht verdammen. Nichts liegt mir ferner. Aber ihre Beweiskraft kann man nicht ernsthaft mit der der Mathematik auf eine Stufe stellen. Genau dies tut aber jemand, der völlig unreflektiert den Begriff „Wissenschaft“ vor sich her trägt.

Politisierte Wissenschaft

Wir haben kein besseres Instrument als die Wissenschaft und es wäre törricht sie zu ignorieren oder einfach zu verdammen. Aber genauso törricht wäre es auch, ihr blind zu vertrauen, sie wie ein Dogma vor sich her zu tragen und nicht zwischen ihren verschiedenen Zweigen zu differenzieren.

Die Gender-„Wissenschaft“ und die Klimaforschung zeigen zudem sehr eindringlich, wie Wissenschaft politisiert werden kann. Bei der Gender-„Wissenschaft“ handelt es sich um völligen Blödsinn, der nicht das Geringste mit Wissenschaft zu tun hat. Dass man so etwas überhaupt als Wissenschaft verkaufen kann, lässt schon auf einen hohen Grad der Politisierung an den Universitäten schließen und man muss sich angesichst dessen fragen, wie wissenschaftlich es dort überhaupt noch zugeht.

In der Klimaforschung sehen wir dagegen, wie Kritiker mundtot gemacht werden sollen und wie das bloße Abweichen vom Konsens der Mehrheit bereits als eine schändliche Handlung aufgefasst wird. Nun mögen da ja durchaus Spinner dabei sein. Aber man darf nicht vergessen, dass in der Wissenschaftsgeschichte oftmals vermeintliche „Spinner“ für bahnbrechende Entdeckungen verantwortlich waren.

Jetzt ist natürlich erst einmal überhaupt nichts verkehrt daran, Computermodelle für die zukünftige und die vergangene Veränderung des Weltklimas zu erstellen. Aber sich hin zu stellen und auf der Basis dieser Klimamodelle zu sagen, man könne die Zukunft vorhersagen, wenn man noch nichtmal alle Faktoren des Klimas kennt und auch die Gründe für die Eiszeiten nicht abschließend geklärt sind, scheint dann doch etwas verwegen. Ein bisschen mehr Demut wäre hier manchmal angebracht und würde sich sicher positiv auf die eigene Glaubwürdigkeit auswirken.

Fazit

Wir sehen also: Wir sollten skeptisch sein, wenn uns jemand allein mit der bloßen Behauptung der Wissenschaftlichkeit einer Aussage überzeugen will. Zu leicht kann man diesen Begriff missbrauchen, um selbst dem größten Blödsinn, wie z.B. den Gender-„Wissenschaften“, den Glanz absoluter Wahrheit zu verleihen und jede Diskussion im Keim zu ersticken.

Die Veranstalter des „March for Science“ sagen völlig zurecht, dass die Wissenschaft eine Basis unseres demokratischen Diskurses ist. Und genau deshalb muss sie unpolitisch bleiben.

Wie man jede Debatte gewinnt!

Wenn es um die Kunst der Debatte geht, haben wir hier in Europa definitv ein riesiges Problem. Wann hat man das letzte Mal im Fernsehen eine wirklich gute Debatte gesehen? Hier sieht man bestenfalls eine Schlammschlacht, viel Rechthaberei und als überlegene Gewinner gehen Konservative Teilnehmer leider meist auch nicht nach Hause.

Und hier muss man neidlos anerkennen, dass unsere konservativen amerikanischen Freunde uns in diesem Bereich schon einen großen Schritt voraus sind. Aber freuen wir uns darüber, denn so können wir von ihnen lernen. Und je schneller wir lernen, desto besser!

Ben Shapiro fasst sehr gut zusammen, wo für Konservative heute die Hauptprobleme beim Debattieren liegen:

Hier seine wichtigsten Punkte:

  • Wir müssen in der Sprache der Moral sprechen.
  • Die Linken gewinnen nicht, weil sie soviel von Politik verstehen, sondern weil sie wissen, wie sie uns als homophob-sexistische Rassisten hinstellen können, die nichts als Verachtung für die Armen übrig haben. Sie arbeiten primär auf der moralischen Ebene und dort schlagen sie uns auch für gewöhnlich.
  • Man darf nicht mit Effizenz oder Kosten oder anderen logischen Argumenten arbeiten (was wir Konservativen leider nur zu gerne tun). Man muss seine Argumente stattdessen in ein moralisches Gewand kleiden und die Debatte auf der moralischen Ebene führen. Also genau da, wo die Linken auch sind.
  • Die Menschen (die wir überzeugen wollen) wollen das Gefühl haben, dass sie richtig liegen und dass der andere falsch liegt.
  • Die Linken geben den Leuten ein Gefühl von nicht verdienter moralischer Überlegenheit, weshalb sich so viele so gerne auf ihre Seite schlagen und ihre Argumente nachplappern. Hier müssen wir nachziehen!
  • Man muss sie an ihren eigenen Maßstäben messen. Z.B. kann man es explizit herausstellen, wenn sie jemanden zu etwas zwingen wollen und ihnen dann vorwerfen, dass sie totalitär sind (was ja auch der Wahrheit entspricht).
  • Konzentriere dich nicht auf das, was die Leute denken. Konzentriere dich auf das, was sie fühlen!
  • Der Sozialismus ist kein gutes System, das irgendwie vom Weg abgekommen ist und deshalb nicht funktioniert hat. Der Sozialismus hat genauso funktioniert, wie er auch erdacht worden ist. Er war schlichtweg von Anfang an eine furchtbare Idee.

In der Tat macht Ben Shapiro auf eines unserer größten Probleme aufmerksam. Vor 50 Jahren wurden die meisten der heute dominierenden Linken Ideen von einer breiten Mehrheit völlig zurecht als verwerflich und unmoralisch betrachtet. In wenigen Jahrzehnten haben die Linken die Verhältnisse umgekehrt. Sie haben die moralische Deutungshoheit erlangt und die Moral ist heute ihre mächtigste Waffe.

Wir Konservativen machen schon viel zu lange den fatalen Fehler das zu ignorieren. Wir glauben viel zu oft, wir könnten mit guten Argumenten überzeugen. Wenn wir nur die richtigen Zahlen und Fakten liefern, werden die Leute irgendwann schon einsehen, dass wir Recht haben.

Dabei übersehen wir, dass viele unserer Gegner nicht gegen uns kämpfen, weil sie zuvor mit Fakten überzeugt wurden. Gerade die, die Linke Ideen so vehement verteidigen tun dies meist nicht nur aus Überzeugung. Oft tun sie es, weil sie sich moralisch überlegen fühlen wollen. Und wenn wir sie einmal genau beobachten, dann können wir sehen, dass dies für sie auch wunderbar funktioniert. Die linke Ideologie gibt ihnen genau das, was sie wollen. Und deshalb sind sie ihr so ergeben.

Wenn du also das nächste Mal dabei bist, wenn ein Linker wieder den allergrößten Blödsinn vom Stapel lässt und du dich berufen fühlst, ihm mit all den Fakten die du gerade parat hast die Stirn zu bieten: Halte dich erstmal zurück. Entspann dich und höre ihm genau zu. Und achte darauf, wo er mit Moral argumentiert. Wenn du das lange genug machst und ein Gefühl dafür entwickelst wie sie auf der moralischen Ebene arbeiten, kannst du dir deine eigene Strategie zurechtlegen. Überlege dir, wo ihre Schwachstellen sind. Wie kannst du sie auf der moralischen Ebene kontern?

  • Wo sind ihre Umweltschutzutopien asozial gegenüber den sozial Schwachen in unserer Gesellschaft?
  • Wo benachteiligt ihr Fokus auf sexuelle Minderheiten Familien, die kaum über die Runden kommen? Und wie moralisch ist es eine Minderheit ständig zu hofieren, während man Mehrheiten mit Nichtbeachtung und teils sogar mit Verachtung behandelt?
  • Wo benachteiligt ihre Politik der grenzenlosen Sozialhilfe, die, die das alles erarbeiten müssen und am Ende nur eine klägliche Rente bekommen?
  • Wo ist die Gerechtigkeit, wenn man immer weniger von dem bekommt, was man mühsam erarbeitet?
  • Wo ist ihre scheinbar wohlmeinende Fürsorge und ihr Hang zu utopischen Gesellschaftszielen nichts anderes als verkleideter Totalitarismus?

Wenn du ihnen aufmerksam zuhörst, fallen dir sicher noch mehr interessante Argumentationsmuster ein…

Shaming als sozialer Kontrollmechanismus

Was ist Shaming?

Shaming ist ein Mechanismus, um das Verhalten des Einzelnen in der Gruppe zu regulieren. Es betrifft nicht nur Handlungen, sondern oft auch Meinungsäußerungen. Jede Gruppe hat ihre eigenen ungeschriebenen Regeln von Dingen, die nicht getan oder nicht gesagt werden dürfen ohne den Widerspruch der Gruppe (meist nur einiger Meinungsführer oder Offizieller) oder die schleichende und stillschweigende Isolation innerhalb der Gruppe zu provozieren.

Dabei ist Shaming kein Merkmal einer bestimmten Ideologie sondern ein Mechanismus, der in jeder sozialen Gruppe in unterschiedlich starker Ausprägung zu finden ist. Eine Gruppe ist nur deshalb eine Gruppe, weil ihre Mitglieder einander auf irgendeine Weise ähnlich sind. Erst diese Ähnlichkeit macht eine Gruppe überhaupt zu einer Gruppe. So gesehen kann Shaming durchaus als etwas Nützliches betrachtet werden, da es ein Auseinanderdriften und in letzter Konsequenz die Auflösung einer Gruppe verhindert.

Shaming und Gesellschaft

Shaming dient in traditionellen Gesellschaften vor allem dem Zweck, das Individuum zur Übernahme von Verantwortung für diese zu motivieren. Ebenfalls wird es verwendet um die Institutionen dieser Gesellschaft funktionsfähig zu halten.

Ein Beispiel hierfür ist der Militärdienst. In einer traditionellen Gesellschaft wird ein abgeleisteter Militärdienst sehr wohlwollend aufgenommen und man steht dem Militär dankbar gegenüber, weil man weiß, dass diese Männer im Ernstfall den Kopf für alle hinhalten. Soldaten verbal abzuwerten und anzugreifen wird als asozial aufgefasst. Hier findet also ein Shaming von unerwünschtem und für die Gruppe schädlichem Verhalten statt.

Wer jetzt an Militarismus denkt sollte sich vergegenwärtigen, dass Deutschland heute nicht nur sehr weit vom Militarismus entfernt ist, sondern schon lange im gegenüberliegenden Extrem heimisch geworden ist. Eine Gesellschaft die sich nicht selbst verteidigen kann ist letztlich auf Gedeih und Verderb dem Wohlwollen anderer ausgeliefert. Alle Deutschen werden das wieder lernen müssen, spätestens an dem Tag, an dem die USA sich endgültig weigern für unsere Sicherheit einzustehen. So gesehen ist eine positive (nicht fanatische) Einstellung zum Militär ein Merkmal einer intakten Gesellschaft.

Eine wichtige Institution die jeder erfolgreichen Gesellschaft zueigen ist, ist die Ehe. Ihr Zweck ist die Sexualität zu regulieren, ihr ihre potentiell zersörerische Kraft zu nehmen und sie so in für das Gemeinwohl wünschenswerte Bahnen zu lenken. Wieso ist das wichtig?

Nun eine erfolgreiche Gesellschaft benötigt zwei Dinge.

  • Zum einen muss sie die Männer motivieren Leistung zu bringen und ihr ökonomisches Potential auszuschöpfen
  • Außerdem braucht sie Nachkommen, an die sie ihre Werte und ihre Kultur weitergibt

Ein für seine Familie sorgender Ehemann und Familienvater ist in aller Regel ein weit produktiveres und verlässlichers Mitglied der Gesellschaft als der moderne Hedonist. Im Gegensatz zu einem Hedonisten hat er in diesem Leben etwas substanzielles zu verlieren.

Wir Menschen lassen uns leicht zu voreiligen Entscheidungen hinreißen. Vor allem wenn es um Sex geht. Wenn wir aber unser Leben von unseren primitiven Gelüsten abhängig machen, dann werden wir am Ende nur eine Spur der Verwüstung aus kaputten Familien und traumatisierten Kindern hinterlassen. Dies ist der Grund warum in traditionellen Gesellschaften der Ehe nicht nur durch Gesetze sondern auch durch eine starke Erwartungshaltung des engeren Umfelds zu einem hohen Maß an Verbindlichkeit verholfen wird. Wir müssen heute nur mit offenen Augen durchs Leben zu gehen um zu sehen was passiert, wenn diese Verbindlichkeit nicht mehr gegeben ist.

Umdeutung aller Werte

Wie ist es nun möglich, dass sich die Werte unserer Gesellschaft in gerade mal 50 Jahren nicht nur stark verändert sondern ins Gegenteil gekehrt haben?

Ich glaube dass das Shaming dabei eine ganz entscheidende Rolle gespielt hat. Die Achtundsechziger sagten „Wir befreien euch“. Damit haben sie an das kurzfristige Denken der Menschen appeliert, die bestehenden gesellschaftlichen Regeln für illegitim und willkürlich erklärt und zugleich zu ihrem Umsturz aufgerufen. Anschließend haben sie bewusst gegen die herrschenden Shaming-Regeln verstoßen und (ganz wichtig!!!) sind vor dem hereinbrechenden Shitstorm nicht zurückgewichen. Heute sieht man bei Donald Trump sehr schön wie gut das auch in die andere Richtung funktionieren kann.

Mit dieser Taktik waren sie dermaßen erfolgreich, dass sie mittlerweile die Shaming-Regeln unserer Gesellschaft und damit auch unsere offiziell kommunizierten Werte in ihr genaues Gegenteil verkehren konnten. Wir kennen dieses Regelwerk heute auch unter dem Begriff der „Political Correctness“. Wo die Regeln der Vergangenheit das Wohl unserer Gesellschaft beförderten, betreiben die neuen Regeln das genaue Gegenteil. Leider nicht ohne Erfolg.

Nicht alles ist verloren

Aber hier liegt auch der Schlüssel um eine Veränderung zum Guten herbei zu führen. Wenn wir verstehen wie unsere Gegner erfolgreich waren, dann halten wir den Schlüssel in der Hand um sie zu besiegen.

Shaming und die damit verbundenen Regeln legen eine große Macht in die Hände des größten Idioten, sofern er nur alle Regeln und sprachlichen Muster verinnerlicht hat. Aber mit den selben Taktiken mit denen diese Regeln etabliert wurden kann man ihre Macht auch brechen.

Dazu bedarf es der folgenden Dinge:

  • Ein gewisses rhetorisches Geschick
  • Kenntnis der Regeln der Political Correctness um dort anzugreifen wo es am vielversprechendsten ist
  • Fingerspitzengefühl um zu eskalieren ohne über das Ziel hinaus zu schießen
  • Eine wohlbegründete und durchdachte Meinung (welche dem Gegner oft fehlt da er seine „Wahrheit“ meist hat aufgezwungen bekommen)
  • Das Wichtigste: Die Dreistigkeit knallhart zu Widersprechen und kontrolliert zu eskalieren ohne wankelmütig zu werden. Wer ein (siehe Trump)

Manipulation durch Sprache: Die „liberale“ Demokratie

In letzter Zeit hört man immer wieder Begriff wie „liberale“ Demokratie oder „liberaler“ Rechtsstaat. Zudem erfährt man wie sehr diese doch in Gefahr sein sollen. Was auch immer damit genau gemeint sein soll.

Im Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland heißt es dazu:

Art. 20

(1) Die Bundesrepublik Deutschland ist ein demokratischer und sozialer Bundesstaat.

Demokratisch und sozial? Das steht da definitiv. „Liberal“? Fehlanzeige.

(2) Alle Staatsgewalt geht vom Volke aus. Sie wird vom Volke in Wahlen und Abstimmungen und durch besondere Organe der Gesetzgebung, der vollziehenden Gewalt und der Rechtsprechung ausgeübt.

Die Staatsgewalt geht also vom Volk aus und wird durch Wahlen und diverse Staatsorgane ausgeübt. Erzwungene „Liberalität“? Negativ!

(3) Die Gesetzgebung ist an die verfassungsmäßige Ordnung, die vollziehende Gewalt und die Rechtsprechung sind an Gesetz und Recht gebunden.

Alle Staatsorgane sind an Recht und Gesetz gebunden. Klarer Fall von Rechtsstaat. Aber ist dieser von Natur aus „liberal“? Natürlich nicht, er orientiert sich ja schließlich an Recht und Gesetz und nicht an irgendwelchen Ideologien.

Tolle Sache dieses Grundgesetz. Aber die „Liberalität“ ist wohl nicht ganz so stark ausgeprägt wie manche das gerne hätten. Hat möglicherweise etwas mit Demokratie zu tun und dem der Demokratie eigenen Wettstreit verschiedener politischer Überzeugungen. Aber das ist natürlich alles nur eine vage Vermutung.