Die Vergewaltigung von Tulln und der Journalismus

Am 25. April lauerten drei Asylbewerber in der Nähe einer Asylunterkunft im österreichischen Tulln einer 15-Jährigen Einheimischen auf. Sie brachten sie auf einen nahegelegenen Sportplatz und vergewaltigten sie mehrmals.

Nachdem anfänglich versucht wurde den Fall zu vertuschen, schlägt er nun hohe Wellen und die Stadt Tulln weigert sich jetzt sogar, weitere Asylbewerber aufzunehmen.

Die Krone hat mittlerweile ein bewegendes und äußerst lesenswertes Interview mit dem Opfer veröffentlicht. Dieses Interview ist wirklich außergewöhnlich und ich empfehle jedem es zu lesen und es ein wenig auf sich wirken zu lassen, bevor er hier weiter liest:

15 Jährige: „Sie haben mein Leben zerstört“ – Missbrauch in Tulln

Die Rolle des Journalismus

Ich weiß nicht, wie es euch bei der Lektüre dieses Interviews geht. In mir löst dieser Artikel starke Emotionen aus.

Wir wissen alle, dass derartige Verbrechen ständig vertuscht werden. Wir wisssen, dass die Presse – wo immer möglich – Informationen zurückhält, die nicht ins herrschende Narrativ passen. Wir wissen, dass die politische und mediale Elite, wie auch ein großer Teil der Bevölkerung Westeuropas, schlichtweg den Verstand verloren haben. Und das vielleicht Schlimmste ist: Wir haben uns daran gewöhnt.

Doch das hier ist anders. Ich spüre eine große Wut! Ich bin wütend auf diesen primitiven Abschaum, der dieses furchtbare Verbrechen begangen hat. Doch noch viel wütender bin auch auf diejenigen, die zahllose ähnliche Verbrechen vertuscht haben und die solche Verbrechen auch in Zukunft vertuschen werden, wenn sie denn irgendeine Chance sehen, damit davon zu kommen.

Aber da ist noch etwas Anderes. Ich spüre einen Hauch von Normalität, so verrückt das auch klingen mag. Die Presse macht ausnahmsweise mal ihre Arbeit und es ist als würde ein Hauch von Normalität in unsere verrückt gewordene Welt eindringen. Und obwohl wir uns an soviel Irrsinn gewöhnt haben, wird mir plötzlich wieder mit voller Wucht bewusst, wie Wahnsinnig diese Welt ist, in der wir heute leben.

Da sitzen Leute in den Redaktionsstuben, die machen aus jedem dummen Spruch, der irgendeinem geistig unterbelichteten Promi durch die Mundwinkel entwichen ist, eine Sensationsstory.

Doch wenn solch eine schreckliche Sache passiert, wenn jemandem aus unserer Mitte ein solch abscheuliches Verbrechen widerfährt, dann fragen sie sich, ob sie wohl damit davon kommen, wenn sie die Story einfach unter den Tisch fallen lassen. Oder sie machen eine möglichst kleine Meldung der Art „Frau von 3 Männern Vergewaltig“ daraus, die nur das Allernötigste an Information enthält und hoffen, dass die Geschichte damit erledigt ist.

Diese Leute verweigern den Informationsauftrag, den sie ihren Lesern gegenüber haben und sie beschädigen das Ansehen des Journalismus.

Als inoffizielle Vierte Gewalt im Staate ist es zudem ihre Aufgabe, Missstände aufzuzeigen und somit zur demokratischen Willensbildung beizutragen. Auch in diesem Punkt sind sie eine Schande für ihren Berufsstand.

Anstatt ihre Aufgabe zu erfüllen und als Kontrollorgan der Regierung und als Anwalt der Wahrheit aufzutreten machen sie sich zu Komplizen der Mächtigen. Unter dem Vorwand, „Rassismus“ zu verhindern helfen sie fleißig dabei mit, jede Diskussion über eine katastrophale Asyl- und Einwanderungspolitik zu unterdrücken.

Viel schlimmer aber noch wiegt, was sie den Opfern antun. Statt diesen (sofern gewünscht) eine Stimme zu geben, relativieren sie die an ihnen begangenen Verbrechen zu Nichtigkeiten und suggerieren ihnen, dass sie das an ihnen begangene Unrecht am besten vergessen und gar nicht erst darüber reden sollten. Damit stellen sie sich auf die Seite des Unrechts und berauben die Opfer ihrer Würde.

Es ist sehr zu begrüßen, dass die Krone hier einen anderen Weg einschlägt und dem Opfer dieses abscheulichen Verbrechens eine Stimme gibt und die Öffentlichkeit an diesem furchtbaren Schicksal teilhaben lässt.

Es erinnert uns aber auch auf schmerzliche Weise daran, dass dies leider keine Selbstverständlichkeit ist. Man möchte an das Gewissen aller Journalisten appelieren, es der Krone in Zukunft gleich zu tun und ihre verdammte Arbeit zu machen. Doch leider wirkt schon der bloße Gedanke nur allzu naiv…