Protestlied: Angie, du Luder!

Endlich mal ein textlich und musikalisch gutes Protestlied, das die traurige Situation in Deutschland auf den Punkt bringt:

An alle Musiker, die hier mitlesen: Bitte mehr davon 🙂

Advertisements

Angela Merkel erneuert ihren Meineid

Der Bundestag hat Angela Merkel zum vierten Mal zur Bundeskanzlerin gewählt und die nunmehr dritte Große Koalition dieses noch recht jungen Jahrhunderts ist leider Wirklichkeit geworden.

Und auch wenn aus den Reihen der Großen Koalition 35 Abgeordnete ihre Ja-Stimme verweigerten und Angela Merkel so mit nur 9 Stimmen mehr als notwendig zur Kanzlerin gewählt wurde, so macht das vorerst einmal keinen Unterschied. Gewählt ist gewählt.

Und so kam es dann zu einer Situation, wie sie grotesker kaum sein könnte. Angela Merkel erneuerte ihren Amtseid. Will man ehrlich sein, so muss man stattdessen von ihrem Meineid sprechen:

Da schwört die Frau, die Deutschland beschädigt hat wie niemand anders seit 1945 doch tatsächlich zum wiederholten Male und wider besseren Wissens sie wolle den „Nutzen des deutschen Volkes mehren und Schaden von ihm wenden“.

Es gibt weder in der deutschen noch in irgendeiner anderen Sprache Worte, um die Absurdität dieser Situation in all ihren mannigfaltigen Schattierungen zu beschreiben.

Angela Merkel hat nicht nur den Anfang der 90er von der Union ausgehandelten Asylkompromiss außer Kraft gesetzt. Sie hat ihn zugleich in sein Gegenteil, nämlich ein defakto Einwanderungsrecht für Jedermann gekehrt. Dies geschah nicht ohne die tatkräftige Unterstützung der Medien und einflussreicher Vertreter der sogenannten Zivilgesellschaft.

Zugleich betrieb Angela Merkel in der zurückliegenden Legislaturperiode durch ihre Politik, direkt wie indirekt, die Zersetzung des deutschen Nationalstaats und des für seinen Bestand unerlässlichen Zusammengehörigkeitsgefühls seiner Bürger.

Berühmt wie berüchtig ist ihr Ausspruch, in dem sie das deutsche Volk, den Souverän dieses Staates und den Träger des Grundgesetzes, reduziert zu denen, „die schon länger“ – und vermutlich auch nur rein zufällig – „hier leben“.

Wer so spricht, der will uns Deutschen und unserem Staat nicht dienen. Wer so spricht, der offenbart eine fundamentale Ablehnung für dieses Land und seine Identität und der lässt zugleich keinen Zweifel daran, dass er diesen Staat von innen heraus auflösen will.

Und wenn wir heute in den Bundestag blicken, so erkennen wir noch einen ganz anderen Schaden, den Angela Merkel diesem Land, oder besser gesagt, seiner Demokratie zugefügt hat.

Da sitzen doch tatsächlich sechseinhalb Parteien in diesem Parlament und weit und breit gibt es niemanden, der den Willen und zugleich die realistische Option hätte, Merkel zu stürzen und selbst Bundeskanzler zu werden. Nicht einmal Neuwahlen würden im Moment an dieser Situation etwas ändern.

Merkel ist das Kunststück gelungen, sich innerhalb eines demokratischen und auf Gewaltenteilung basierenden politischen Systems alternativlos zu machen – und damit auch ihre Politik. Welch größere Gefahr kann man sich für eine Demokratie vorstellen?

Da hilft es dann auch nichts, wenn der Bundespräsident sich um die Demokratie sorgt und die neue Regierung vor einem „weiter so“ warnt. Der Verursacherin dieser Probleme hat er eben noch eine Urkunde überreicht.

Demos in Merkeldeutschland (Ost und West)

Dieses Video von einer regierungskritischen Demo in Cottbus (Brandenburg) am 3. Februar 2018 macht gerade in den sozialen Netzwerken die Runde:

In Kandel (Rheinland-Pfalz) gab es am 28. Januar 2018 ebenfalls eine Demo:

In Cottbus haben mindestens 3000 Menschen demonstriert, in Kandel waren es mindestens 1000. Der Grund für die Demo in Cottbus war die allgemeine Migrantengewalt in der Stadt, die Demo in Kandel entzündete sich an der Ermordung der 15-jährigen Schülerin Mia im Dezember letzten Jahres durch ihren angeblich ebenfalls 15-jährigen afghanischen Exfreund.

Schön zu sehen, dass sich da etwas tut und die Leute langsam die Angst verlieren und gegen die himmelschreiende Ungerechtigkeit in diesem Land aufbegehren. Ganz besonders erfreulich ist, dass da auch im Westen langsam etwas zu passieren scheint.

Im Angesicht der aktuellen und im Moment völlig unberechenbaren Regierungskrise bin ich sehr gespannt, ob sich da dieses Jahr noch mehr tut. Die Demo-Saison hat gerade erst begonnen und ich will nicht zu optimistisch sein, aber da könnte dieses Jahr durchaus noch einiges passieren.

Wer hätte sich jemals vorstellen können, dass die Altparteien keine Regierung mehr zusammen bekommen und sich gegenseitig zerlegen, nur weil eine neue Partei mit eigentlich zu vernachlässigenden 13% der Stimmen in den Bundestag einzieht? Da hätte man früher nicht lange gefackelt, die Posten vergeben und in einem Monat hätte man eine Koalition aus der Taufe gehoben und alle hätten sich freudig die Staatsknete in die Tasche geschoben. Heute funktioniert nicht einmal mehr das.

Wir Deutschen sind zwar leider riesengroße Waschlappen, aber wenn im Hintergrund Dynamiken am Werke sind, die zu solch krassen Verwerfungen führen, dann liegt vielleicht was noch viel größeres in der Luft.

Manche meinen Neuwahlen würden nichts ändern – wirklich nicht?

Zumindest hört und liest man das immer wieder in Diskussionen. Bei Neuwahlen käme ohnehin wieder mehr oder weniger das selbe Ergebnis heraus wie bei der Bundestagswahl am 24. September 2017. Und deshalb meinen viele, die GroKo wäre alternativlos.

Bundestagsplenum_(Tobias_Koch)

CC BY-SA 3.0 de (Tobias Koch)

Nun ich finde das immer ein wenig erheiternd. Denn tatsächlich würden Neuwahlen eine Menge ändern. Die bloße Ankündigung von Neuwahlen hätte nämlich bereits ein sehr interessantes Resultat: Die Partein müssten sich über den kommenden Wahlkampf Gedanken machen. Und im Zuge dessen müssten sie natürlich auch darüber nachdenken, welche Spitzenkandidaten sie aufstellen.

Schlecht für die Verlierer

Wie man sich leicht denken kann, wäre das gerade für die Wahlverlierer eine sehr gefährliche Situation.

Für Martin Schulz wäre das mit hoher Wahrscheinlichkeit das sofortige Ende seiner Karriere. Er könnte sich bestenfalls wieder auf einen gut bezahlten EU-Posten retten, vielleicht wäre er aber auch komplett erledigt. Für Seehofer würde es ebenfalls sehr eng werden und ich wäre nicht überrascht, wenn Söder die Gelegenheit nutzen würde, um ihn aus dem Weg zu räumen und selbst zu kandidieren.

Bei Merkel sieht es natürlich etwas anders aus. Sie würde noch stärker unter Druck geraten, als das in den vergangenen Monaten bereits der Fall war. Theoretisch wäre es die perfekte Möglichkeit sie und ihre Steigbügelhalter ebenfalls zu entsorgen und die CDU mit frischem Personal zu erneuern.

Angesichts der völligen Willenlosigkeit, die die CDU nun schon seit Jahren demonstriert, würde ich aber keinesfalls darauf wetten. Wie viele Gelegenheiten gab es in den letzten Jahren, um gegen Merkel zu rebellieren?

Die CDU ist sowas von fertig, dass man sich manchmal fragen muss, ob im Konrad-Adenauer-Haus außer Merkel und ein paar Angestellter überhaupt noch jemand zuhause ist.

Vermutlich würde Merkel wieder wochenlang im Hintergrund ackern, bis sie die sedierte und an eigenständigen Entscheidungen gar nicht wirklich Interessierte CDU-Basis wieder hinter sich gebracht hat. Und dann würden sie wieder hinter ihr her in einen kraft- und saftlosen Wahlkampf traben, wie die willenlosen Schafe.

Die Programmfrage

Natürlich müssten die Parteien im Falle von Neuwahlen auch an ihren Programmen feilen und sich zu ihren Plänen für die Zeit nach der Wahl positionieren (auch wenn mittlerweile wohl jeder weiß, wie wertlos solche Aussagen sind).

Die SPD müsste dem Wähler vor allem klar machen, warum man ihr nach dem schulzschen Lügenfiasko noch irgendwas glauben soll. Zudem müsste sie – mehr noch als die CDU – erklären, warum man mit ihr irgendwas anderes als eine erneute GroKo wählen würde. Und sie müssten ein realistisches Regierungsbündnis für die Zeit nach der Wahl anbieten. Bei den aktuellen Umfragewerten natürlich mehr als schwierig.

Die CDU würde vermutlich wieder einen merkeltypischen Schlafwahlkampf führen, allerdings könnten schwankende Umfragewerte hier auch mehr Nervosität reinbringen und das ganze dadurch unberechenbarer machen als gewohnt.

So richtig unterhaltsam wäre die Sache natürlich bei der CSU. Sie wurde bereits bei der letzten Bundestagswahl für ihre Flüchtlingspolitik abgestraft und muss im Herbst auch noch in Bayern zu den Landtagswahlen antreten. Die Parteifunktionäre würden bei einer zusätzlichen Neuwahl des Bundestags vor Nervosität durch die Decke gehen.

Und selbstverständlich würden auch die anderen Parteien sich zumindest geringfügig neu positionieren. So müsste die FDP z.B. in irgendeiner Weise auf die Jamaika-Verhandlungen eingehen und die AfD könnte eventuell sogar die SPD auf der sozialpolitischen Flanke angreifen.

Fazit

Man sieht also: Neuwahlen könnten durchaus hochinteressant werden und auch wenn es irgendwie nahe liegt zu vermuten, dass die politischen Lager immer noch etwa gleich groß sind wie im letzten Herbst, dann ist da doch unglaublich viel Unsicherheit drin. Unter diesen Umständen würde ich es nicht wagen, eine Prognose abzugeben.

Vor diesem Hintergrund ist es manchen Leuten aber natürlich auch ganz recht, dass so viele Wähler so fest davon überzeugt sind, dass Neuwahlen kein anderes Ergebnis bringen würden.

Trump liest der EU-Elite in Davos die Leviten

Trump hat gestern vor dem Weltwirtschaftsforum in Davos gesprochen. Hier die vollständige Rede:

Wer die Rede lieber lesen möchte, für den gibt es auch ein Transkript.

Zusammenfassung

Trump lobt vor dem Weltwirtschaftsforum seine bisherige Politik, die zu Rekordkursen an der Börse und Rekordbeschäftigung in den USA geführt hat. Er macht unmissverständlich klar, dass er der Präsident der Vereinigten Staaten ist und die Interessen seines Landes für ihn immer an erster Stelle stehen werden.

Die USA gehen davon aus, dass die Vertreter anderer Staaten ihre eigenen Länder ebenfalls an die erste Stelle setzen und diesen gegenüber loyal sind. Dies ist eine klare Absage gegen die Aufforderungen zu einem auf Selbstaufgabe errichteten Multilateralismus, wie man sie in Davos von europäischen Staatenlenkern wie Angela Merkel hören konnte.

Gleichzeitig reicht Trump der Welt die Hand zur Kooperation in der Annahme, dass alle Anwesenden für ihre Länder das beste wollen.

Zudem lässt er es sich nicht nehmen Werbung für den Standort USA zu machen, der nach seiner Meinung aufgrund der Steuerreform und sonstiger Deregulierungen der Trump-Administration der beste Wirtschaftsstandort der Welt ist. Laut Donald Trump gab es nie einen besseren Zeitpunkt, um in den USA zu investieren.

 

Die Highlights

Weiterlesen

Angela Merkels Neujahrsansprache 2018

Endlich! Die von ihrem Volk innig geliebte Kanzlerin ist aus höchsten Sphären herabgestiegen, um uns für das neue Jahr 2018 wertvolle Ratschläge zu erteilen und um uns mit ihrer unendlichen Weisheit zu erleuchten.

Die Ansprache gibt’s zum Nachlesen im vollständigen Wortlaut bei Epoch Times.

Und jetzt Schluss mit der regierungstreuen Lobhudelei.

Wenn man das erste Schaudern angesichts des sedierend-pastoralen Tons überwunden und die gröbsten Worthülsen beiseite geschoben hat, dann gibt diese Rede durchaus interessante Einblicke.

Aus zahlreichen Gesprächen und Begegnungen in diesem Jahr weiß ich, dass sich viele von Ihnen Sorgen über den Zusammenhalt in Deutschland machen. Schon lange gab es darüber nicht mehr so unterschiedliche Meinungen. Manche sprechen gar von einem Riss, der durch unsere Gesellschaft geht.

Nennung von Problemen und ihre gleichzeitige Abschwächung („viele unterschiedliche Meinungen“, „viele“, „manche“ etc.) sind ein typisches Merkmal solcher seichter Politikerreden. Aber das Problem des nachlassenden Zusammenhalts ist so groß und so offensichtlich, dass man es nicht mehr verschweigen kann. Deshalb steht es in dieser Rede an erster Stelle und nimmt relativ viel Raum ein.

Fragt sich nur, wer für den nachlassenden Zusammenhalt verantwortlich ist. Hört man Frau Merkel zu, dann drängt sich einem der Gedanke an ein pyromanisch veranlagtes kleines Mädchen auf, das das Haus angezündet hat und der einrückenden Feuerwehr gegenüber glaubhaft macht, vom Feuer völlig überrascht worden zu sein, während es zugleich kluge Ratschläge zum Löschen des Feuers geben will.

21xa2k

Hört, hört!

Dieser Riss in der Gesellschaft. Wo könnte der nur herkommen? Man kann es nicht wissen!

Die einen sagen: Deutschland ist ein wunderbares Land, in dem die Werte unseres Grundgesetzes gelebt werden. Ein Land, das stark und wirtschaftlich erfolgreich ist. In dem noch nie so viele Menschen Arbeit hatten wie heute. Ein Land mit einer weltoffenen und vielfältigen Gesellschaft, mit einem starken Zusammenhalt, in dem sich tagtäglich Millionen Menschen ehrenamtlich für andere engagieren, zum Beispiel im Sport, für Kranke und Schwache oder auch in der Flüchtlingshilfe.

Die anderen sagen: Es gibt zu viele Menschen, die an diesem Erfolg nicht teilhaben. Die nicht mit dem Tempo unserer Zeit mitkommen. Die sehen, dass es ihre Kinder in die Großstädte zieht und sie allein bleiben, in Gebieten, in denen vom Einkauf bis zum Arztbesuch der Alltag immer schwieriger wird. Die sich sorgen, dass es zu viel Kriminalität und Gewalt gibt. Die sich fragen, wie wir die Zuwanderung in unser Land ordnen und steuern können.

Hier wird zum einen die „Spaltung“ der Gesellschaft rhetorisch anerkannt, zum anderen werden die Unzufriedenen als „Abgehängte“ geframed, um die man sich kümmern muss.

Die Leute sind „abgehängt“, sie „sorgen“ sich und sie „fragen sich“ gewisse Dinge. Schöne Umschreibung für Menschen, die einen anderen politischen Kurs wollen, der ihren Interessen gerecht wird und diesen nicht zuwider läuft.

Diese Passage ist in sofern ein Fortschritt, als man die Leute nicht mehr zu völligen Idioten oder dunklen Gestalten erklärt. Die Verachtung weicht, doch die Arroganz ist noch da.

Ich danke deshalb an dieser Stelle ganz besonders den Polizistinnen und Polizisten, die auch heute Abend für uns da sind und zum Beispiel die vielen Silvesterfeiern im Land schützen, wie auch den Soldatinnen und Soldaten, die hierzulande oder in den Auslandseinsätzen ihren Dienst für unser Land tun.

Diese Zeilen nenne ich mal eine Kapitulation vor der Macht des Faktischen. Hat sicher viel Überwindung gekostet, das so „offen“ anzusprechen. Das nach allen Seiten „weltoffene“ Deutschland hat zwar nach außen keine Grenzen, dafür verlaufen die Grenzen jetzt halt auf den Silversterfeiern.

Erinnert mich auch direkt an eine Weihnachtsansprache von Putin (das müsste 2015 gewesen sein), in der dieser den Grenzbeamten an den Grenzen Russlands für ihre Arbeit gedankt hat.

Irgendwo muss die Arbeit halt gemacht werden.

Die Zukunft Deutschlands ist bei all dem untrennbar mit der Zukunft Europas verbunden. 27 Staaten in Europa müssen stärker denn je dazu bewogen werden, als eine Gemeinschaft zusammenzuhalten. Das wird die entscheidende Frage der nächsten Jahre sein.

Die Frau, die die Briten zum Brexit genötigt hat, thematisiert die Europäische Union. In der, welch Überraschung, der Zusammenhalt ebenfalls gefährdet ist. Komplizierte Sache, dieser Zusammenhalt.

Natürlich wird sie diese Sorge um den Zusammenhalt der Europäischen Union nicht von weiteren Versuchen abhalten, die Visegrad-Staaten weiter zur Ansiedlung sogenannter „Flüchtlinge“ – von denen ein großer Teil schlicht und einfach Armutsmigranten sind – zu zwingen.

Und wenn sie dann die letzten Reste der Europäischen Idee zerstört hat (sofern sie vorher niemand aufhält), wird sie uns sicher in ebenso salbungsvollen Worten von ihrem tiefen Bedauern über diese Ereignisse in Kenntnis setzen.

Dass wir uns wieder stärker bewusst werden, was uns im Innersten zusammenhält, dass wir wieder deutlicher das Gemeinsame in den Vordergrund stellen, dass wir uns bemühen, wieder mehr Achtung vor dem anderen zu haben, und zwar Achtung im umfassenden Sinne – aufmerksam sein, wirklich zuhören, Verständnis aufbringen – , das sind meine Wünsche für das neue Jahr.

Was uns im Innersten zusammenhält. Das ist in der Tat eine sehr interessante Frage.

Doch wer Verstand hat, der führt eine Gesellschaft erst gar nicht an einen Punkt, an dem sie sich solch gefährliche Fragen überhaupt stellen muss…

FDP lässt Jamaika platzen

Das hat Lindner clever angestellt. Die FDP lässt die Sondierungsgespräche platzen und bringt sich damit in Stellung für mögliche Neuwahlen.

Ein zu starkes Einknicken bei den Verhandlungen hätte leicht das Ende der FDP bedeuten können, vor allem dann, wenn es letztlich nach einem Koalitionsbruch doch zu Neuwahlen gekommen wäre.

Und da es mit Jamaika offensichtlich nicht voran ging ist es für die FDP nur schlüssig den Sondierungsgesprächen den Todesstoß zu versetzen und so mit einem Imagegewinn aus den Verhandlungen zu gehen.

Die große Frage lautet nun: Wird Merkel sich noch länger halten können?

Wie die Mainstream-Presse an den „Populisten“ scheitert

Der Spiegel hat gerade einen interessanten Artikel zu Andrej Babis, einem tschechischen Milliardär, der dieses Wochenende mit seiner Partei ANO (Aktion unzufriedener Bürger) voraussichtlich die tschechischen Parlamentswahlen gewinnen und der nächste Regierungschef des Landes werden wird. Babis wird auch als der „tschechische Trump“ bezeichnet.

Wenn man bei solchen Artikeln zwischen den Zeilen liest, dann kann man oftmals herauslesen, wie wenig die Mainstream-Medien verstehen, was gerade in der Welt vor sich geht und wie sehr sie in ihrer eigenen Gedankenwelt gefangen sind. Zugleich sieht man sehr deutlich, welche Ideen sie pushen und welche Ideen sie aus ideologischen Gründen niederschreiben.

Dieser Artikel macht da keine Ausnahme.

Er will Regierung und Staat wie ein Unternehmen führen, straff, effizient, natürlich mit ihm als Chef, doch er fordert auch direkte Demokratie mit starker Bürgerbeteiligung. Er polemisiert gegen Angela Merkels Flüchtlingspolitik, gegen Migranten, gegen den Euro, dann wiederum plädiert er für eine gemeinsame europäische Sicherheitspolitik und lobt die Freizügigkeit von Personen, Waren und Kapital in der EU. Babis‘ Schlussappell lautet: „Jetzt oder nie! Wir haben die letzte Chance, das korrupte System zu besiegen!“

Ob man einen Staat wie ein Unternehmen führen kann und sollte, darüber kann man sicher trefflich streiten. Der Rest erscheint mir aber doch mehr als vernünftig.

Direkte Demokratie, Bürgerbeteiligung, keine illegale Einwanderung unter dem Label „Flüchtlingspolitik“, Kritik an der gut gewollten aber schlecht gemachten Gemeinschaftswährung Euro (auch wenn wir hier leider keine Details erfahren), eine europäische Sicherheitspolitik und ein Lob für die offenen Grenzen innerhalb Europas.

Alles Dinge, mit denen ich mich voll und ganz identifizieren kann.

Besonders interessant ist aber wie der Spiegel diesen Satz formuliert:

Er polemisiert gegen Angela Merkels Flüchtlingspolitik, gegen Migranten, gegen den Euro, dann wiederum plädiert er für eine gemeinsame europäische Sicherheitspolitik und lobt die Freizügigkeit von Personen, Waren und Kapital in der EU.

Babis „polemisiert“ also gegen die Dinge, die dem linken Mainstream heilig sind. Also Angela Merkels „Flüchtlingspolitik“, „Migranten“ (Euphemismus für illegale Einwanderer) und den Euro (eine tolle Idee, die in der Praxis einige Probleme verursacht, über die man nicht sprechen möchte).

Ganz überrascht ist man dann, wenn der politische Gegner Dinge gut findet, die man selbst auch unterstützt. Diese Überraschung drückt man aus mit der Wendung „dann wiederum plädiert er für…“. Unglaublich, der böse Populist findet Dinge gut, für die die EU ursprünglich einmal gestanden hat, bevor das Memo kam, dass ab sofort auch illegale Einwanderung zum Wertekanon der EU gehört und man das als „Europäer“ gefälligst gut finden muss.

Auch sehr gut gefällt mir folgender Absatz:

Tschechien geht es gut – doch der Frust ist groß

Dass seine Parolen trotzdem auf so große Resonanz stoßen, erklärt der Politologe Miroslav Mares von der Universität Brünn so: „Es gibt in der Gesellschaft eine verbreitete irrationale Verdrossenheit. In Euroskeptizimus, prorussische Sympathien und Angst vor Flüchtlingen mischt sich das Gefühl vieler Menschen, sie würden von der Elite nicht respektiert. Deshalb wollen viele die politische Klasse pauschal bestrafen.“

Tschechien geht es gut, trotzdem wählen viele aus einer „irrationalen Verdrossenheit“ heraus einen bösen Populisten. Diese Denkweise kennen wir doch irgendwoher. Für mich klingt das immer wie: „Der Pöbel hat Brot und Spiele, trotzdem rebelliert er gegen uns. Was stimmt nicht mit denen?“.

Diese Leute entlarven sich selbst. Nicht nur ist ihr Denken durch und durch elitär, auch scheinen sie zu glauben, dass es im Leben nichts weiter gibt als materiellen Wohlstand. Die Vorstellung, dass vielen Menschen im Moment andere Dinge wichtiger sind als Geld, die muss ihnen wohl vollkommen fremd sein.

Und wenn viele Bürger das Gefühl haben, dass sie von der politischen Elite nicht respektiert werden, ist das dann für einen demokratischen Staat nicht ein großes Problem? Sollte man sich da nicht fragen, was in so einem Staat falsch läuft und ob die Regierung noch die vertritt, die sie vertreten sollte?

Sehr merkwürdig ist dann auch diese Feststellung:

Mit Babis an der Spitze würde in Tschechien antieuropäischer Populismus an Einfluss gewinnen, warnt auch der Politologe Milan Znoj von der Karls-Universität Prag. Einen ähnlichen Weg wie Orbáns Ungarn oder Kaczynskis Polen, so Znoj, werde sein Land aber eher nicht einschlagen: „Wir haben zum Beispiel einfach nicht die nationalistischen Tradition Polens oder Ungarns.“

Auch wenn man sich hier auf einen tschechischen Politologen beruft, diese Aussage entspricht exakt der Linie des Spiegels.

Und obwohl ich Herrn Babis nicht näher kenne, so scheint er gemäß den Informationen dieses Artikels doch sehr proeuropäisch eingestellt zu sein. Er macht den Eindruck als wäre er ein Verfechter eines geeinten Europas mit offenen Binnengrenzen, in dem wir Europäer gemeinsam daran arbeiten, eine friedliche Zukunft für unseren Kontinent und für unsere Kinder zu schaffen.

Nicht nur haben wir damit mehr als genug zu tun, es ist auch in keinster Weise ersichtlich, warum wir parallel zu dieser monumentalen historischen Aufgabe plötzlich „Einwanderer“ aus der dritten Welt auf unserem Kontinent „integrieren“ und somit weiteres Konfliktpotential importieren sollten.

Wer die Geschichte Europas kennt, der weiß, wie instabil unser Kontinent sein kann und der weiß gerade deshalb den Frieden und die Freiheit, die wir in den letzten 27 Jahren genossen haben, zu schätzen.

Von daher kann ich – zumindest anhand dieser Informationen – überhaupt nicht nachvollziehen, was an Andrej Babis „antieuropäisch“ sein soll.

Liebe Spiegel-Redaktion, wenn ihr die „Populisten“ wirklich verstehen wollt, dann müsst ihr endlich heraus kommen, aus euren linksliberalen Echokammern und akzeptieren, dass es noch andere Sichtweisen gibt als die eure. Andernfalls werdet ihr auch in Zukunft nur im Trüben stochern!

Eine Nachricht von Angela Merkel

Im Zeitalter des medialen Vertrauensverlustes muss man ja echt aufpassen, dass man nicht zu einseitig berichtet – selbst auf einem reinen Meinungsblog wie diesem hier. Ansonsten wird einem schnell vorgeworfen, man würde nichts als Fakenews verbreiten und schon ist die Reputation futsch.

Also hab ich gesagt, sind wir hier doch mal ein wenig pluralistischer. Da trifft es sich gut, dass unsere geliebte Kanzlerin Angela Merkel gerade eine Wahlempfehlung zur kommenden Bundestagswahl abgegeben hat, welche ich hier natürlich freudig veröffentliche.

angela-merkel

Bild: Armin Linnartz (CC BY-SA 3.0 DE cropped)

Aber schauen wir uns an, was sie zu sagen hat:

Heute möchte ich zu all jenen Menschen sprechen, die schon länger hier sind.

Wie Sie wissen, wird am Sonntag gewählt. Und diesmal sieht es so aus, als würden schlimme Menschen in den Bundestag einziehen. Wählen Sie die nicht, denn sie tragen Hass auf mich und meine Regierungsarbeit in ihren Herzen.

Meine Regierung hat dieses Land in den letzten 12 Jahren in riesigen Schritten voran gebracht. Wir haben die Mehrwertsteuer an das Einkommen der Bürger angepasst. Wir haben notleidende Banken gerettet und wir haben den Untergang Griechenlands abgewendet. Nach den schrecklichen Ereignissen in Fukushima haben wir dafür gesorgt, dass sich eine solche Tsunamikatastrophe in Deutschland niemals ereignen kann. Im Zuge dessen ist der Strompreis leider geringfügig gestiegen. Wir haben aber dafür gesorgt, dass sich jeder, der sparsam und umweltbewusst ist, von seinem Geld noch genug Strom leisten kann.

Als hunderttausende junger Männer an der Grenze standen, auf der Suche nach einem Land, in dem sie gut und gerne leben, da habe ich nicht lange gezögert. Ich habe sie herein gelassen und Deutschland ist bunter und vielfältiger geworden. Und ich kann ihnen versichern, sie leben wirklich gerne hier und es fehlt ihnen an nichts. Unsere Silvesterfeiern sind lebendiger geworden und unsere Weihnachtsmärkte waren noch nie so aufregend. Wer möchte das noch missen? Wer möchte noch zurück in die Vergangenheit, als alles so dröge und eintönig war auf unseren Straßen und überall in unserem Land?

Manche beklagen zurecht die mangelnde öffentliche Sicherheit. Doch fürchten Sie sich nicht. Keine Partei besitzt mehr Kompetenz auf dem Gebiet der öffentlichen Sicherheit als die Union. Wir werden die Sicherheit in Deutschland wieder herstellen. Das schöre ich, so wahr mir Gott helfe!

Sie sehen also, es gibt überhaupt keinen Grund zur Sorge. Geben Sie Ihre Stimme nicht der AfD!

Geben Sie ihre Stimme meiner CDU bzw. der CSU. Und wenn Sie uns – aus welchen Gründen auch immer – nicht wählen möchten, so geben Sie Ihre Stimme doch einfach einer unserer befreundeten Parteien. Das sind die SPD, die Grünen, die Linkspartei und die FDP. Auch diese Parteien werden mich und meine Politik unterstützen, denn es ist eine gute Politik für unser Land und diese Parteien sind klug und weise genug das zu erkennen.

Es gibt genug echte Alternativen zu einer Alternative, die keine ist und die schlecht ist für unser Land.

Fühlen Sie sich nicht gekränkt oder zurückgesetzt und seien Sie nicht verzagt. Sie wissen doch: Ich liebe alle Menschen!

Und ich will Ihnen allen hier in unserem Land eine neue Heimat geben.

 

Gemeinsam schaffen wir das!

Ihre Bundeskanzlerin, Angela Merkel

Ich weiß nicht wie es euch geht, aber ich bin restlos überzeugt. Wie konnte ich nur so lange so sehr daneben liegen? Unfassbar!

Ein Hoch auf unsere Kanzlerin! Und ein Hoch auf alle, die ihre gute und alternativlose Politik unsterstützen!

 

 

 

 

 

 

Vorsicht: Das ist Satire!!!

(Muss man heutzutage leider dazu schreiben)