FDP-Mann „zerlegt“ AfD im Landtag in Stuttgart

Die linksgrünen Medien haben ihren neuen Helden gefunden. Der FDP-Fraktionschef Hans-Ulrich Rülke hat im Landtag in Stuttgart gegen die AfD ausgeteilt und die Mainstreammedien – insbesondere WeltN24 – feiern ihn dafür.

Hier seine Rede:

Nun hat Herr Rülke mit zwei Punkten recht.

Die AfD fährt tatsächlich eine Strategie der gezielten Provokation. Sie stellt Provokationen in den Raum, wartet die Reaktion ab und rudert dann zurück. Diese Strategie ist nicht schön, aber sie hilft die eklatanten in Deutschland leider noch immer existierenden Denkverbote aufzubrechen. Mir gefällt das auch nicht immer, aber in einem Land, in dem einen selbst so etwas Selbstverständliches und zutiefst Menschliches wie das Nachdenken über die Zukunft des eigenen Landes in die Nähe sozial massiv sanktionierter Tabus bringt, ist eine solch harte Vorgehensweise durchaus angemessen. Man könnte sie mit gutem Recht sogar als einen Akt der Notwehr bezeichnen.

Außerdem liegt er nicht ganz falsch mit seiner Kritik an Björn Höcke. Den dämlichen Witz über dessen Namen hätte er sich allerdings schenken können.

Höcke ist schon öfters mit Auftritten aufgefallen, bei denen er an Dinge erinnert, an die man als seriöser konservativer Politiker niemals irgendwelche Assoziationen wecken möchte. Ich würde Herrn Höcke hier auch durchaus nahe legen, einmal mit einem Rhetoriktrainer über seine Außenwirkung zu sprechen.

Höcke hat der AfD insbesondere mit seiner wenig besonnenen und dem Thema nicht angemessenen Rede zur Erinnerungspolitik großen Schaden zugefügt. Von daher kann ich es durchaus verstehen, wenn bei manchen gewisse Assoziationen aufkommen, wenn Herr Höcke sagt:

Ich will, dass Deutschland nicht nur eine tausendjährige Vergangenheit hat, ich will, dass Deutschland auch eine tausendjährige Zukunft hat.

Egal ob man Höcke heißt oder nicht, man kann man das auch anders ausdrücken. Das macht es aber in der Sache nicht falsch. Auch mich würde es sehr freuen, wenn es in 500 oder gar in 1000 Jahren noch ein Deutschland und ein Europa gibt, die als solche noch wiederzuerkennen sind und in dem meine Nachfahren leben.

Hier möchte ich Herrn Rülke gerne Fragen, wie denn sein Zeithorizont aussieht, für das Land, dem er angeblich dient. Wie lange sollte es seiner Meinung nach denn noch existieren? 20 Jahre? 10 Jahre? Oder vielleicht doch nur 5?

Wo die von WeltN24 implizierte rhetorische Brillianz des Redners abgeblieben sein soll, ist mir schleierhaft. Sprachlich hätte man das besser rüber bringen können.

Jörg Meuthen hat da meiner Meinung nach – selbst wenn man die politische Präferenz mal außen vor lässt – ohnehin deutlich mehr zu bieten:

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Franz Josef Strauß: Der Kampf um die Sprache

Früher fand ich dieses Video sehr gut und dachte es trifft den Nagel auf den Kopf. Mittlerweile frage ich mich aber, ob Franz Josef Strauß nicht einer fatalen Fehleinschätzung aufgesessen ist und wir deshalb den Kulturkampf gegen die 68er verloren haben, weil kein Konservativer damals verstanden hatte, worum es eigentlich geht.

Es ist nicht wirklich ein Kampf um die Sprache. Die Sprache ist nur das Werkzeug. Es ist in erster Linie ein Kampf um die Moral und um die moralische Deutungshoheit. Und da haben die Linken uns in den letzten 50 Jahren gnadenlos überrannt…

Wie man jede Debatte gewinnt!

Wenn es um die Kunst der Debatte geht, haben wir hier in Europa definitv ein riesiges Problem. Wann hat man das letzte Mal im Fernsehen eine wirklich gute Debatte gesehen? Hier sieht man bestenfalls eine Schlammschlacht, viel Rechthaberei und als überlegene Gewinner gehen konservative Teilnehmer leider meist auch nicht nach Hause.

Und hier muss man neidlos anerkennen, dass unsere konservativen amerikanischen Freunde uns in diesem Bereich schon einen großen Schritt voraus sind. Aber freuen wir uns darüber, denn so können wir von ihnen lernen. Und je schneller wir lernen, desto besser!

Ben Shapiro fasst sehr gut zusammen, wo für Konservative heute die Hauptprobleme beim Debattieren liegen:

Hier seine wichtigsten Punkte:

  • Wir müssen in der Sprache der Moral sprechen.
  • Die Linken gewinnen nicht, weil sie soviel von Politik verstehen, sondern weil sie wissen, wie sie uns als homophob-sexistische Rassisten hinstellen können, die nichts als Verachtung für die Armen übrig haben. Sie arbeiten primär auf der moralischen Ebene und dort schlagen sie uns auch für gewöhnlich.
  • Man darf nicht mit Effizenz oder Kosten oder anderen logischen Argumenten arbeiten (was wir Konservativen leider nur zu gerne tun). Man muss seine Argumente stattdessen in ein moralisches Gewand kleiden und die Debatte auf der moralischen Ebene führen. Also genau da, wo die Linken auch sind.
  • Die Menschen (die wir überzeugen wollen) wollen das Gefühl haben, dass sie richtig liegen und dass der andere falsch liegt.
  • Die Linken geben den Leuten ein Gefühl von nicht verdienter moralischer Überlegenheit, weshalb sich so viele so gerne auf ihre Seite schlagen und ihre Argumente nachplappern. Hier müssen wir nachziehen!
  • Man muss sie an ihren eigenen Maßstäben messen. Z.B. kann man es explizit herausstellen, wenn sie jemanden zu etwas zwingen wollen und ihnen dann vorwerfen, dass sie totalitär sind (was ja auch der Wahrheit entspricht).
  • Konzentriere dich nicht auf das, was die Leute denken. Konzentriere dich auf das, was sie fühlen!
  • Der Sozialismus ist kein gutes System, das irgendwie vom Weg abgekommen ist und deshalb nicht funktioniert hat. Der Sozialismus hat genauso funktioniert, wie er auch erdacht worden ist. Er war schlichtweg von Anfang an eine furchtbare Idee.

In der Tat macht Ben Shapiro auf eines unserer größten Probleme aufmerksam. Vor 50 Jahren wurden die meisten der heute dominierenden Linken Ideen von einer breiten Mehrheit völlig zurecht als verwerflich und unmoralisch betrachtet. In wenigen Jahrzehnten haben die Linken die Verhältnisse umgekehrt. Sie haben die moralische Deutungshoheit erlangt und die Moral ist heute ihre mächtigste Waffe.

Wir Konservativen machen schon viel zu lange den fatalen Fehler das zu ignorieren. Wir glauben viel zu oft, wir könnten mit guten Argumenten überzeugen. Wenn wir nur die richtigen Zahlen und Fakten liefern, werden die Leute irgendwann schon einsehen, dass wir Recht haben.

Dabei übersehen wir, dass viele unserer Gegner nicht gegen uns kämpfen, weil sie zuvor mit Fakten überzeugt wurden. Gerade die, die Linke Ideen so vehement verteidigen tun dies meist nicht nur aus Überzeugung. Oft tun sie es, weil sie sich moralisch überlegen fühlen wollen. Und wenn wir sie einmal genau beobachten, dann können wir sehen, dass dies für sie auch wunderbar funktioniert. Die linke Ideologie gibt ihnen genau das, was sie wollen. Und deshalb sind sie ihr so ergeben.

Wenn du also das nächste Mal dabei bist, wenn ein Linker wieder den allergrößten Blödsinn vom Stapel lässt und du dich berufen fühlst, ihm mit all den Fakten die du gerade parat hast die Stirn zu bieten: Halte dich erstmal zurück. Entspann dich und höre ihm genau zu. Und achte darauf, wo er mit Moral argumentiert. Wenn du das lange genug machst und ein Gefühl dafür entwickelst wie sie auf der moralischen Ebene arbeiten, kannst du dir deine eigene Strategie zurechtlegen. Überlege dir, wo ihre Schwachstellen sind. Wie kannst du sie auf der moralischen Ebene kontern?

  • Wo sind ihre Umweltschutzutopien asozial gegenüber den sozial Schwachen in unserer Gesellschaft?
  • Wo benachteiligt ihr Fokus auf sexuelle Minderheiten Familien, die kaum über die Runden kommen? Und wie moralisch ist es eine Minderheit ständig zu hofieren, während man Mehrheiten mit Nichtbeachtung und teils sogar mit Verachtung behandelt?
  • Wo benachteiligt ihre Politik der grenzenlosen Sozialhilfe, die, die das alles erarbeiten müssen und am Ende nur eine klägliche Rente bekommen?
  • Wo ist die Gerechtigkeit, wenn man immer weniger von dem bekommt, was man mühsam erarbeitet?
  • Wo ist ihre scheinbar wohlmeinende Fürsorge und ihr Hang zu utopischen Gesellschaftszielen nichts anderes als verkleideter Totalitarismus?

Wenn du ihnen aufmerksam zuhörst, fallen dir sicher noch mehr interessante Argumentationsmuster ein…