Die Russenverschwörung: Hinter jedem Busch ein Russ!

Es hört einfach nicht mehr auf! Wo auch immer im Westen ein Politiker oder eine Partei gegen das Establishment stehen, werden ihnen zu enge Kontakte nach Russland vorgeworfen.

Ist das Hysterie oder hat das Methode?

Auslandskontakte

Grundsätzlich ist nichts dagegen einzuwenden, wenn eine aus einer Gesellschaft selbst hervorgegangene Oppositionsbewegung Kontakte ins Ausland pflegt.

Unsere wohlmeinenden linksliberalen Freunde haben es jahrzehntelang vorgemacht. Sie haben die „Progressive“ Internationale beschworen und dem Konzept der Nicht-Regierungsorganisationen einen Heiligenschein verpasst.

Diese NGOs vertreten spätestens seit den 80ern linksliberale Ideen in Staaten, die „noch nicht so weit sind wie wir“ und führen sie auf den Weg von Tugend und Fortschritt. Wäre ja schließlich unmoralisch und verwerflich, wenn wir diesen rückständigen – pardon, benachteiligten – Menschen nicht mit unserer unendlichen Weisheit den Weg in die Zukunft ebnen würden. Nein, sie in Ruhe zu lassen würde bedeuten, sie um ihren gerechten Platz in unserem linksliberalen Utopia zu betrügen.

Unsere Freunde wissen, was das Beste für andere ist und werden niemals müde, sie das auch wissen zu lassen.

Dabei übersehen sie nur zu leicht, dass man durchaus geteilter Meinung darüber sein kann, in wie weit die Einmischung in die Belange eines fremden Staates moralisch überhaupt vertretbar ist.

Wenn eine Oppositionsbewegung von sich aus Kontakte ins Ausland pflegt, ist daran sicher nichts Verwerfliches. Wird sie aber aus dem Ausland aufgebaut, dann ist das schon sehr fragwürdig. Die Realität spielt sich meist irgendwo zwischen diesen beiden Polen ab und ich finde es sehr schwierig im Einzelfall darüber zu urteilen.

Kostprobe der eigenen Medizin

In den letzten Jahrzehnten mussten unsere wohlmeinenden Freunde über solche Feinheiten nicht großartig nachdenken. Diese Angelegenheit war nämlich eine ziemlich einseitige. Sie gewannen in ihren eigenen Ländern immer mehr an Einfluss und konnten mit der Zeit auch immer öfters Einfluss auf andere Länder ausüben. Sie behaupteten die Demokratie fördern zu wollen, tatsächlich ging es ihnen in erster Linie um die Verbreitung ihrer linksliberalen Überzeugungen.

Doch die Welt hat sich verändert. Das Internet wurde am Anfang des 21. Jahrhunderts langsam erwachsen und heute kann jeder einzelne von uns ein Blog, eine Webseite oder einen Social Media Account erstellen und dort seine Gedanken mit der ganzen Welt teilen.

Eine in der Geschichte beispiellose Demokratisierung der veröffentlichten Meinung hat gerade erst begonnen. Sie versetzt sie uns prinzipiell in die Lage, uns von den klassischen Massenmedien und ihrer oftmals fragwürdigen Auswahl der zu veröffentlichenden Informationen zu emanzipieren.

Natürlich hat auch diese Neuerung ihre Schattenseiten. Staatliche und nichtstaatliche Akteure können mithilfe des Internets auf relativ einfache Weise ein großes Publikum erreichen und so gezielte Meinungsmache betreiben. Das ist ein Problem und es ist ein Problem, für das die moderne Demokratie noch Lösungen finden muss. Selbstredend kann eine solche Lösung nicht in der Abschaffung von Demokratie und Meinungsfreiheit bestehen.

Hier liegt dann auch eine feine Ironie verborgen. Das Internet ermöglicht es heute leicht eine große Öffentlichkeit anzusprechen und zugleich gibt es mit Russland einen Gegenpol zum westlichen Linksliberalismus. Und so finden sich unsere lieben Freunde plötzlich in einer bisher völlig unbekannten Situation wieder. Konnten sie früher ihre Ideen unreflektiert in andere Länder exportieren und alle die daran Kritik übten pauschal als Gegner der Demokratie verunglimpfen, so sind die Rollen heute mit einem Mal vertauscht.

Eine heimische Opposition formiert sich gegen ihre Ideen. Und eine fremde Macht steht im Verdacht, diese Opposition zu unterstützen. Als ihre Ideen mehr oder weniger unstrittig waren, haben sich gerne und überschwänglich als Verteidiger von Demokratie und Meinungsfreiheit inszeniert. Jetzt wo Demokratie und Meinungsfreiheit für ihre Ideen zur Gefahr werden, geraten sie in ein Dilemma.

Einerseits sind sie in ihrem Selbstbild doch die größten Verteidiger der Meinungsfreiheit, andererseits gibt es da plötzlich so viele „falsche“ Meinungen, die es gar nicht geben dürfte und die man eigentlich verbieten sollte. Ein einziges Dilemma!

Russland-Connections

Vor diesem Hintergrund muss man alle Russlandvorwürfe gegen westliche Anti-Establishment-Politiker betrachten. Völlig unstrittg findet zwischen Russland und dem Westen ein Informationskrieg statt und es ist auch kein Geheimnis, dass Russland in Europa gerne gewissen Regierungswechsel sehen würde.

Man darf hier aber nicht übersehen, dass diese Oppositionsbewegungen aus den westlichen Gesellschaften selbst heraus entstanden sind und auch ohne die marginale Unterstützung aus Russland nicht merklich schwächer wären. Und was gibt es demokratischeres, als sich darüber zu ärgern, dass die Regierung nicht den eigenen Interessen dient? Dieser Gemütszustand ist nichts anderes als der Urfunke der Demokratie selbst.

Wenn unsere wohlmeinenden linksliberalen Freunde nun diesen Politikern zu innige Kontakte nach Moskau unterstellen, dann bedienen sie sich des alten Russlandfeindbilds des kalten Krieges und suchen einen Sündenbock für die Krise der westlichen Demokratie, die sie selbst herbei geführt haben. Sie behaupten damit zudem unterschwellig, diese Leute würden ihre Wähler nicht repräsentieren und sie wären nicht Teil ihres eigenen Landes. Sie versuchen sie vom demokratischen Diskurs auszuschließen, indem sie sie als Agenten eines fremden Staates framen, was letztlich auf ihre Delegitimation hinaus läuft.

Das ist für sie natürlich sehr bequem, da dieser elegante Ausschluss ungliebter Meinungen und Akteure ihr makelloses Selbstbild als aufrechte Demokraten wieder herstellt. Zuende gedacht sind das aber genau die autoritären Taktiken, die man im Westen an Putins Russland immer zurecht kritisiert hat.

Die aktuellen Vorwürfe gegen Trumps Wahlkampfteam wiegen natürlich ungleich schwerer. Sollte sein Team mit russischen Offiziellen Kontakt gehabt haben mit dem Ziel, die Wahl durch die zeitlich vorteilhafte Veröffentlichung von kompromittierenden Informationen über Hillary Clinton zu Trumps Gunsten zu manipulieren, ginge das tatsächlich in Richtung Landesverrat. Vor ein paar Jahren hätte ich sowas noch grundsätzlich verdammt. Allerdings, und es schockiert mich selbst das zu sagen, wird heutzutage selbst das von den Umständen relativiert. Und wenn es ums Relativieren geht sind unsere wohlmeinenden linksliberalen Freunde leider wie immer ganz vorne mit dabei.

Die Sache ist nämlich die: Wenn dieser Worst-Case eintreten sollte, dann haben wir einen US-Präsidenten, der möglicherweise nur durch Manipulation an die Macht gekommen ist und dem Landesverrat vorgeworfen wird von Leuten, die selbst für offene Grenzen werben, Staatsbürger im Sinne einer kruden One-World-Ideologie am liebsten mit Nicht-Staatsbürgern auf eine Stufe stellen und somit die staatliche Ordnung defakto abschaffen wollen. Irgendwie grotesk, wenn ausgerechnet diese Leute nach Landesverrat rufen!

Aber das ist die Welt, in der wir heute leben, das ist der Westen im Jahre 2017…

March for Science: Die Politisierung der Wissenschaft

Die Linke Deutungshoheit ist in Gefahr. In allen Ländern des Westens ist sie in Bedrängnis geraten. Schuld daran sind moralisch verkommene Individuen, sogenannte „Rechtspopulisten“. Diese äußerst unangenehmen Zeitgenossen erdreisten sich, lästige Fragen zu stellen und teils für Jahrzehnte sorgsam gehütete Dogmen anzuzweifeln. Sie haben keinen Respekt für den Status Quo und sie akzeptieren keine Wahrheit, die sie nicht zuvor selbst geprüft haben. Die Situation ist so schlimm, dass jetzt sogar schon die Wissenschaft bemüht werden muss, um diesen Unholden Einhalt zu gebieten.

So geschehen bei den weltweiten „March for Science“ Demonstrationen an diesem Wochenende, bei denen weltweit zehntausende Menschen bei über 600 Einzelveranstaltungen auf die Straße gegangen sind.

march-for-science

March for Science

Initiiert wurde diese Bewegung von US-Wissenschaftlern (weitgehend außerhalb der MINT-Fächer), die seit Trumps Wahl zum Präsidenten Angst um ihre Forschungsgelder haben. Sie fürchten sich laut Aussage des deutschen Ablegers vor allem vor politischen Kampfbegriffen wie „alternativen Fakten“ und „Fake News“.

Das klingt nicht nur sehr politisch, das ist auch sehr politisch. Politik aber, hat in der Wissenschaft, mit Ausnahme der Geschichts- und Politikwissenschaft, überhaupt nichts zu suchen. Und dort auch nur als Gegenstand der wissenschaftlichen Betrachtung. Wer sich hier allzu politisch gibt, macht sich schnell unglaubwürdig.

Die Wissenschaft lebt davon, dass Faken und Schlussfolgerungen mithilfe der Wissenschaftlichen Methode seziert werden. Die Kritik ist quasi das Hauptwerkzeug der Wissenschaft. Alles muss angezweifelt werden können, sofern die Kritik denn fundiert ist. Nur so kann man falsche Annahmen eliminieren. Dabei ist die Wissenschaft niemals perfekt. Sie ist ein von Menschen betriebener Prozess. Und ihre Fakten und Schlussfolgerungen erhalten ihre Glaubwürdigkeit nur dadurch, dass sie wiederholt der wissenschaftlichen Kritik und wenn möglich dem Experiment unterzogen wurden und jedes Mal standgehalten haben.

Das große Problem beim „March for Science“ ist nun nicht, dass die Teilnehmer Einschränkungen in der Freiheit der Forschung bemängeln. Die sollten wo sie tatsächlich existieren, selbstverständlich abgestellt werden. Das Problem ist, dass sie das Wort „Wissenschaft“ vor sich hertragen, als würde es aus sich selbst heraus einen Anspruch auf absolute und unumstößliche Wahrheit begründen. Und genau damit befördern sie genau jenen Glaubwürdigkeitsverlust, den sie selbst so sehr kritisieren.

Wissenschaft ist nicht gleich Wissenschaft

Wer alles wissenschaftliche unreflektiert unter diesem Begriff zusammenfasst, der verkennt, dass es eine Abstufung der Wissenschaften nach der Mächtigkeit ihrer Methoden gibt.

Beginnen wir bei der Mathematik. In der Mathematik können Dinge bewiesen werden. Bei den wirklich komplexen Beweisen wird es auch hier schwierig. Diese können sich über viele Seiten erstrecken. Das Genie, welches sie entwickelt, muss dazu Jahre seines Lebens investieren und zu ihrer Prüfung bedarf es einer Reihe mathematischer Korophäen, die für diese Arbeit ebenfalls viel Zeit aufwenden müssen. Hier können natürlich Fehler passieren. Dennoch ist die Mathematik die Wissenschaft, die am ehesten behaupten kann, absolute Wahrheiten entdecken und absichern zu können.

Dann kommen in großem Abstand die Physik und die Chemie. Und schon da wird es schwierig. Physiker glaubten 400 Jahre lang, die von Newton entdeckten physikalischen Gesetze wären die unumstößliche Grundlage ihrer Wissenschaft. Anfang des 20. Jahrhunderts legte Albert Einstein mit der Relativitätstheorie eine Arbeit vor, die diese Gesetze zu einem Spezialfall einer weit komplexeren Welt degradiert. Und dieses neue Bild der Physik hat zu allem Verdruss weit weniger mit unserer unmittelbaren Erfahrung der Welt zu tun, als uns lieb sein kann.

Diese Theorie scheint schlichtweg so „verrückt“, dass selbst ein Großteil der damaligen Physiker sich lange dagegen gewehrt hat. Und als ob das noch nicht genug wäre, erklärt uns die Quantenphysik (die genauso durch Experimente bestätigt wird wie die Relativitätstheorie), dass sich die Welt auf der Ebene der Elementarteilchen völlig anders verhält und nicht einmal mehr das Prinzip von Ursache und Wirkung als gesicherter Fakt gelten kann. Und seitdem versuchen Physiker beide Theorien zu vereinen, da man so lange mit zwei verschiedenen Theorien arbeiten muss, je nachdem, ob man die Welt im Kleinen oder im Großen betrachtet.

Mit diesen Informationen im Hinterkopf, muss man sich unweigerlich fragen, wie es dann um die anderen Wissenschaften bestellt ist. Also denken wir z.B. an die Wirtschaftswissenschaften, die Sozialwissenschaften oder (die von den March of Science Veranstaltern besonders innig geliebte) Klimaforschung. Ich will diese Wissenschaften nicht verdammen. Nichts liegt mir ferner. Aber ihre Beweiskraft kann man nicht ernsthaft mit der der Mathematik auf eine Stufe stellen. Genau dies tut aber jemand, der völlig unreflektiert den Begriff „Wissenschaft“ vor sich her trägt.

Politisierte Wissenschaft

Wir haben kein besseres Instrument als die Wissenschaft und es wäre törricht sie zu ignorieren oder einfach zu verdammen. Aber genauso törricht wäre es auch, ihr blind zu vertrauen, sie wie ein Dogma vor sich her zu tragen und nicht zwischen ihren verschiedenen Zweigen zu differenzieren.

Die Gender-„Wissenschaft“ und die Klimaforschung zeigen zudem sehr eindringlich, wie Wissenschaft politisiert werden kann. Bei der Gender-„Wissenschaft“ handelt es sich um völligen Blödsinn, der nicht das Geringste mit Wissenschaft zu tun hat. Dass man so etwas überhaupt als Wissenschaft verkaufen kann, lässt schon auf einen hohen Grad der Politisierung an den Universitäten schließen und man muss sich angesichst dessen fragen, wie wissenschaftlich es dort überhaupt noch zugeht.

In der Klimaforschung sehen wir dagegen, wie Kritiker mundtot gemacht werden sollen und wie das bloße Abweichen vom Konsens der Mehrheit bereits als eine schändliche Handlung aufgefasst wird. Nun mögen da ja durchaus Spinner dabei sein. Aber man darf nicht vergessen, dass in der Wissenschaftsgeschichte oftmals vermeintliche „Spinner“ für bahnbrechende Entdeckungen verantwortlich waren.

Jetzt ist natürlich erst einmal überhaupt nichts verkehrt daran, Computermodelle für die zukünftige und die vergangene Veränderung des Weltklimas zu erstellen. Aber sich hin zu stellen und auf der Basis dieser Klimamodelle zu sagen, man könne die Zukunft vorhersagen, wenn man noch nichtmal alle Faktoren des Klimas kennt und auch die Gründe für die Eiszeiten nicht abschließend geklärt sind, scheint dann doch etwas verwegen. Ein bisschen mehr Demut wäre hier manchmal angebracht und würde sich sicher positiv auf die eigene Glaubwürdigkeit auswirken.

Fazit

Wir sehen also: Wir sollten skeptisch sein, wenn uns jemand allein mit der bloßen Behauptung der Wissenschaftlichkeit einer Aussage überzeugen will. Zu leicht kann man diesen Begriff missbrauchen, um selbst dem größten Blödsinn, wie z.B. den Gender-„Wissenschaften“, den Glanz absoluter Wahrheit zu verleihen und jede Diskussion im Keim zu ersticken.

Die Veranstalter des „March for Science“ sagen völlig zurecht, dass die Wissenschaft eine Basis unseres demokratischen Diskurses ist. Und genau deshalb muss sie unpolitisch bleiben.

Alpha as Fuck!

Wir sind eine Generation von Männern, die von Frauen aufgezogen wurde. Viele von uns hatten keinen Vater oder er war nur selten zuhause. Manche hatten auch einen Vater, der sehr passiv war und sich ständig von seiner Frau herumkommandieren ließ. Wir sind eine Generation von Männern, die nie gelernt hat, wie man sich wie ein Mann verhält.

Und wenn man mit offenen Augen durch die Welt geht, dann sieht man diese konfliktscheuen und devoten Männer überall. Viele von ihnen haben sich bequem eingerichtet in einem linken Weltbild, welches für sie gerade deshalb so verführerisch ist, weil es ihnen für alle Misstände in Westeuropa eine Ausflucht liefert. Wenn ich nur fest genug daran glaube, dass wir gerade nicht unsere Zukunft verspielen, dass die deutsche Regierung nicht das Grundgesetz bricht und wenn ich verdränge, dass zukünftige Generationen völlig zurecht mit Verachtung auf uns herabblicken werden, dann muss ich nichts tun und muss nichts riskieren. Und wie schön sogar noch ein Narrativ zu haben, das einem nicht nur sagt, dass man kein Schlappschwanz ist, sondern in dessen Schatten man sich sogar als Held und Kämpfer gegen den bösen „Populismus“ inszenieren kann. Wie praktisch und bequem dies doch ist!

Nirgendwo ist der Mangel an richtigen Männern folgenschwerer als in der Politik. Seit 2005 ist Angela Merkel Bundeskanzlerin. In dieser Zeit hat sie alle ihre innerparteilichen Konkurrenten politisch erledigt. Ihre Politik ist geprägt von Zögern und Abwarten. Kristallisiert sich eine Mehrheitsmeinung heraus, ist sie plötzlich auch die ihre. Sicher ist Frau Merkel sehr geübt in der politischen Intrige. Und von den Kommunisten der SED wie auch von Helmut Kohl dürfte sie viel gelernt haben. Aber erklärt das, weshalb sie mit einer solchen Politik der Passivität durch kommt?

Erst vor kurzem wurde bekannt, dass Ende 2015 die gewaltsame Schließung der deutschen Grenze geplant war. Frau Merkel zog den Befehl allerdings in letzter Minute zurück, weil niemand in der Regierung genug Rückgrat hatte, seinen Job  zu tun und dafür vor der moralisch betroffenen Medienmeute gerade zu stehen. Spätestens da wäre ein Franz Josef Strauß auf die Barrikaden gegangen und hätte diese Politik umgehend beendet. Wenn jemand wie Merkel unter ihm als bayerischem Ministerpräsidenten denn überhaupt so lange auf dem Kanzlerstuhl hätte kleben können.

Die ehemaligen „Landesfürsten“ und vermuteten Alphamänner der CDU haben sich als Luftnummern erwiesen. Die „Männer“, die heute noch in der einst stolzen und konservativen CDU unterwegs sind, sind allesamt so ungefährlich, dass Merkel sie auf ihren Posten belässt. Denn ein Pudel ist nützlich und fürchten muss man sich vor ihm nicht.

Nachdem man sich dieses Trauerspiel nunmehr seit bald 15 Jahren ansehen muss, wie glücklich kann man da doch sein, dass Merkel endlich ihren Meister gefunden hat? Wenn es auch kein Ruhmesblatt für die deutschen Männer ist, dass ihr in 15 Jahren keiner die Stirn bieten konnte, so muss man doch dankbar sein, dass es wenigstens in Amerika endlich mal einer tut:

merkel-trump-washington

Donald Trumps Abneigung für Angela Merkel und ihre Politik war beim ersten Treffen der beiden weder zu übersehen noch zu überhören. Zwar hat er sich weitgehend diplomatisch gezeigt, aber die Abneigung lag förmlich in der Luft. Und gerade die Szene, als er beim Fototermin von Journalisten wie auch von Merkel selbst mehrmals zum Handschlag aufgefordert wird ist symbolisch. Hinterher hat er behauptet, er hätte die Aufforderung nicht gehört. Dies kann wohl als weiteres Zeichen der Geringschätzung gewertet werden. Offensichtlich wollte er symbolische Bilder vermeiden, die auf eine allzu große politische Nähe der beiden schließen lassen.

Während der Pressekonferenz betonte Trump die Wichtigkeit des gemeinsamen Kampfes gegen den Islamischen Staat. Er lobte Deutschlands bisherigen Einsatz in dieser Sache, wobei sich dieses Lob angesichts unserer tatsächlichen „Leistungen“ auf diesem Gebiet auch durchaus als spöttische Aufforderung zu mehr Einsatz deuten lässt.

Er rief auf zu einem fairen Handel, den er als Gegenpol zum bisher praktizierten Freihandel betrachtet. Und wenn er auch Gentleman-like einen allzu direkten Angriff auf Merkel vermied, so machte er doch unmissverständlich klar, dass seine Administration ihre Aufgabe in der Vertretung der Interessen der eigenen Bürger sieht und dass der Wohlstand und die Sicherheit Amerikas seine absolute Priorität sind. Den ultimativen Kontrapunkt zu Merkel und ihrer fehlgeleiteten Politik setzte er mit einem einzigen Satz, der so richtig wie eingängig ist:

Immigration is a privilege, not a right.

Auf Deutsch (und man sollte sich diesen Satz wirklich auf der Zunge zergehen lassen):

Einwanderung ist ein Privileg, kein Recht!

Meiner Meinung nach der Höhepunkt seiner Vorstellung aber war, als er die erwiesene Abhöraktion der NSA unter Obama gegen Angela Merkel und seine bisher unbewiesene Behauptung, er sei im Wahlkampf von Obama abgehört worden zu einem echten Brüller verarbeitete:

Was soll man dazu sagen? Alpha as fuck!

Deutschland zuerst!?

schwarzrotgold-adler

Als Donald Trump in seiner Antrittsrede die Maxime „America First“ zum Grundsatz seiner Politik erklärte, warnte man davor, wie gefährlich eine solch nationalistische Denkweise doch sei. Viele im linken Lager waren schockiert, dass sich jemand traut so etwas Ungeheuerliches zu fordern.

Was uns aber tatsächlich schockieren sollte, ist dass dieser Begriff überhaupt Beachtung findet. Es ist doch nicht nationalistisch, wenn der amerikanische Präsident erklärt, dass die Interessen Amerikas der Dreh- und Angelpunkt seiner Politik sind. Das ist nicht Nationalismus, das ist verdammt nochmal sein Job. Man stelle sich vor, der Vorstandsvorsitzende von BMW stellt die Quartalszahlen vor und erklärt lang und breit, was er dieses Quartal alles tolles für Mercedes und VW gemacht hat, um dann nur widerwillig und erst auf Nachfrage aus dem Publikum überhaupt auf BMW zu sprechen zu kommen. Wieviel Verständnis hätten die Aktionäre von BMW wohl für ein solches Verhalten?

In einer normalen Zeit wäre „America First“ ein Nichtsatz. Eine inhaltslose Worthülse. Etwas das so selbstverständlich ist, dass man es aus einer Rede streicht, wenn man nicht unbedingt Zeit schinden muss. Doch heute ist dieser Begriff geradezu revolutionär. Und das ist das, was uns wirklich schockieren sollte. Denn es erzählt uns viel über die Gesellschaft, in der wir leben.

Und in Deutschland?

Auch in Deutschland gibt es ein Gegenstück zu „America First“, auch wenn das gerade die lautesten Kritiker des amerikanischen Präsidenten am aller wenigsten wahr haben wollen.

Und dieses Prinzip findet sich nicht etwa in den Reden irgendeines von den Medien nicht besonders innig geliebten Politikers. Es findet sich in unserem Grundgesetz. Die Artikel 56 und 64 legen für den Bundespräsidenten, den Bundeskanzler und die Bundesminister folgenden Eid fest:

„Ich schwöre, daß ich meine Kraft dem Wohle des deutschen Volkes widmen, seinen Nutzen mehren, Schaden von ihm wenden, das Grundgesetz und die Gesetze des Bundes wahren und verteidigen, meine Pflichten gewissenhaft erfüllen und Gerechtigkeit gegen jedermann üben werde. So wahr mir Gott helfe.“

Was ist das anderes, als „Deutschland zuerst“? Der Job der Regierenden ist es unter Wahrung der Gesetze dem eigenen Volk zu dienen. Nicht mehr und nicht weniger. Und warum sollten sie in irgendeinem demokratischen Staat auch eine andere Aufgabe haben?

Als das Grundgesetz geschrieben wurde war dies selbstverständlich. Und sicher hätte sich damals niemand eine dystopische Zukunft vorstellen können, in der eine von nicht selbst errungenem Frieden und aufwandslos erworbenem Wohlstand moralisch verwahrloste und der Realität entrückte Elite einmal zu einem völlig anderen Schluss käme.

Aber genau in dieser Dystopie leben wir heute. Die Leute, die geschworen haben diesen Eid zu erfüllen, brechen ihn nicht nur, sie handeln ihm diametral entgegen. Und als ob das noch nicht genug wäre, erzählen sie uns auch noch, die bloße Idee hinter diesem Eid wäre ganz furchtbar böse und jeder der ihm beipflichtet ein schlechter Mensch.

Grundgesetz und Politik sind nicht mehr synchron. Die Regeln und Mechanismen des alten Staates sind noch vorhanden. Und doch hat sich ein Zeitgeist etabliert, welcher diese Regeln nicht mehr anerkennt. Er pickt sich die heraus, die ihm gefallen und die missliebigen deutet er um oder ignoriert sie.

Dieser Eid und seine „moderne Interpretation“ sind eins von vielen Anzeichen für das, was mit diesem Land nicht stimmt. Und wir sehen Ähnliches überall in der westlichen Welt.

Wir alle müssen uns heute zwei Fragen stellen. Zum einen müssen wir uns fragen, wie es soweit kommen konnte? Wie konnten wir an einen Punkt kommen, an dem eine Elite, die nicht unser Bestes im Sinn hat, die Regeln und Grundsätze des Staates in ihrem eigenen Sinne umdeuten kann und damit durch kommt?

Wenn wir darauf die richtigen Antworten finden, können wir uns der zweiten und noch viel wichtigeren Frage zuwenden: Was müssen wir tun, damit dieses Land wieder normal wird?

Was ist ein Cuckservative?

Denkt man an einen Konservativen, so denkt man an jemanden wie Konrad Adenauer, Franz Josef Strauß oder Ronald Reagan. Männer also, die ihr Leben nach ihren Überzeugungen ausgerichtet haben und die niemals vor einer Konfrontation zurückgeschreckt sind. Sie haben ihre Meinung vertreten, auch wenn sie unpopulär war und auf den Tag gewartet, an dem das Blatt sich wendet und die Geschichte ihnen die Chance gibt, ihre Ideen umzusetzen. Nicht im Traum wäre es ihnen eingefallen, ihre Überzeugungen für irgendwas in der Welt aufzugeben. In den letzten zehn bis zwanzig Jahren waren solche Leute in Deutschland praktisch nicht mehr auffindbar.

merkel_seehofer

Stattdessen kennen wir zur Genüge einen ganz anderen Typus des Konservativen. Eigentlich ist er gar kein Konservativer. Er ist nur ein Scheinkonservativer, man könnte auch von einem Möchtegernkonservativen sprechen. Er ist Mitglied einer konservativen Partei. Oftmals auch in der Führungsebene. Meist hat auch seine Partei ihre konservativen Tage bereits weitgehend hinter sich. Die Politik ist für ihn nicht Berufung sondern Karriere. Er eckt nirgends an und wenn doch dann zieht er sich ganz schnell wieder auf einen sicheren Standpunkt zurück. Er hält keine kontroversen Reden, welche eine politische Auseinandersetzung befeuern oder gar eine Kontroverse auslösen könnten. Er plappert meist nur das nach, was andere schon gesagt haben und was sich zu sagen als ungefährlich erwiesen hat. Die Politik ist für ihn keine Bühne für seine Ideen und auch keine Arena in der er die Auseinandersetzung mit seinem politischen Gegner sucht. Die politische Auseinandersetzung ist für ihn eine lästige Pflicht, die zwischen ihm und der nächsten Auszahlung seiner Bezüge steht. Und weil diese Auseinandersetzung ihm so lästig ist, hat er die Kunst des politischen Scheingefechts perfektioniert. Vor ihm brauchen seine politischen Gegner keine Angst zu haben. Er mag zwar manchmal bellen, aber eines ist Gewiss: Beißen wird er nicht!

In Amerika gibt es für solche Leute eine sehr passende Bezeichnung: Cuckservative.

Das Wort Cuckservative ist eine Komposition aus Cuckold und Conservative. Ein Cuckold ist erst einmal ein Mann, der von seiner Frau betrogen wird. Bei der Verwendung in diesem Fall ist noch der Subkontext zu beachten, der dem Wort Cuckold meist anhaftet. Das Wort impliziert, dass der Mann so weich, wenig durchsetzungsstark und schlichtweg unmännlich ist, dass er für seine Frau nicht mehr attraktiv ist, woraufhin ihre primitiven sexuellen Gelüste mit ihr durchgehen und sie sich mal wieder von einem richtigen Kerl knallen lässt – wie man dies in der Umgangssprache so treffend auszudrücken pflegt. Kombiniert mit dem Wort konservativ bedeutet dies also, dass es sich bei einem Cuckservative um einen sehr unmännlichen, ja sogar weibischen Möchtegernkonservativen handelt, der kein Rückgrat besitzt und mehr mit Muttis bravem kleinem Jungen gemein hat als mit einem Mann, der mit all seiner Kraft für seine konservativen Überzeugungen kämpft.

Ähnlichkeiten mit bekannten Politikern sind garantiert kein Zufall!

Beispiel

In den USA gibt es mit Jeb Bush einen ehemaligen Anwärter um das Amt des US-Präsidenten, der diesen Typus Politiker nur zu gut verkörpert. Jeb Bush ist ein Cuckservative, der glaubte mithilfe von Beratern und entsprechendem Training könnte er den Eindruck erwecken, er wäre ein Anführer und so seinem Vater und seinem Bruder nacheifern und Präsident werden. Immer wenn er auf Donald Trump traf fiel sein falsches Spiel ziemlich schnell in sich zusammen.

Donald Trump ist ein Alphamann. Das dürfte wohl niemand ernsthaft bestreiten wollen. In der heutigen westlichen Welt, in der die meisten Männer von Frauen großgezogen werden und viele sogar ganz ohne Vater erwachsen werden hat er damit ein durchschlagendes Alleinstellungsmerkmal.

Hier ein Video vom Zusammentreffen der beiden:

Man beachte den Unterschied zwischen Jeb Bush und Donald Trump und man achte dabei ganz besonders auf die oftmals entlarvende Mimik von Bush. Er hat sich zwar offensichtlich lange vorbereitet, aber wenn es hart auf hart kommt kann er einfach nicht aus seiner Haut. Es mangelt ihm an der Fähigkeit seine Wut zu kontrollieren und sie gezielt gegen seinen Gegner zu richten. Stattdessen wirkt er oft wie eine empörte Frau, die einfach nicht mehr weiter weiß.

Trump dagegen mangelt es eher an Zurückhaltung und Selbstreflektion als an Selbstbewusstsein. Selbst in Situationen gedrängt, in denen nahezu jeder andere sich aufgrund seiner inneren Selbstzweifel ertappt fühlen würde, sieht man bei ihm keinen Abfall seines Selbstbewusstseins. Eiskalt dreht er die Situation einfach um. Ob er dabei immer die Wahrheit sagt ist sicher eine interessante Frage. Aber in einer Welt voller politischer Weicheier wie Jeb Bush kann man mit einer solchen Selbstsicherheit andere Defizite durchaus in den Hintergrund treten lassen und trotzdem Erfolg haben.

Wir befinden uns in einem Kulturkampf

Als Donald Trump am 20. Januar 2017 zum 45. Präsidenten der Vereinigten Staaten vereidigt wurde, lieferte er eine sehr denkwürdige Antrittsrede ab. Viel wurde über diese Rede diskutiert und viel könnte man noch diskutieren. Aber für mich sticht ein einziger Satz heraus:

At the center of this movement is a crucial conviction, that a nation exists to serve its citizens.

Auf Deutsch:

Im Zentrum dieser Bewegung (gemeint sind seine Anhänger) findet sich eine entscheidende Überzeugung: Dass ein Staat existiert, um seinen Bürgern zu dienen.

Dieser Satz, dass der Staat seinen Bürgern zu dienen hat, ist weder zufällig in diese Rede hineingerutscht noch kann er als eine bloße Randnotiz betrachtet werden. Er ist vielmehr der Dreh- und Angelpunkt des größten Konflikts unserer Zeit. Die Gesellschaften des Westens sind nicht einfach nur tief gespalten, wie die Presse uns zu erzählen nicht müde wird.

Tatsächlich befindet sich der Westen in einem Kulturkampf. Und dieser Kulturkampf ist größer als Achtundsechzig. Zwei Seiten stehen sich unversöhnlich gegenüber, die völlig unterschiedliche Auffassungen vom Staat haben.

Für die einen ist der Staat eine Gemeinschaft, die einen Teil ihrer finanziellen Ressourcen verwaltet und eine bessere Zukunft für sich und ihre Kinder schaffen soll. Dieses Zusammenleben ist mit großen Schwierigkeiten und Gefahren verbunden und jeder hat dem Staat gegenüber Rechte aber genauso selbstverständlich auch Pflichten. Dies bedeutet dass man zwar große Freiheiten besitzt, sich aber in manchen Fällen im Sinne des Gemeinwohls auch einmal unterordnen muss.

Die anderen hingegen betrachten den Staat als ein Gebilde, das schon immer da war und das sie in ihrem Streben nach grenzenloser Individualität unterstützen soll. Existenzielle Gefahren existieren nicht, weil sie haben ja nie welche erlebt. Der Staat soll uns vor Alltagsgefahren schützen aber zugleich soll er niemandem auf die Füße treten. Er ist quasi ein Dienstleister bei dem wir uns jederzeit beschweren können wenn uns etwas nicht passt. Unangenehme Wahrheiten über die Welt und die Natur des Menschen interessieren sie nicht, sie verlangen nach einem Utopia.

Dieser Kulturkampf wird über das Schicksal des Westens entscheiden und er soll das Thema dieses Blogs sein…