Das Nordkorea-Problem

Die USA und Nordkorea befinden sich derzeit in einer massiven Konfrontation. Nordkoreas Diktator Kim Jong-un droht unverholen, die zu den USA gehörende Pazifikinsel Guam mit Raketen zu beschießen und prahlt mit seinem Nuklearprogramm und seinen Langstreckenraketen, die möglicherweise Nordamerika erreichen können (sie wurden auf kürzere Distanz getestet, haben aber laut unabhängiger Berechnungen eine Reichweite von 10.000 km).

US-Präsident Trump weist Kim Jong-un dagegen in matrialischen, ja geradezu biblischen, Worten darauf hin, dass auf einen solchen Angriff eine für Nordkorea verheerende militärische Antwort folgen würde:

“North Korea best not make any more threats to the United States. They will be met with fire, fury and, frankly, power the likes of which this world has never seen before.”

Viele sind jetzt besorgt und das nicht zu Unrecht. Die Situation ist tatsächlich sehr ernst.

Aber schauen wir uns doch zuerst einmal an, wie wir überhaupt in diese Situation gekommen sind, bevor wir weitere Überlegungen anstellen.

Die Geschichte der zwei Koreas

Das damals noch geeinte Korea wurde 1910 vom Kaiserreich Japan annektiert. Die Japaner unterdrückten die Koreaner und ihre Kultur und beuteten das Land brutal aus. Defacto war Korea eine japanische Kolonie. Nachdem der Zweite Weltkrieg in Asien am 15. August 1945 mit der Kapitulation Japans endete, wurde Korea zwischen den USA und der Sowjetunion entlang des 38. Breitengrads aufgeteilt.

Das ursprüngliche Ziel war die friedliche Wiedervereinigung der beiden Staaten. Nachdem die meisten US-Truppen das Land verlassen hatte, kam es 1950 stattdessen zu einer Invasion Südkoreas durch die Kommunisten aus dem Norden, angeführt vom nordkoreanischen Premierminister Kim Il-sung, dem Großvater des heutigen Machthabers Kim Jong-un.

Schnell gelang es den Kommunisten fast die gesamte koreanische Halbinsel zu erobern. Kurze Zeit später wendete sich das Blatt, als die UN-Truppen unter einem massiven Aufgebot der USA zum Gegenschlag ausholten. So schnell wie der Norden den Süden überrannt hatte, so schnell drängte die von den USA geführte Allianz die kommunistischen Aggressoren aus dem Norden zurück. Innerhalb kürzester Zeit befreiten die UN-Truppen nicht nur Südkorea, sondern eroberten auch den größten Teil Norkoreas und drängten die Kommunisten bis in die Nähe der chinesischen Grenze zurück.

Der Sieg über die Kommunisten war schon zum Greifen nah, da trat China verdeckt aber mit einem gigantischen Aufgebot an Menschen und Material in den Krieg ein. Die technisch überlegenen US-Truppen wurden von einer chinesischen Übermacht wieder bis zum 38. Breitengrad zurückgedrängt und nach erbitterten und für alle Seiten verlustreichen Kämpfen endete der Krieg 1953 mit einem Waffenstillstandsabkommen. Da darüber hinaus nie ein Friedensvertrag geschlossen wurde, befinden sich Nord- und Südkorea offziell nach wie vor im Krieg.

Im Koreakrieg starben auf Seiten der UN-Truppen ca. 180.000 – 210.000 Soldaten, während Nordkorea und China ca. 370.000 – 750.000 tote Soldaten zu beklagen hatten. Die meisten Opfer forderte der Krieg unter der Zivilbevölkerung. Im Koreakrieg kamen auf beiden Seiten mehr als 2 Millionen koreanische Zivilisten ums Leben.

Hier eine sehr gut gemachte Animation vom Frontverlauf des gesamten Koreakriegs:

Nach dem Ende der Kampfhandlungen wurde zwischen beiden Staaten 1953 am 38. Breitengrad eine demilitarisierte Zone eingerichtet. Auf beiden Seiten dieser Zone befinden sich massive Befestigungsanlagen der beiden einander feindliche gesinnten Bruderstaaten, die sich von dort aus seit mehr als 60 Jahren kritisch beäugen. Noch heute sind in Südkorea über 50.000 US-Soldaten stationiert, die im Fall der Fälle bereit stehen, um das Land gegen eine erneute Invasion aus dem Norden zu verteidigen.

Die südkoreanische Hauptstadt Seoul befindet sich keine 60 km entfernt von der demilitarisierten Zone. Direkt hinter der nordkoreanischen Seite der Grenze befinden sich tausende von Artilleriegeschützen, die auf die 10-Millionen-Einwohnerstadt ausgerichtet sind und sie jederzeit unter Beschuss nehmen können.

Nordkorea ist heute eine militärisch hochgerüstete (1,2 Millionen aktive Soldaten) und stalinistisch geprägte Diktatur mit einem ans Absurde grenzenden Personenkult. Obwohl schon 1994 verstorben, gilt Kim Il-sung noch immer als offizielles Staatsoberhaupt.

Die Macht im Staate wurde bisher an die Nachfahren Kim Il-sungs vererbt und um die Nachfolger wird ein ähnlicher Personenkult betrieben. Nach 1994 wurde die Macht an Kim Il-sungs Sohn Kim Jong-il übergeben. Als dieser Ende 2011 starb, wurde er von seinem Sohn Kim Jong-un beerbt, der noch immer die Fäden in der Hand hält und nun die Konfrontation mit den USA sucht.

Jede Form von politischem Dissens wird in Nordkorea brutal unterdrückt. Wer sich gegen die Regierung äußert oder ihr gegenüber auch einfach nicht enthusiastisch genug ist riskiert, dass er und im Schlimmsten Fall seine ganze Familie in einem der Todeslager des Landes verschwindet, in denen ein Großteil der Häftlinge durch Hunger und Arbeit ums Leben kommt.

Nordkorea ist heute im Besitz von Nuklearsprengköpfen und seit neustem verfügt das Land auch über Langstreckenraketen. Schon in früheren – damals noch sehr absurd wirkenden – Äußerungen, versuchte Kim Jong-un die USA militärisch herauszufordern.

Das Nordkorea-Dilemma

Der Westen steht in Korea seit dem Kriegseintritt der Chinesen 1950 dem immer gleichen Dilemma gegenüber:

  1. Entweder geht man ein extremes Risiko ein und erzwingt damit (falls es gut ausgeht) den Sieg
  2. Oder man verwaltet den Status Quo und vermeidet dieses Risiko

Schon Ende 1950, nach dem Kriegseintritt Chinas, dachte man in den USA über den Einsatz von Nuklearwaffen gegen die Chinesen nach. Das hört sich erst einmal völlig wahnsinnig an, denn wie leicht hätte die Sowjetunion in den Konflikt hineingezogen werden, die bereits Anfang 1950 einen offiziellen Beistandspakt mit China hatte und wie leicht hätte es zum dritten Weltkrieg kommen können?

Möglicherweise war es eine völlig wahnsinnige Idee. Doch was, wenn es funktioniert hätte? Was, wenn der Einsatz von Nuklearwaffen auf der koreanischen Halbinsel oder gar innerhalb Chinas zu einem Rückzug der Gegner der USA geführt hätte?

Der Terror der koreanischen Kommunisten hätte Anfang der 1950er geendet. Die nordkoreanischen Todeslager würden heute schon sehr lange nicht mehr existieren. Generationen von Koreanern hätten ihr Leben weder unter kommunistischer Gewaltherrschaft verbracht, noch hätte sie sich ständig vor einem heute vielleicht noch ausstehenden Krieg fürchten müssen.

Nach dem Waffenstillstand gab es ein neues aber ganz ähnliches Dilemma. Zum einen hob China seine schützende Hand von nun an über Nordkorea und zum anderen ist das Land seitdem in der Lage, Seoul mithilfe von Artillerie in kürzester Zeit in Schutt und Asche zu legen.

Das Ergebnis ist: Die Kim-Dynastie kann in Nordkorea machen was sie will, sie ist für die USA unberührbar. Egal welche Menschenrechtsverletzungen sie auch begeht und egal welche Provokationen von ihr ausgehen, man kann sie nicht zur Rechenschaft ziehen. Denn würde man dies versuchen, dann hätte man schon vor dem ersten nordkoreanischen Atombombentest im Jahr 2006 Millionen Tote auf der koreanischen Halbinsel riskiert.

Lange Zeit schien es vielversprechend, einer Konfrontation mit Nordkorea aus dem Weg zu gehen. Man konnte hoffen, dass das nordkoreanische Regime irgendwann von selbst kollabiert. Es war sehr wahrscheinlich, aber leider ist es nicht passiert. Die Terrorherrschaft der nordkoreanischen Kommunisten dauert noch immer an und es scheint kein Ende in Sicht.

In den 90ern versuchte Bill Clinton Nordkorea über Verhandlungen und mithilfe des Atomwaffensperrvertrags von der Entwicklung nuklearer Kapazitäten abzuhalten. Diese Strategie scheiterte und 2006 führte das Land während der Präsidentschaft von George W. Bush seinen ersten Atomtest durch. Bush griff das Land verbal an aber hielt sich bis auf die Einführung von Sanktionen sonst weitgehend zurück. Sein Nachfolger Obama versuchte das Land zu ignorieren, doch auch das hat nicht wirklich zu einer Besserung der Situation beigetragen.

Mittlerweile hat Nordkorea nicht nur seine Nuklearsprengköpfe weiterentwickelt, es verfügt auch über immer beängstigendere Trägerraketen, die einen nuklearen Angriff auf die USA zu einer realistischen Möglichkeit werden lassen.

Was jetzt?

Viele werfen Trump vor er würde eskalieren und unterstellen, er wäre das Problem. Ist sein Kurs der richtige? Ich weiß es nicht! Doch ich weiß, dass weitere Beschwichtigungen mittel- bis langfristig auch nichts bringen, denn das haben die letzten 60 Jahre bewiesen.

Und das eigentliche Problem ist doch nicht Trump, wie so viele jetzt meinen. Das Problem ist ein ganz anderes.

In Nordkorea herrscht ein sehr von sich selbst überzeugter und äußerst brutaler Diktator. Er verfügt über Nuklearwaffen und wenn nicht jetzt, dann zumindest schon bald über Trägerraketen, mit denen er sie überall auf der Welt ins Ziel bringen kann. Und man kann nicht ausschließen, ja muss vielleicht sogar fast annehmen, dass er längst seine eigene Propaganda glaubt.

Das und nicht Trump ist das wahre Problem und es ist das, was uns wirklich Sorgen bereiten sollte.

Sechzig Jahre lang haben die Präsidenten der USA ein Problem vor sich hergeschoben. Und die Gründe dafür waren gewiss nicht die Schlechtesten. Doch es hat alles nichts genützt. Nordkorea ist eine Nuklearmacht und es wird seine neuen Fähigkeiten nutzen, um die Welt zu erpressen. Ein ähnliches Problem wird im Iran vermutlich noch auf uns zukommen und spätestens wenn Südkorea und Japan als Reaktion auf die nordkoreanische Bedrohung eigene Trägersysteme und Nuklearwaffen entwickeln ist die Antiproliferationspolitik endgültig gescheitert.

Interessanterweise wies Trump schon 1999 auf das Problem mit Nordkorea hin:

Er meint, dass man jetzt etwas tun muss und nicht erst in 5 Jahren, wenn Nordkorea über Sprengköpfe und Raketen verfügt und er bejaht die Frage des Reporters, ob man Nordkoreas Nuklearprogramm auf ähnliche Weise ausschalten soll, wie Israel dies 1981 im Irak getan hat. Damals zerstöre ein Geschwader der israelischen Luftwaffe durch einen Überraschungsangriff den irakischen Kernreaktor Osirak.

Hätte man Nordkorea in den 90ern mit militärischer Gewalt vom Bau der Bombe abhalten und einen konventionellen Krieg auf der koreanischen Halbinsel riskieren sollen? Vielleicht, vielleicht nicht. Nordkorea ist nichts als ein Dilemma!

Donald Trump erklärt MS-13 und kriminellen Illegalen den Krieg

US-Präsident Trump hielt diese Woche in Brentwood, Long Island eine Rede vor amerikanischen Polizisten. In seiner Rede sichert er der Polizei die volle Unterstützung seiner Regierung zu und erklärt der von mittelamerikanischen Einwanderern gegründeten und äußerst brutalen Gang MS-13 den Krieg.

Hier die Höhepunkte seiner Rede:

Together we are going to restore safety to our streets and peace to our communities. And we are going to destroy the vile, criminal cartel MS-13 and many other gangs.

In einem intakten Staat ist es selbstverständlich, dass die Regierung Mittel und Wege findet, um Gangs und Clans aufzulösen. Am besten ist es natürlich immer, wenn man schon früh Härte zeigt, so dass solche Organisationen erst gar nicht groß werden können. Das wurde in den USA versäumt, und das wird auch heute in Europa versäumt. Man denke nur daran, wie die Regierungen Europas ihre islamistischen Gefähreder selbst dann meist nur verwalten, wenn sie in Syrien im Kampfeinsatz waren und wieder in ihr „normales“ Leben zurück kehren.

They don’t like shooting people because it’s too quick it’s too fast. I was reading one of these animals was caught and explaining they like to knive ‚em and cut ‚em and let ‚em die slowly because that way it is more painful and they enjoy watching that much more. These are animals.

Das ist genial! Trump stellt die Welt vom Kopf wieder auf die Füße. Wir haben einen Rechtsstaat und das ist gut so. Doch viele Leute haben heute im Westen vergessen, dass auch der Rechtsstaat existiert, um Opfer zu schützen und Täter ihrer gerechten Strafe zuzuführen.

Manche Leute haben eine inverse Moral entwickelt, nach welcher der Täter letztlich ein Opfer von Gesellschaft, Eltern, Rassismus oder von was auch immer ist. Für den Täter werden immer neue Ausreden erfunden, damit wir ja nicht so gemein sein müssen ihn seiner Tat entsprechend zu bestrafen. Denn dies würde unser Selbstbild von der eigenen moralischen Vollkommenheit zerrütten. Die Opfer werden derweil an den Rand gedrängt und verschwinden aus dem Blickfeld, während mehr und mehr Menschen das Vertrauen in den Rechtsstaat verlieren.

Das rückt Trump wieder gerade. Er prangert die moralische Verkommenheit der Mitglieder von MS-13 an, er stellt ihre gewalttätige Natur heraus und er bezeichnet sie als das, was sie sind: Tiere.

Sie sind keine armen Jungs, die durch einen tragischen Zufall des Lebens auf die schiefe Bahn gekommen sind. Sie sind keine verhinderten Künstler und sie sind auch keine Opfer des bösen Kapitalismus. Sie sind perverse, sadistische Mörder und sie müssen mit aller Härte des Rechtsstaats bestraft werden. Denn nur wenn der Staat seine Arbeit macht, können wir alle in Frieden leben.

On behalf of the American people I want to say: Thank you, thank you very much, Thank you. And I don’t think you know how much the public respects and admires you. You’re saving American lives every day and we have your backs. Believe me. We have your backs 100%. Not like the old days. Not like the old days.

Trump dankt der Polizei und versichert ihnen, dass sie die volle Unterstützung der Amerikaner haben.

Das ist wichtig, weil heute viele der Polizei in den Rücken fallen. Politiker und selbst Vorgesetzte der Polizisten mit eingeschlossen. Sie wünschen sich eine Polizei, die keinerlei Gewalt anwendet, was natürlich völlig unmöglich ist. In ihrem moralischen Wahn von einem gewaltfreien Staat arbeiten sie letztlich (oft ohne es zu wollen) den Feinden eben jenes Staates zu. Man könnte auch sagen: Sie sägen am Ast auf dem sie sitzen.

Zum Schluss bringt Trump mit dem Satz „Not like the old days.“ noch einen sehr schönen Seitenhieb auf die Obama-Regierung.

But from now on we are going to enforce our laws, protect our borders and support our police like our police have never been supported before.

Eigentlich alles selbstverständlich. Heute leider nicht mehr und um so wichtiger ist es, dass Trump es ausspricht.

We cannot tolerate as a society the spilling of innocent, young, wonderful, vibrant people. Sons and daughters. Even husbands and wives. We cannot accept this violence one day more.

Hier wieder die richtige Moral. Der Staat muss die Unschuldigen schützen. Eine einfache und allgemeingültige Wahrheit, die in der öffentlichen Diskussion heute aber kaum noch vor kommt.

It is the policy of this administration to dismantle, decimate and eradicate MS-13…

Klingt martialisch. Aber kann und darf ein Staat akzeptieren, dass sich auf seinem Territorium kriminelle Organisationen breit machen? Man muss nur nach Mexiko schauen um zu sehen, wie so was ausgeht.

I have a simple message today for every gang member and criminal alien that are threatening so violently our people: We will find you, we will arrest you, we will jail you and we will deport you.

Wenn ich als Ausländer in ein fremdes Land komme, dann bin ich dort Gast. Es wäre mir sehr unangenehm, wenn ich später feststellen würde, dass ich mich dort unbewusst daneben benommen habe. Wer sich absichtlich und so massiv daneben benimmt, der sollte das fremde Land in dem er sich aufhält ohne jede Diskussion und auf dem kürzesten Weg wieder verlassen müssen. Und natürlich sollte der Nachdruck, mit dem er zur Ausreise bewegt wird im Verhältnis zur begangenen Verfehlung stehen.

Fazit

Ich will hier nicht den Fanboy machen. Aber Trump beweist in seinen Reden immer wieder, dass er schon jetzt der wichtigste US-Präsident des 21. Jahrhunderts ist.

Spätestens seit den 60ern versuchen gewisse Leute unsere Moral neu zu definieren. Sie wollen, dass wir die einfachen und grundlegenden Wahrheiten des Lebens vergessen. Wir sollen ihre verschrobenen Ideen als wahr anerkennen und sie glauben als ob sie die einzige Wahrheit wären, die wir je gekannt haben.

Präsident Trump interessiert sich nicht für diese kaputten linksliberalen Ideen und er interessiert sich nicht für diese kaputte Moral. Und er interessiert sich auch nicht für die kaputten Idioten, die all diesen Blödsinn glauben und ausrasten, wenn ihnen jemand widerspricht.

Präsident Trump stellt sich einfach hin und sagt, was gesagt werden muss. Und genau deshalb sollten wir dankbar sein, dass es ihn gibt.

Gib niemals auf!

Gerade in diesen unruhigen Zeiten braucht der Mensch zur Abwechslung auch mal etwas Erbauliches. Und was gibt es Erbaulicheres, als einen Mann, der sich alleine gegen die gesamte Medienmeute der USA gestellt und sie besiegt hat und der dir sagt: „Gib niemals auf!“?

Video ist ein fantastisches Medium. So viele großartige Ideen, pathetisch und berührend verpackt in weniger als 6 Minuten:

Nothing worth doing ever, ever, ever came easy.

In your hearts are inscribed the values of service, sacrifice and devotion.

The more righteous your fight, the more opposition you will face.

In America we don’t worship government, we worship god!

There’ll be times in your life you’ll wanna quit. Never quit! Never stop fighting for what you believe in!

Demand the best from yourself.

The more a broken system tells you that you are wrong the more certain you should be that you must be pushing ahead you must keep pushing forward. And always have the courage to be yourself.

As long as you have pride in your believes, courage in your convictions and faith in god then YOU WILL NOT FAIL!

As long as America remains true to its values, loyal to it’s citizens, and devoted to it’s creator, then our best days are yet to come.

Ich liebe dieses Konzept von Loyalität des Staates zu seinen Bürgern, welches Trump in seiner Rede in Warschau mit dem Schutz der Grenzen in Beziehung gebracht hat.

Alle Ideen, die Trump hier vorbringt, sind Grundpfeiler der Westlichen Zivilisation. Sie erinnern uns Europäer an das, was uns verloren gegangen ist.

Es ist nicht zu spät es uns zurück zu holen…

US-Präsident Trump in Warschau: Die fundamentale Frage unserer Zeit ist, ob der Westen den Willen hat zu überleben

Bevor US-Präsident Trump (es fühlt sich auch nach einem halben Jahr noch so verdammt gut an das zu schreiben) zum heute beginnenden G20-Gipfel nach Deutschland kam, besuchte er Polen. Dort hielt er eine überragende Rede, die sich keiner entgehen lassen sollte:

Man beachte zuerst den Kontrast zwischen Polen und Deutschland. Hier ein normales Land, dessen Bürger sich über den Besuch und des Präsidenten des mächtigsten Landes der Welt freuen und ihn mit polnischen und amerikanischen Fähnchen begrüßen und gespannt darauf sind, was er über ihr Land und das Verhältnis beider Länder zueinander zu sagen hat.

Auf der anderen Seite ein Land, das seinen Verstand verloren hat. Wohlstandsverwahrloste Idioten ergötzen sich an einer weltfremden und selbstzerstörerischen Moral, spielen Krieg in den Straßen Hamburgs und glauben allen ernstes sie wären im Recht und würden für eine edle und richtige Sache kämpfen.

Die Polen freuen sich derweil über die Unterstützung der USA, die zwischen den Zeilen auch eine Zusage zum Beistand gegen russische Machtinteressen ist. Von anderswo können sie eine solche Unterstützung auch gar nicht erwarten: Deutsche würden östliche Nato-Partner bei Angriff alleinlassen

Aber schauen wir uns die Rede selbst an.

Für alle, die keine Zeit haben sich die Rede komplett anzuschauen hier das Wichtigste zusammengefasst:

  • „Amerika liebt Polen“
  • „Wir sehen im Volk der Polen die Seele Europas“
  • Er lobt den Geist und die Stärke der Polen, deren Nation für zwei Jahrhunderte unterworfen, gedemütigt und für mehr als 120 Jahre sogar ganz von der Landkarte ausradiert worden ist (siehe Teilung Polens). Dennoch haben die Polen nie ihren Stolz verloren. „Entgegen jedem Versuch euch zu transformieren, euch zu unterdrücken oder euch zu zerstören habt ihr alles Unheil ertragen und überwunden…“
  • Amerika ist immer für das Recht und der Polen auf Freiheit und Unabhängigkeit eingetreten und das wird es auch in Zukunft immer tun
  • Amerika und Polen verbindet ein enges Band das geschmiedet ist aus einer einzigartige Geschichte und aus dem Charakter beider Völker
  • „Die Geschichte Polens ist die Geschichte eines Volkes, das niemals die Hoffnung verloren hat. Das niemals gebrochen wurde. Und das niemals vergessen hat, wer es ist.“
  • Das polnische Publikum ruft: „USA! USA! USA! …“ (was sie während der Rede noch mehrmals wiederholen)
  • Unter der doppelte Besatzung durch Nazi-Deutschland und die Sowjetunion erfuhren die Polen unbeschreibliches Leid (siehe Hitler-Stalin-Pakt).
  • Das Massaker von Katyn, der Holocaust, das Warschauer Ghetto, der Aufstand im Warschauer Ghetto waren nur einige der Gräuel, die die Polen durchleiden mussten. Nahezu einer von fünf Polen hat den Krieg nicht überlebt.
  • Die einstmals große jüdische Bevölkerung wurde fast vollständig ausgelöscht.
  • Als die mit Polen verbündete Rote Armee 1944 anrückte erhob sich die polnische Heimatarmee in Warschau gegen die deutschen Besatzer. Der Aufstand wurde blutig niedergeschlagen, während die Rote Armee (vermutlich absichtlich) nicht eingriff (Warschauer Aufstand)
  • Die deutschen Besatzer versuchten diese Nation für immer zu zerstören, aber es gibt eine Tapferkeit und eine Stärke tief in der polnischen Seele, die niemand zerstören konnte.
  • Trump zitiert den polnischen Bischoff und Märtyrer Michał Kozal: „Viel furchteinflößender als ein militärischer Zusammenbruch ist ein Zusammenbruch des menschlichen Willens“
  • Auch in vier Jahrzehnten kommunistischer Herrschaft durchlitten die Polen einen brutalen Angriff auf ihre Freiheit, ihre Religion, ihre Gesetze, ihre Geschichte und auf ihre Identität und ihre Kultur. Und doch haben sie nie diesen Willen verloren. Polen konnte nicht gebrochen werden (siehe Solidarność).
  • Trump lobt die Polen für ihre tiefe Religiosität, ihre Sehnsucht nach Gott und ihren Widerstand gegen den Kommunismus: „Poland prevailed, Poland will always prevail.“
  • Er bezeichnet Polen als eines der engagiertesten Mitglieder der NATO und schlägt den Bogen zu der heutigen Bedrohung des Westens durch den radikalen Islam.
  • Trump betont, dass der Westen für Einwanderung offen ist, stellt aber auch fest dass unsere Grenzen für Exteremismus und Terrorismus jeder Art geschlossen sein müssen.
  • Der Westen wird herausgefordert von Ländern die mithilfe von Propaganda, Finanzverbrechen und Cyberangriffen unseren Willen testen.
  • Er fordert Russland auf, sein desktruktives Verhalten einzustellen und mit uns zusammen zu arbeiten.
  • Amerikaner, Polen und die anderen Nationen Europas schätzen Werte wie Freiheit und Souveränität. Heute versuchen Feinde von innen und außen die Bande unserer Kultur, unseres Glaubens und unserer Traditionen mit der Zeit zu erodieren, aber dies wird ihnen niemals gelingen, da wir wissen wer sind und da wir dies niemals vergessen werden.
  • Donald Trump beschwört die Grundwerte des Westens: Unser Kreativität, unsere Fähigkeit, Neues zu erschaffen, unsere Verehrung für unsere antiken Helden, unsere zeitlosen Traditionen und Bräuche und unseren Drang beständig Neues zu entdecken und Grenzen zu überwinden. Er führt die Rechtsstaatlichkeit auf, die Freiheit der Rede, die Rechte der Frauen und die Würde des Menschen. Wir haben diese Dinge von unseren Vorfahren geerbt und sie binden uns als Völker und Nationen aneinander. Und wir werden sie nicht preis geben wegen eines Mangels an Stolz und Selbstvertrauen.

Der Höhepunkt von Trumps Rede sind diese beiden Absätze:

We have to remember that our defense is not just a commitment of money, it is a commitment of will. Because as the Polish experience reminds us, the defense of the West ultimately rests not only on means but also on the will of its people to prevail and be successful and get what you have to have. The fundamental question of our time is whether the West has the will to survive. Do we have the confidence in our values to defend them at any cost? Do we have enough respect for our citizens to protect our borders? Do we have the desire and the courage to preserve our civilization in the face of those who would subvert and destroy it?
We can have the largest economies and the most lethal weapons anywhere on Earth, but if we do not have strong families and strong values, then we will be weak and we will not survive. If anyone forgets the critical importance of these things, let them come to one country that never has. Let them come to Poland. And let them come here, to Warsaw, and learn the story of the Warsaw Uprising.
Auf Deutsch:
Wir müssen uns daran erinnern, dass unsere Verteidigung nicht nur eine Verpflichtung des Geldes ist, sie ist eine Verpflichtung des Willens. Das Schicksal des Polnischen Volkes erinnert uns daran, dass die Verteidigung des Westens nicht nur von den Mitteln seiner Verteidigung, sondern auch von dem Willen abhängt, den seine Völker aufbringen um zu bestehen und erfolgreich zu sein. Die fundamentale Frage unserer Zeit ist die, ob der Westen den Willen hat zu überleben. Haben wir das nötige Vertrauen in unsere Werte, um sie zu Verteidigen, egal wie hoch der Preis auch sein möge? Haben wir genug Achtung für unsere Bürger, um unsere Grenzen zu verteidigen? Haben wir die Begier und den Mut um unsere Zivilisation im Angesicht derer zu verteidigen, die sie unterwandern und zerstören wollen?
Selbst wenn wir die mächtigste Wirtschaft und die tödlichsten Waffen der ganzen Welt haben, dies alles wird uns nichts nützen, wenn wir keine starken Familien und keine starken Werte besitzen. Denn dann werden wir schwach sein und wir werden nicht überleben. Wenn jemand die kritische Bedeutung dieser Dinge veresssen haben sollte, lasst ihn ein Land besuchen, dass diese noch niemals vergessen hat. Schickt sie nach Polen. Und lasst sie hierher nach Warschau kommen und erzählt ihnen die Geschichte des Warschauer Ghettos.

Diese Rede mag für den ein oder anderen Deutschen schwer zu verdauen sein. Und es erscheint durchaus ein wenig ungeschickt, hier innereuropäische Kriege und Gräueltaten heranzuziehen, um die Einigkeit des Westens zu beschwören.

Und trotzdem – oder vielleicht gerade deshalb – ist diese Rede so wichtig. Die Geschichte Polens steht stellvertretend für die Tragik unseres Kontinents. Jenen Kontinents, der die Westliche Zivilisation begründet und mehr an Kultur, Technik und Wissen hervorgebracht, hat als jede andere Hochkultur in der langen Geschichte der Menschheit. Bei all unseren großartigen Leistungen haben wir in unserer Geschichte aber auch immer wieder aus eigenem Unvermögen in tiefste Abgründe geblickt.

Wir stehen heute vor großen Gefahren, die alle Nationen des Westens bedrohen und diese Gefahren können wir nur dann meistern, wenn wir die bösen Geister der Vergangenheit hinter uns lassen und uns auf das zurückbesinnen, was unsere gemeinsame Zivilisation ausmacht.

Heute ist unser Europa wieder gespalten. Doch diesmal ist es kein Vorhang aus Eisen, der uns trennt, diesmal ist es eine Ideologie. Während die Polen gemeinsam mit den anderen Visegrad-Staaten unsere Kultur und unsere Werte verteidigen, wurde Westeuropa von einem gefährlichen Relativismus unterwandert, der unsere Identität, unsere Traditonen und unsere Kultur zu verschlingen droht.

Donald Trump hat recht! Ganz Westeuropa kann heute viel lernen von diesem Land, das für mehr als 120 Jahre nicht existiert hat und das nur deshalb überlebt hat, weil es sich genauso lange geweigert hat dies anzuerkennen.

Die Russenverschwörung: Hinter jedem Busch ein Russ!

Es hört einfach nicht mehr auf! Wo auch immer im Westen ein Politiker oder eine Partei gegen das Establishment stehen, werden ihnen zu enge Kontakte nach Russland vorgeworfen.

Ist das Hysterie oder hat das Methode?

Auslandskontakte

Grundsätzlich ist nichts dagegen einzuwenden, wenn eine aus einer Gesellschaft selbst hervorgegangene Oppositionsbewegung Kontakte ins Ausland pflegt.

Unsere wohlmeinenden linksliberalen Freunde haben es jahrzehntelang vorgemacht. Sie haben die „Progressive“ Internationale beschworen und dem Konzept der Nicht-Regierungsorganisationen einen Heiligenschein verpasst.

Diese NGOs vertreten spätestens seit den 80ern linksliberale Ideen in Staaten, die „noch nicht so weit sind wie wir“ und führen sie auf den Weg von Tugend und Fortschritt. Wäre ja schließlich unmoralisch und verwerflich, wenn wir diesen rückständigen – pardon, benachteiligten – Menschen nicht mit unserer unendlichen Weisheit den Weg in die Zukunft ebnen würden. Nein, sie in Ruhe zu lassen würde bedeuten, sie um ihren gerechten Platz in unserem linksliberalen Utopia zu betrügen.

Unsere Freunde wissen, was das Beste für andere ist und werden niemals müde, sie das auch wissen zu lassen.

Dabei übersehen sie nur zu leicht, dass man durchaus geteilter Meinung darüber sein kann, in wie weit die Einmischung in die Belange eines fremden Staates moralisch überhaupt vertretbar ist.

Wenn eine Oppositionsbewegung von sich aus Kontakte ins Ausland pflegt, ist daran sicher nichts Verwerfliches. Wird sie aber aus dem Ausland aufgebaut, dann ist das schon sehr fragwürdig. Die Realität spielt sich meist irgendwo zwischen diesen beiden Polen ab und ich finde es sehr schwierig im Einzelfall darüber zu urteilen.

Kostprobe der eigenen Medizin

In den letzten Jahrzehnten mussten unsere wohlmeinenden Freunde über solche Feinheiten nicht großartig nachdenken. Diese Angelegenheit war nämlich eine ziemlich einseitige. Sie gewannen in ihren eigenen Ländern immer mehr an Einfluss und konnten mit der Zeit auch immer öfters Einfluss auf andere Länder ausüben. Sie behaupteten die Demokratie fördern zu wollen, tatsächlich ging es ihnen in erster Linie um die Verbreitung ihrer linksliberalen Überzeugungen.

Doch die Welt hat sich verändert. Das Internet wurde am Anfang des 21. Jahrhunderts langsam erwachsen und heute kann jeder einzelne von uns ein Blog, eine Webseite oder einen Social Media Account erstellen und dort seine Gedanken mit der ganzen Welt teilen.

Eine in der Geschichte beispiellose Demokratisierung der veröffentlichten Meinung hat gerade erst begonnen. Sie versetzt sie uns prinzipiell in die Lage, uns von den klassischen Massenmedien und ihrer oftmals fragwürdigen Auswahl der zu veröffentlichenden Informationen zu emanzipieren.

Natürlich hat auch diese Neuerung ihre Schattenseiten. Staatliche und nichtstaatliche Akteure können mithilfe des Internets auf relativ einfache Weise ein großes Publikum erreichen und so gezielte Meinungsmache betreiben. Das ist ein Problem und es ist ein Problem, für das die moderne Demokratie noch Lösungen finden muss. Selbstredend kann eine solche Lösung nicht in der Abschaffung von Demokratie und Meinungsfreiheit bestehen.

Hier liegt dann auch eine feine Ironie verborgen. Das Internet ermöglicht es heute leicht eine große Öffentlichkeit anzusprechen und zugleich gibt es mit Russland einen Gegenpol zum westlichen Linksliberalismus. Und so finden sich unsere lieben Freunde plötzlich in einer bisher völlig unbekannten Situation wieder. Konnten sie früher ihre Ideen unreflektiert in andere Länder exportieren und alle die daran Kritik übten pauschal als Gegner der Demokratie verunglimpfen, so sind die Rollen heute mit einem Mal vertauscht.

Eine heimische Opposition formiert sich gegen ihre Ideen. Und eine fremde Macht steht im Verdacht, diese Opposition zu unterstützen. Als ihre Ideen mehr oder weniger unstrittig waren, haben sich gerne und überschwänglich als Verteidiger von Demokratie und Meinungsfreiheit inszeniert. Jetzt wo Demokratie und Meinungsfreiheit für ihre Ideen zur Gefahr werden, geraten sie in ein Dilemma.

Einerseits sind sie in ihrem Selbstbild doch die größten Verteidiger der Meinungsfreiheit, andererseits gibt es da plötzlich so viele „falsche“ Meinungen, die es gar nicht geben dürfte und die man eigentlich verbieten sollte. Ein einziges Dilemma!

Russland-Connections

Vor diesem Hintergrund muss man alle Russlandvorwürfe gegen westliche Anti-Establishment-Politiker betrachten. Völlig unstrittg findet zwischen Russland und dem Westen ein Informationskrieg statt und es ist auch kein Geheimnis, dass Russland in Europa gerne gewissen Regierungswechsel sehen würde.

Man darf hier aber nicht übersehen, dass diese Oppositionsbewegungen aus den westlichen Gesellschaften selbst heraus entstanden sind und auch ohne die marginale Unterstützung aus Russland nicht merklich schwächer wären. Und was gibt es demokratischeres, als sich darüber zu ärgern, dass die Regierung nicht den eigenen Interessen dient? Dieser Gemütszustand ist nichts anderes als der Urfunke der Demokratie selbst.

Wenn unsere wohlmeinenden linksliberalen Freunde nun diesen Politikern zu innige Kontakte nach Moskau unterstellen, dann bedienen sie sich des alten Russlandfeindbilds des kalten Krieges und suchen einen Sündenbock für die Krise der westlichen Demokratie, die sie selbst herbei geführt haben. Sie behaupten damit zudem unterschwellig, diese Leute würden ihre Wähler nicht repräsentieren und sie wären nicht Teil ihres eigenen Landes. Sie versuchen sie vom demokratischen Diskurs auszuschließen, indem sie sie als Agenten eines fremden Staates framen, was letztlich auf ihre Delegitimation hinaus läuft.

Das ist für sie natürlich sehr bequem, da dieser elegante Ausschluss ungliebter Meinungen und Akteure ihr makelloses Selbstbild als aufrechte Demokraten wieder herstellt. Zuende gedacht sind das aber genau die autoritären Taktiken, die man im Westen an Putins Russland immer zurecht kritisiert hat.

Die aktuellen Vorwürfe gegen Trumps Wahlkampfteam wiegen natürlich ungleich schwerer. Sollte sein Team mit russischen Offiziellen Kontakt gehabt haben mit dem Ziel, die Wahl durch die zeitlich vorteilhafte Veröffentlichung von kompromittierenden Informationen über Hillary Clinton zu Trumps Gunsten zu manipulieren, ginge das tatsächlich in Richtung Landesverrat. Vor ein paar Jahren hätte ich sowas noch grundsätzlich verdammt. Allerdings, und es schockiert mich selbst das zu sagen, wird heutzutage selbst das von den Umständen relativiert. Und wenn es ums Relativieren geht sind unsere wohlmeinenden linksliberalen Freunde leider wie immer ganz vorne mit dabei.

Die Sache ist nämlich die: Wenn dieser Worst-Case eintreten sollte, dann haben wir einen US-Präsidenten, der möglicherweise nur durch Manipulation an die Macht gekommen ist und dem Landesverrat vorgeworfen wird von Leuten, die selbst für offene Grenzen werben, Staatsbürger im Sinne einer kruden One-World-Ideologie am liebsten mit Nicht-Staatsbürgern auf eine Stufe stellen und somit die staatliche Ordnung defakto abschaffen wollen. Irgendwie grotesk, wenn ausgerechnet diese Leute nach Landesverrat rufen!

Aber das ist die Welt, in der wir heute leben, das ist der Westen im Jahre 2017…

March for Science: Die Politisierung der Wissenschaft

Die Linke Deutungshoheit ist in Gefahr. In allen Ländern des Westens ist sie in Bedrängnis geraten. Schuld daran sind moralisch verkommene Individuen, sogenannte „Rechtspopulisten“. Diese äußerst unangenehmen Zeitgenossen erdreisten sich, lästige Fragen zu stellen und teils für Jahrzehnte sorgsam gehütete Dogmen anzuzweifeln. Sie haben keinen Respekt für den Status Quo und sie akzeptieren keine Wahrheit, die sie nicht zuvor selbst geprüft haben. Die Situation ist so schlimm, dass jetzt sogar schon die Wissenschaft bemüht werden muss, um diesen Unholden Einhalt zu gebieten.

So geschehen bei den weltweiten „March for Science“ Demonstrationen an diesem Wochenende, bei denen weltweit zehntausende Menschen bei über 600 Einzelveranstaltungen auf die Straße gegangen sind.

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March for Science

Initiiert wurde diese Bewegung von US-Wissenschaftlern (weitgehend außerhalb der MINT-Fächer), die seit Trumps Wahl zum Präsidenten Angst um ihre Forschungsgelder haben. Sie fürchten sich laut Aussage des deutschen Ablegers vor allem vor politischen Kampfbegriffen wie „alternativen Fakten“ und „Fake News“.

Das klingt nicht nur sehr politisch, das ist auch sehr politisch. Politik aber, hat in der Wissenschaft, mit Ausnahme der Geschichts- und Politikwissenschaft, überhaupt nichts zu suchen. Und dort auch nur als Gegenstand der wissenschaftlichen Betrachtung. Wer sich hier allzu politisch gibt, macht sich schnell unglaubwürdig.

Die Wissenschaft lebt davon, dass Faken und Schlussfolgerungen mithilfe der Wissenschaftlichen Methode seziert werden. Die Kritik ist quasi das Hauptwerkzeug der Wissenschaft. Alles muss angezweifelt werden können, sofern die Kritik denn fundiert ist. Nur so kann man falsche Annahmen eliminieren. Dabei ist die Wissenschaft niemals perfekt. Sie ist ein von Menschen betriebener Prozess. Und ihre Fakten und Schlussfolgerungen erhalten ihre Glaubwürdigkeit nur dadurch, dass sie wiederholt der wissenschaftlichen Kritik und wenn möglich dem Experiment unterzogen wurden und jedes Mal standgehalten haben.

Das große Problem beim „March for Science“ ist nun nicht, dass die Teilnehmer Einschränkungen in der Freiheit der Forschung bemängeln. Die sollten wo sie tatsächlich existieren, selbstverständlich abgestellt werden. Das Problem ist, dass sie das Wort „Wissenschaft“ vor sich hertragen, als würde es aus sich selbst heraus einen Anspruch auf absolute und unumstößliche Wahrheit begründen. Und genau damit befördern sie genau jenen Glaubwürdigkeitsverlust, den sie selbst so sehr kritisieren.

Wissenschaft ist nicht gleich Wissenschaft

Wer alles wissenschaftliche unreflektiert unter diesem Begriff zusammenfasst, der verkennt, dass es eine Abstufung der Wissenschaften nach der Mächtigkeit ihrer Methoden gibt.

Beginnen wir bei der Mathematik. In der Mathematik können Dinge bewiesen werden. Bei den wirklich komplexen Beweisen wird es auch hier schwierig. Diese können sich über viele Seiten erstrecken. Das Genie, welches sie entwickelt, muss dazu Jahre seines Lebens investieren und zu ihrer Prüfung bedarf es einer Reihe mathematischer Korophäen, die für diese Arbeit ebenfalls viel Zeit aufwenden müssen. Hier können natürlich Fehler passieren. Dennoch ist die Mathematik die Wissenschaft, die am ehesten behaupten kann, absolute Wahrheiten entdecken und absichern zu können.

Dann kommen in großem Abstand die Physik und die Chemie. Und schon da wird es schwierig. Physiker glaubten 400 Jahre lang, die von Newton entdeckten physikalischen Gesetze wären die unumstößliche Grundlage ihrer Wissenschaft. Anfang des 20. Jahrhunderts legte Albert Einstein mit der Relativitätstheorie eine Arbeit vor, die diese Gesetze zu einem Spezialfall einer weit komplexeren Welt degradiert. Und dieses neue Bild der Physik hat zu allem Verdruss weit weniger mit unserer unmittelbaren Erfahrung der Welt zu tun, als uns lieb sein kann.

Diese Theorie scheint schlichtweg so „verrückt“, dass selbst ein Großteil der damaligen Physiker sich lange dagegen gewehrt hat. Und als ob das noch nicht genug wäre, erklärt uns die Quantenphysik (die genauso durch Experimente bestätigt wird wie die Relativitätstheorie), dass sich die Welt auf der Ebene der Elementarteilchen völlig anders verhält und nicht einmal mehr das Prinzip von Ursache und Wirkung als gesicherter Fakt gelten kann. Und seitdem versuchen Physiker beide Theorien zu vereinen, da man so lange mit zwei verschiedenen Theorien arbeiten muss, je nachdem, ob man die Welt im Kleinen oder im Großen betrachtet.

Mit diesen Informationen im Hinterkopf, muss man sich unweigerlich fragen, wie es dann um die anderen Wissenschaften bestellt ist. Also denken wir z.B. an die Wirtschaftswissenschaften, die Sozialwissenschaften oder (die von den March of Science Veranstaltern besonders innig geliebte) Klimaforschung. Ich will diese Wissenschaften nicht verdammen. Nichts liegt mir ferner. Aber ihre Beweiskraft kann man nicht ernsthaft mit der der Mathematik auf eine Stufe stellen. Genau dies tut aber jemand, der völlig unreflektiert den Begriff „Wissenschaft“ vor sich her trägt.

Politisierte Wissenschaft

Wir haben kein besseres Instrument als die Wissenschaft und es wäre törricht sie zu ignorieren oder einfach zu verdammen. Aber genauso törricht wäre es auch, ihr blind zu vertrauen, sie wie ein Dogma vor sich her zu tragen und nicht zwischen ihren verschiedenen Zweigen zu differenzieren.

Die Gender-„Wissenschaft“ und die Klimaforschung zeigen zudem sehr eindringlich, wie Wissenschaft politisiert werden kann. Bei der Gender-„Wissenschaft“ handelt es sich um völligen Blödsinn, der nicht das Geringste mit Wissenschaft zu tun hat. Dass man so etwas überhaupt als Wissenschaft verkaufen kann, lässt schon auf einen hohen Grad der Politisierung an den Universitäten schließen und man muss sich angesichst dessen fragen, wie wissenschaftlich es dort überhaupt noch zugeht.

In der Klimaforschung sehen wir dagegen, wie Kritiker mundtot gemacht werden sollen und wie das bloße Abweichen vom Konsens der Mehrheit bereits als eine schändliche Handlung aufgefasst wird. Nun mögen da ja durchaus Spinner dabei sein. Aber man darf nicht vergessen, dass in der Wissenschaftsgeschichte oftmals vermeintliche „Spinner“ für bahnbrechende Entdeckungen verantwortlich waren.

Jetzt ist natürlich erst einmal überhaupt nichts verkehrt daran, Computermodelle für die zukünftige und die vergangene Veränderung des Weltklimas zu erstellen. Aber sich hin zu stellen und auf der Basis dieser Klimamodelle zu sagen, man könne die Zukunft vorhersagen, wenn man noch nichtmal alle Faktoren des Klimas kennt und auch die Gründe für die Eiszeiten nicht abschließend geklärt sind, scheint dann doch etwas verwegen. Ein bisschen mehr Demut wäre hier manchmal angebracht und würde sich sicher positiv auf die eigene Glaubwürdigkeit auswirken.

Fazit

Wir sehen also: Wir sollten skeptisch sein, wenn uns jemand allein mit der bloßen Behauptung der Wissenschaftlichkeit einer Aussage überzeugen will. Zu leicht kann man diesen Begriff missbrauchen, um selbst dem größten Blödsinn, wie z.B. den Gender-„Wissenschaften“, den Glanz absoluter Wahrheit zu verleihen und jede Diskussion im Keim zu ersticken.

Die Veranstalter des „March for Science“ sagen völlig zurecht, dass die Wissenschaft eine Basis unseres demokratischen Diskurses ist. Und genau deshalb muss sie unpolitisch bleiben.

Alpha as Fuck!

Wir sind eine Generation von Männern, die von Frauen aufgezogen wurde. Viele von uns hatten keinen Vater oder er war nur selten zuhause. Manche hatten auch einen Vater, der sehr passiv war und sich ständig von seiner Frau herumkommandieren ließ. Wir sind eine Generation von Männern, die nie gelernt hat, wie man sich wie ein Mann verhält.

Und wenn man mit offenen Augen durch die Welt geht, dann sieht man diese konfliktscheuen und devoten Männer überall. Viele von ihnen haben sich bequem eingerichtet in einem linken Weltbild, welches für sie gerade deshalb so verführerisch ist, weil es ihnen für alle Misstände in Westeuropa eine Ausflucht liefert. Wenn ich nur fest genug daran glaube, dass wir gerade nicht unsere Zukunft verspielen, dass die deutsche Regierung nicht das Grundgesetz bricht und wenn ich verdränge, dass zukünftige Generationen völlig zurecht mit Verachtung auf uns herabblicken werden, dann muss ich nichts tun und muss nichts riskieren. Und wie schön sogar noch ein Narrativ zu haben, das einem nicht nur sagt, dass man kein Schlappschwanz ist, sondern in dessen Schatten man sich sogar als Held und Kämpfer gegen den bösen „Populismus“ inszenieren kann. Wie praktisch und bequem dies doch ist!

Nirgendwo ist der Mangel an richtigen Männern folgenschwerer als in der Politik. Seit 2005 ist Angela Merkel Bundeskanzlerin. In dieser Zeit hat sie alle ihre innerparteilichen Konkurrenten politisch erledigt. Ihre Politik ist geprägt von Zögern und Abwarten. Kristallisiert sich eine Mehrheitsmeinung heraus, ist sie plötzlich auch die ihre. Sicher ist Frau Merkel sehr geübt in der politischen Intrige. Und von den Kommunisten der SED wie auch von Helmut Kohl dürfte sie viel gelernt haben. Aber erklärt das, weshalb sie mit einer solchen Politik der Passivität durch kommt?

Erst vor kurzem wurde bekannt, dass Ende 2015 die gewaltsame Schließung der deutschen Grenze geplant war. Frau Merkel zog den Befehl allerdings in letzter Minute zurück, weil niemand in der Regierung genug Rückgrat hatte, seinen Job  zu tun und dafür vor der moralisch betroffenen Medienmeute gerade zu stehen. Spätestens da wäre ein Franz Josef Strauß auf die Barrikaden gegangen und hätte diese Politik umgehend beendet. Wenn jemand wie Merkel unter ihm als bayerischem Ministerpräsidenten denn überhaupt so lange auf dem Kanzlerstuhl hätte kleben können.

Die ehemaligen „Landesfürsten“ und vermuteten Alphamänner der CDU haben sich als Luftnummern erwiesen. Die „Männer“, die heute noch in der einst stolzen und konservativen CDU unterwegs sind, sind allesamt so ungefährlich, dass Merkel sie auf ihren Posten belässt. Denn ein Pudel ist nützlich und fürchten muss man sich vor ihm nicht.

Nachdem man sich dieses Trauerspiel nunmehr seit bald 15 Jahren ansehen muss, wie glücklich kann man da doch sein, dass Merkel endlich ihren Meister gefunden hat? Wenn es auch kein Ruhmesblatt für die deutschen Männer ist, dass ihr in 15 Jahren keiner die Stirn bieten konnte, so muss man doch dankbar sein, dass es wenigstens in Amerika endlich mal einer tut:

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Donald Trumps Abneigung für Angela Merkel und ihre Politik war beim ersten Treffen der beiden weder zu übersehen noch zu überhören. Zwar hat er sich weitgehend diplomatisch gezeigt, aber die Abneigung lag förmlich in der Luft. Und gerade die Szene, als er beim Fototermin von Journalisten wie auch von Merkel selbst mehrmals zum Handschlag aufgefordert wird ist symbolisch. Hinterher hat er behauptet, er hätte die Aufforderung nicht gehört. Dies kann wohl als weiteres Zeichen der Geringschätzung gewertet werden. Offensichtlich wollte er symbolische Bilder vermeiden, die auf eine allzu große politische Nähe der beiden schließen lassen.

Während der Pressekonferenz betonte Trump die Wichtigkeit des gemeinsamen Kampfes gegen den Islamischen Staat. Er lobte Deutschlands bisherigen Einsatz in dieser Sache, wobei sich dieses Lob angesichts unserer tatsächlichen „Leistungen“ auf diesem Gebiet auch durchaus als spöttische Aufforderung zu mehr Einsatz deuten lässt.

Er rief auf zu einem fairen Handel, den er als Gegenpol zum bisher praktizierten Freihandel betrachtet. Und wenn er auch Gentleman-like einen allzu direkten Angriff auf Merkel vermied, so machte er doch unmissverständlich klar, dass seine Administration ihre Aufgabe in der Vertretung der Interessen der eigenen Bürger sieht und dass der Wohlstand und die Sicherheit Amerikas seine absolute Priorität sind. Den ultimativen Kontrapunkt zu Merkel und ihrer fehlgeleiteten Politik setzte er mit einem einzigen Satz, der so richtig wie eingängig ist:

Immigration is a privilege, not a right.

Auf Deutsch (und man sollte sich diesen Satz wirklich auf der Zunge zergehen lassen):

Einwanderung ist ein Privileg, kein Recht!

Meiner Meinung nach der Höhepunkt seiner Vorstellung aber war, als er die erwiesene Abhöraktion der NSA unter Obama gegen Angela Merkel und seine bisher unbewiesene Behauptung, er sei im Wahlkampf von Obama abgehört worden zu einem echten Brüller verarbeitete:

Was soll man dazu sagen? Alpha as fuck!

Deutschland zuerst!?

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Als Donald Trump in seiner Antrittsrede die Maxime „America First“ zum Grundsatz seiner Politik erklärte, warnte man davor, wie gefährlich eine solch nationalistische Denkweise doch sei. Viele im linken Lager waren schockiert, dass sich jemand traut so etwas Ungeheuerliches zu fordern.

Was uns aber tatsächlich schockieren sollte, ist dass dieser Begriff überhaupt Beachtung findet. Es ist doch nicht nationalistisch, wenn der amerikanische Präsident erklärt, dass die Interessen Amerikas der Dreh- und Angelpunkt seiner Politik sind. Das ist nicht Nationalismus, das ist verdammt nochmal sein Job. Man stelle sich vor, der Vorstandsvorsitzende von BMW stellt die Quartalszahlen vor und erklärt lang und breit, was er dieses Quartal alles tolles für Mercedes und VW gemacht hat, um dann nur widerwillig und erst auf Nachfrage aus dem Publikum überhaupt auf BMW zu sprechen zu kommen. Wieviel Verständnis hätten die Aktionäre von BMW wohl für ein solches Verhalten?

In einer normalen Zeit wäre „America First“ ein Nichtsatz. Eine inhaltslose Worthülse. Etwas das so selbstverständlich ist, dass man es aus einer Rede streicht, wenn man nicht unbedingt Zeit schinden muss. Doch heute ist dieser Begriff geradezu revolutionär. Und das ist das, was uns wirklich schockieren sollte. Denn es erzählt uns viel über die Gesellschaft, in der wir leben.

Und in Deutschland?

Auch in Deutschland gibt es ein Gegenstück zu „America First“, auch wenn das gerade die lautesten Kritiker des amerikanischen Präsidenten am aller wenigsten wahr haben wollen.

Und dieses Prinzip findet sich nicht etwa in den Reden irgendeines von den Medien nicht besonders innig geliebten Politikers. Es findet sich in unserem Grundgesetz. Die Artikel 56 und 64 legen für den Bundespräsidenten, den Bundeskanzler und die Bundesminister folgenden Eid fest:

„Ich schwöre, daß ich meine Kraft dem Wohle des deutschen Volkes widmen, seinen Nutzen mehren, Schaden von ihm wenden, das Grundgesetz und die Gesetze des Bundes wahren und verteidigen, meine Pflichten gewissenhaft erfüllen und Gerechtigkeit gegen jedermann üben werde. So wahr mir Gott helfe.“

Was ist das anderes, als „Deutschland zuerst“? Der Job der Regierenden ist es unter Wahrung der Gesetze dem eigenen Volk zu dienen. Nicht mehr und nicht weniger. Und warum sollten sie in irgendeinem demokratischen Staat auch eine andere Aufgabe haben?

Als das Grundgesetz geschrieben wurde war dies selbstverständlich. Und sicher hätte sich damals niemand eine dystopische Zukunft vorstellen können, in der eine von nicht selbst errungenem Frieden und aufwandslos erworbenem Wohlstand moralisch verwahrloste und der Realität entrückte Elite einmal zu einem völlig anderen Schluss käme.

Aber genau in dieser Dystopie leben wir heute. Die Leute, die geschworen haben diesen Eid zu erfüllen, brechen ihn nicht nur, sie handeln ihm diametral entgegen. Und als ob das noch nicht genug wäre, erzählen sie uns auch noch, die bloße Idee hinter diesem Eid wäre ganz furchtbar böse und jeder der ihm beipflichtet ein schlechter Mensch.

Grundgesetz und Politik sind nicht mehr synchron. Die Regeln und Mechanismen des alten Staates sind noch vorhanden. Und doch hat sich ein Zeitgeist etabliert, welcher diese Regeln nicht mehr anerkennt. Er pickt sich die heraus, die ihm gefallen und die missliebigen deutet er um oder ignoriert sie.

Dieser Eid und seine „moderne Interpretation“ sind eins von vielen Anzeichen für das, was mit diesem Land nicht stimmt. Und wir sehen Ähnliches überall in der westlichen Welt.

Wir alle müssen uns heute zwei Fragen stellen. Zum einen müssen wir uns fragen, wie es soweit kommen konnte? Wie konnten wir an einen Punkt kommen, an dem eine Elite, die nicht unser Bestes im Sinn hat, die Regeln und Grundsätze des Staates in ihrem eigenen Sinne umdeuten kann und damit durch kommt?

Wenn wir darauf die richtigen Antworten finden, können wir uns der zweiten und noch viel wichtigeren Frage zuwenden: Was müssen wir tun, damit dieses Land wieder normal wird?

Was ist ein Cuckservative?

Denkt man an einen Konservativen, so denkt man an jemanden wie Konrad Adenauer, Franz Josef Strauß oder Ronald Reagan. Männer also, die ihr Leben nach ihren Überzeugungen ausgerichtet haben und die niemals vor einer Konfrontation zurückgeschreckt sind. Sie haben ihre Meinung vertreten, auch wenn sie unpopulär war und auf den Tag gewartet, an dem das Blatt sich wendet und die Geschichte ihnen die Chance gibt, ihre Ideen umzusetzen. Nicht im Traum wäre es ihnen eingefallen, ihre Überzeugungen für irgendwas in der Welt aufzugeben. In den letzten zehn bis zwanzig Jahren waren solche Leute in Deutschland praktisch nicht mehr auffindbar.

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Stattdessen kennen wir zur Genüge einen ganz anderen Typus des Konservativen. Eigentlich ist er gar kein Konservativer. Er ist nur ein Scheinkonservativer, man könnte auch von einem Möchtegernkonservativen sprechen. Er ist Mitglied einer konservativen Partei. Oftmals auch in der Führungsebene. Meist hat auch seine Partei ihre konservativen Tage bereits weitgehend hinter sich. Die Politik ist für ihn nicht Berufung sondern Karriere. Er eckt nirgends an und wenn doch dann zieht er sich ganz schnell wieder auf einen sicheren Standpunkt zurück. Er hält keine kontroversen Reden, welche eine politische Auseinandersetzung befeuern oder gar eine Kontroverse auslösen könnten. Er plappert meist nur das nach, was andere schon gesagt haben und was sich zu sagen als ungefährlich erwiesen hat. Die Politik ist für ihn keine Bühne für seine Ideen und auch keine Arena in der er die Auseinandersetzung mit seinem politischen Gegner sucht. Die politische Auseinandersetzung ist für ihn eine lästige Pflicht, die zwischen ihm und der nächsten Auszahlung seiner Bezüge steht. Und weil diese Auseinandersetzung ihm so lästig ist, hat er die Kunst des politischen Scheingefechts perfektioniert. Vor ihm brauchen seine politischen Gegner keine Angst zu haben. Er mag zwar manchmal bellen, aber eines ist Gewiss: Beißen wird er nicht!

In Amerika gibt es für solche Leute eine sehr passende Bezeichnung: Cuckservative.

Das Wort Cuckservative ist eine Komposition aus Cuckold und Conservative. Ein Cuckold ist erst einmal ein Mann, der von seiner Frau betrogen wird. Bei der Verwendung in diesem Fall ist noch der Subkontext zu beachten, der dem Wort Cuckold meist anhaftet. Das Wort impliziert, dass der Mann so weich, wenig durchsetzungsstark und schlichtweg unmännlich ist, dass er für seine Frau nicht mehr attraktiv ist, woraufhin ihre primitiven sexuellen Gelüste mit ihr durchgehen und sie sich mal wieder von einem richtigen Kerl knallen lässt – wie man dies in der Umgangssprache so treffend auszudrücken pflegt. Kombiniert mit dem Wort konservativ bedeutet dies also, dass es sich bei einem Cuckservative um einen sehr unmännlichen, ja sogar weibischen Möchtegernkonservativen handelt, der kein Rückgrat besitzt und mehr mit Muttis bravem kleinem Jungen gemein hat als mit einem Mann, der mit all seiner Kraft für seine konservativen Überzeugungen kämpft.

Ähnlichkeiten mit bekannten Politikern sind garantiert kein Zufall!

Beispiel

In den USA gibt es mit Jeb Bush einen ehemaligen Anwärter um das Amt des US-Präsidenten, der diesen Typus Politiker nur zu gut verkörpert. Jeb Bush ist ein Cuckservative, der glaubte mithilfe von Beratern und entsprechendem Training könnte er den Eindruck erwecken, er wäre ein Anführer und so seinem Vater und seinem Bruder nacheifern und Präsident werden. Immer wenn er auf Donald Trump traf fiel sein falsches Spiel ziemlich schnell in sich zusammen.

Donald Trump ist ein Alphamann. Das dürfte wohl niemand ernsthaft bestreiten wollen. In der heutigen westlichen Welt, in der die meisten Männer von Frauen großgezogen werden und viele sogar ganz ohne Vater erwachsen werden hat er damit ein durchschlagendes Alleinstellungsmerkmal.

Hier ein Video vom Zusammentreffen der beiden:

Man beachte den Unterschied zwischen Jeb Bush und Donald Trump und man achte dabei ganz besonders auf die oftmals entlarvende Mimik von Bush. Er hat sich zwar offensichtlich lange vorbereitet, aber wenn es hart auf hart kommt kann er einfach nicht aus seiner Haut. Es mangelt ihm an der Fähigkeit seine Wut zu kontrollieren und sie gezielt gegen seinen Gegner zu richten. Stattdessen wirkt er oft wie eine empörte Frau, die einfach nicht mehr weiter weiß.

Trump dagegen mangelt es eher an Zurückhaltung und Selbstreflektion als an Selbstbewusstsein. Selbst in Situationen gedrängt, in denen nahezu jeder andere sich aufgrund seiner inneren Selbstzweifel ertappt fühlen würde, sieht man bei ihm keinen Abfall seines Selbstbewusstseins. Eiskalt dreht er die Situation einfach um. Ob er dabei immer die Wahrheit sagt ist sicher eine interessante Frage. Aber in einer Welt voller politischer Weicheier wie Jeb Bush kann man mit einer solchen Selbstsicherheit andere Defizite durchaus in den Hintergrund treten lassen und trotzdem Erfolg haben.

Wir befinden uns in einem Kulturkampf

Als Donald Trump am 20. Januar 2017 zum 45. Präsidenten der Vereinigten Staaten vereidigt wurde, lieferte er eine sehr denkwürdige Antrittsrede ab. Viel wurde über diese Rede diskutiert und viel könnte man noch diskutieren. Aber für mich sticht ein einziger Satz heraus:

At the center of this movement is a crucial conviction, that a nation exists to serve its citizens.

Auf Deutsch:

Im Zentrum dieser Bewegung (gemeint sind seine Anhänger) findet sich eine entscheidende Überzeugung: Dass ein Staat existiert, um seinen Bürgern zu dienen.

Dieser Satz, dass der Staat seinen Bürgern zu dienen hat, ist weder zufällig in diese Rede hineingerutscht noch kann er als eine bloße Randnotiz betrachtet werden. Er ist vielmehr der Dreh- und Angelpunkt des größten Konflikts unserer Zeit. Die Gesellschaften des Westens sind nicht einfach nur tief gespalten, wie die Presse uns zu erzählen nicht müde wird.

Tatsächlich befindet sich der Westen in einem Kulturkampf. Und dieser Kulturkampf ist größer als Achtundsechzig. Zwei Seiten stehen sich unversöhnlich gegenüber, die völlig unterschiedliche Auffassungen vom Staat haben.

Für die einen ist der Staat eine Gemeinschaft, die einen Teil ihrer finanziellen Ressourcen verwaltet und eine bessere Zukunft für sich und ihre Kinder schaffen soll. Dieses Zusammenleben ist mit großen Schwierigkeiten und Gefahren verbunden und jeder hat dem Staat gegenüber Rechte aber genauso selbstverständlich auch Pflichten. Dies bedeutet dass man zwar große Freiheiten besitzt, sich aber in manchen Fällen im Sinne des Gemeinwohls auch einmal unterordnen muss.

Die anderen hingegen betrachten den Staat als ein Gebilde, das schon immer da war und das sie in ihrem Streben nach grenzenloser Individualität unterstützen soll. Existenzielle Gefahren existieren nicht, weil sie haben ja nie welche erlebt. Der Staat soll uns vor Alltagsgefahren schützen aber zugleich soll er niemandem auf die Füße treten. Er ist quasi ein Dienstleister bei dem wir uns jederzeit beschweren können wenn uns etwas nicht passt. Unangenehme Wahrheiten über die Welt und die Natur des Menschen interessieren sie nicht, sie verlangen nach einem Utopia.

Dieser Kulturkampf wird über das Schicksal des Westens entscheiden und er soll das Thema dieses Blogs sein…