Der Löwe von London Bridge

Auf ihrer Terror Tour am letzten Samstag drangen die drei London Bridge Terroristen auch in das Restaurant Black & Blue ein. Dort versuchten sie mit Macheten so viele Menschen wie möglich zu töten. Zur selben Zeit hielt sich dort auch Roy Larner (47), ein Fan des britischen Fußballklubs FC Millwall, auf.

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Roy Larner

Anstatt weg zu laufen begrüßte er die „Islam, Islam!“ und „This is for Allah!“ brüllenden Angreifer mit seinem ganz eigenen Schlachtruf:

Fuck you, I’m Millwall!

Anschließend stürzte er sich, nur mit seinen Fäusten bewaffnet, auf die Angreifer. Er musste 8 Stichwunden einstecken und verlor den Kampf. Allerdings überlebte er und durch sein mutiges Eingreifen verschaffte er den anderen Gästen mehr Zeit, um sich in Sicherheit zu bringen. Die Angreifer wurden kurz darauf von der Polizei erschossen.

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Roy Larner ist auf dem Weg der Besserung und bekam von seinen Kumpels bereits einen wertvollen Tipp, wie er einen Krankenhausaufenthalt beim nächsten Terroranschlag vermeiden kann.

Die britischen Medien feiern Roy Larner derweil als den Lion of London Bridge.

Das ist eine tolle Story und Roy ist ein ganz großes Vorbild an Zivilcourage. Genau solche Geschichten brauchen wir heute in einer Zeit, in der alles im Chaos versinkt und unsere Gesellschaften scheinbar immer mehr an Bindungskraft verlieren.

Was mich wundert: Warum hab ich davon nicht aus der Mainstream Presse, sondern über alternative Medien erfahren? Ist mir das nur entgangen oder wurde die Story außerhalb Großbritanniens nicht so an die große Glocke gehängt?

Allgemein lässt sich feststellen, dass Heldenverehrung ein wenig aus der Mode gekommen ist. Alles wird heute bis ins Kleinste hinterfragt, seziert und relativiert. Da bleibt für Heldengeschichten einfach nicht mehr viel Platz.

Manchmal könnte man meinen, jemand will unbedingt vermeiden, dass Terroranschläge zu stark personalisiert werden. Aber das ist natürlich reine Spekulation.

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